Ex-IZRS-Mann Oscar Bergamin Jetzt spricht der Schweizer «IS-Jäger»

Oscar Bergamin (50) hat mit seinen Tweets zum Standort eines IS-Bunkers für Unruhe in der arabischen Welt gesorgt. «Ich bin kein Spion», sagt das ehemalige Mitglied des Islamischen Zentralrats Schweiz (IZRS) – die Koordinaten seien nicht geheim. Dennoch erhält er bereits Drohungen der Terror-Miliz.

Oscar Bergamin hat 2013 eine Hilfsorganisation gegründet. play

Oscar Bergamin hat 2013 eine Hilfsorganisation gegründet.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Tausende Pakete verloren Hat die Post ein Sicherheitsproblem?
2 Divisionär Andreas Stettbacher (54) freigestellt Gab sich der...
3 Lichterketten-Reaktion in Lyss BE Jeder will der Hellste sein

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
81 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden

«Sprengt sie einfach in die Luft!», schreibt Oscar Bergamin (50) auf Twitter. Dazu die Koordinaten einer syrischen IS-Gefechtsstellung nahe der türkischen Grenze. Einen Tweet richtet er direkt an das Zentralkommando der Vereinigten Staaten Centcom.

Für viele Nutzer des Kurznachrichtendienstes ist schnell klar: Der Schweizer, der 2013 das Hilfswerk «Ash-Sham Care» für notleidende Syrer gegründet hat, spioniert für die Amerikaner.

«Ja, ich habe diese Tweets abgesetzt», sagt Bergamin zu Blick.ch. Aber auch: «Nein, ich bin kein Spion.» Die Nachrichten habe er im Affekt geschrieben, in einem «Anfall von Zynismus und Frustration über IS». 

«Habe einen Seich gemacht»

Der Standort des Bunkers sei hinlänglich bekannt, um einen Geheimtipp handle es sich dabei nicht. «Es ist, als hätte ich die Koordinaten des Eiffelturms getwittert», sagt der ehemalige Journalist. Mittlerweile sehe er ein, dass er «einen Seich gemacht» habe.

IS-Rebellen würden regelmässig twittern. Die USA beispielweise ernteten für ihre Luftangriffe in Syrien Spott und Hohn. «Haha, ihr habt schon wieder nicht getroffen», würden die Dschihadisten schreiben.

«IS ist Terror pur»

Bergamin ist nach eigenen Angaben seit über einem Jahr oft karitativ in Syrien gewesen, hat sich für Soforthilfe und Wiederaufbau eingesetzt. Jetzt hält er sich aber in Istanbul auf. Angst vor den IS-Terroristen hat er zwar keine, man müsse aber «vorsichtig» sein.

Nichtsdestotrotz: Die Dschihadisten seien «äusserst gefährlich», «sehr gut organisiert» und «unberechenbar». «Terror pur», sagt das ehemalige Vorstandsmitglied des Islamischen Zentralrats Schweiz (IZRS).

Mit dem Islam habe die Terrormiliz «vorne und hinten nichts» zu tun, sagt der selber zum Islam konvertierte Katholik. «Das sind Faschisten mit islamischem Mäntelchen.»

Drohungen auf Twitter

In der türkischen Grenzregion zu Syrien seien die Bewohner und Flüchtlinge nervös. «Die Rebellen kommen auch über die Grenze – sie sind rasiert, tragen Trainerhose und Turnschuhe. Man sieht ihnen den Terror nicht an, das steht ja nicht auf der Stirn», sagt Bergamin.

Trotz der unablässigen Gefahr – und der Drohungen, die Bergamin nach seinen jüngst abgesetzten Tweets bekommen hat – will er bleiben. «Ich habe eine Verantwortung für die Menschen, die für mich arbeiten», sagt er. In einem Flüchtlingslager beschäftigt und bezahlt «Ash-Sham Care» zum Beispiel vier Lehrerinnen – für 5300 Kinder von insgesamt 20'000 Flüchtlingen.

Publiziert am 01.10.2014 | Aktualisiert am 01.10.2014
teilen
teilen
81 shares
5 Kommentare
Fehler
Melden
«Sprengt sie einfach in die Luft», soll Bergamin über eine IS-Stellung gesagt haben. play

«Sprengt sie einfach in die Luft», soll Bergamin über eine IS-Stellung gesagt haben.

Grausam: Die Mörder-Fahrten der Isis-Terroristen

TOP-VIDEOS

5 Kommentare
  • Urs  Hagen , via Facebook 01.10.2014
    Wer hat denn diese Bunkeranlagen gebaut? Die wachsen ja nicht wie Pilze einfach so. Und warum stehen sie noch? Ich glaube nur die Hälfte von diesen Meldungen.
    • Ren  Hoek , via Facebook 01.10.2014
      Die Welt ist übersät mit militärischen Bunkern. Und sie stehen die meiste Zeit leer. Auch bringen sie nicht viel, bei Kriegen in denen sich die Front von Tag zu Tag verschiebt. Sie sind wie die kurdischen Selbstbau-Panzer. Man kann sie höchstens für die Täuschung einsetzen. Ich schätze mit dem Tweet wollte er nur der ganzen Welt zu verstehen geben, dass er gegen die IS ist.