Der Kanon wurde aus dem Singbuch verbannt An diesem C-A-F-F-E-E verbrennt man sich die Finger

Das Lied C-A-F-F-E-E, das noch vor einigen Jahren in den Schulzimmern gesungen wurde, ist wegen der negativen Anspielung auf Türken und Muslime aus dem Singbuch verbannt worden.

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«C-a-f-f-e-e, trink nicht so viel Kaffee. Nicht für Kinder ist der Türkentrank, schwächt die Nerven, macht dich blass und krank. Sei doch kein Muselmann, der ihn nicht lassen kann.»

Noch vor einigen Jahren sangen die Kinder in den Schulzimmern voller Inbrunst den Kanon «C-A-F-F-E-E». Damals waren solche Lieder lustig. Heute sind sie wegen der negativen Anspielung auf Türken und Muslime kaum mehr möglich.

Dabei war der aus Sachsen stammende Komponist Carl Gottlieb Hering (1766–1853) wohl kaum fremdenfeindlich eingestellt. Pirmin Lang, Fach­didaktiker für Schulmusik an der Musik-Hochschule Luzern, erklärt: «Der musikalische Reiz lag in der musikalischen Umsetzung der Töne C, A, F und E, die einen Tonika-Dreiklang mit nachfolgendem Leitton ergeben und somit die harmonische Grundstruktur des Kanons legen.» Lang bestätigt aber: Der Text müsse heute als ­«problematisch» betrachtet werden.

Von Hering stammen weitere bekannte, unverfänglicher Kinderlieder wie «Hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauf Galopp» und «Morgen, Kinder, wirds was geben». Pirmin Lang beschäftigt sich mit dem Liedgut, das sich für die Schule eignet. «Der Missbrauch von Liedern für politische Zwecke ist uns allen bewusst. Die Schule hat in der Vergangenheit oftmals Hand geboten zur Ausbreitung von Ideologien.»

Der bewusste Umgang bei der Wahl des Liedguts sei ­daher unumgänglich und gehöre zur Professionalität von Lehrpersonen. «Rassistische, ­sexistische oder drogen- und ­gewaltverherrlichende Texte ­haben im schulischen Umfeld nichts verloren, auch wenn solche Songs sehr populär sein mögen», sagt Lang. Unter anderem verweist er auf Songs von Rapper Bushido und von Amy Winehouse

Publiziert am 15.10.2016 | Aktualisiert am 15.10.2016
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  • Serena  Wilhelm 15.10.2016
    Wieso schaffen wir nicht einfach das Wort Deutschland ab. Denn mit Deutsch hat das Land schon lange nichts mehr gemeinsam.
  • Hermann  Dornauer aus Bishkek
    15.10.2016
    Wir müssen für andere Völker und Religionen alles anpassen, unsere Essgewohnheiten, bei der Migros gibt es Hot Dog nur noch mit den graüslichen Pouletwienerli igitt, das Standardwienerli ist nicht mal mehr im Angebot beim Takeaway aber die von Wahabiten gesponserten Moscheen, die müssen wir natürlich erdulden, inklusive sämtlicher Auswüchse.
    Wurde gefragt ob ich eine neue grosse Moschee in Zürich akzeptieren würde. Meine Antwort, JA wenn die erste christliche Kirche in Mekka gebaut werden darf.
  • Lucio Silva  Safnanno aus San Vito Lo Capo
    15.10.2016
    Singt lieber Im Märzen der Bauer die Rösser einspannt. Aber wahrscheinlich fühlen sich dann die Bauern diskriminiert, weil sie gar keine Rösser mehr haben zum Einspannen und auf Traktor teimt sichs nicht.
  • Markus  Kohler aus thun
    15.10.2016
    Herr Lang ist Leiter eines Händelchors. Händel schrieb u.a. den "Messias". Das Werk ist doch auch irgendwie anitmuslimisch und sollte genauso wie Bach, Mozart, Beethoven, Goethe, Heine etc. verboten werden. Wir möchten eine rein islamisch gefärbte Kultur wie sei seit Jahrhunderten in der Schweiz praktiziert wird.
  • Hermann  Dornauer aus Bishkek
    15.10.2016
    Es ist wirklich eine Frechheit den Kaffee so zu verunglimpfen. Ansonsten halte ich es mit Asterix und Obelix, lediglich Römer muss durch Politiker ersetzt werden. Sonst passt es ganz genau!