Sechs Tage alt und schon Stress mit den Behörden Jessico darf nicht Jessico heissen

Jessico soll es heissen, ihr zweites Kind, sagten sich Alain und Miriam Flaig. Dabei haben sie die Rechnung ohne das Zivilstandsamt gemacht.

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Alain (26) und Miriam (24) Flaig sind überglücklich. Am letzten Mittwoch kam im Spital Langenthal BE ihr zweiter Sohn zur Welt. «Es war eine Spontangeburt», sagt der stolze Vater. «Wir waren um drei Uhr im Spital, und 17 Minuten später war er schon da. Wir nannten ihn Jessico.»

Doch das Glück der Flaigs ist getrübt. Einen Tag nach der Geburt erhält die Familie in Huttwil BE einen Brief des Zivilstandsamtes Oberaargau. «Das Zivilstandsamt akzeptiert den Namen Jessico nicht», sagt  Alain Flaig. «Er sei zu weiblich.»

Im Amtsschreiben steht: «In den uns zur Verfügung stehenden Mitteln wird Jessico als weiblicher Vorname definiert. Das Zivilstandsamt ist verpflichtet, Vornamen zu prüfen und zurückzuweisen, wenn sie die Interessen des Kindes offensichtlich verletzen sollten.» Die Eltern wurden aufgefordert, schriftlich zu erklären, warum sie ihren Sohn Jessico nennen wollen.

Für den Automechaniker ist das unverständlich: «Wir waren total überrascht und wütend. Für uns ist der Name eindeutig männlich. Schon alleine wegen der Endung auf o», sagt er. «Warum dürfen wir unseren Sohn nicht nennen, wie wir wollen?»

Der Name Jessico sei den Eltern während eines Gesprächs in den Sinn gekommen. «Er hat uns auf Anhieb gefallen.» Die Flaigs räumen zwar ein, dass sie keine Informationen über den Namen finden konnten.

Für Vater Alain ist aber klar: «Wir würden unseren Sohn niemals demütigen! Deshalb haben wir Bekannte gefragt. Alle fanden, der Name sei eindeutig männlich.»

Die Familie ist bereit, für ihren Wunschnamen zu kämpfen. «Wir werden dem Amt schriftlich erklären, warum uns der Name so gut gefällt und weshalb er eindeutig männlich ist», sagt Flaig.

Bis vor Gericht würde er den Fall aber nicht weiterziehen. «Es wäre zwar schrecklich, wenn wir unseren Sohn umbenennen müssten. Bleibt uns aber keine Wahl, machen wir das im Notfall.» Bei ihrem ersten Sohn – er ist heute 16 Monate alt – hatten die Flaigs übrigens keine Probleme: Ihn nannten sie Fynn.

Publiziert am 04.02.2014 | Aktualisiert am 04.02.2014

Diese Namen sind verboten

Zürich – Satan, Verleihnix, Waldmeister, Crazy Horse: Diese Vornamen wollten Eltern in Deutschland und der Schweiz ihren Kindern geben. Doch bei den Behörden blitzten sie ab. Laut Zivilstandsverordnung dürfen Beamte Namen zurückweisen, die «die Interessen des Kindes offensichtlich verletzen». Bei der Namensgebung richten sich Ämter hier und in Deutschland meist nach dem «Internationalen Handbuch der Vornamen».

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Soll der Staat bei Kindernamen mitreden?

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70 Kommentare
  • Daniel  Metzener , via Facebook 04.02.2014
    Jessico ist eindeutig männlich - zudem gibt es auch Männer mit Namen Andrea ... klingt weiblich Endung a - Jessico ist zudem ein einfacher männlicher Name. Ich verstehe die Behörden nicht.
  • Andrea  Mordasini aus Bern
    04.02.2014
    Was soll an diesem zwar seltenen und speziellen Namen nicht korrekt sen? Nur weil man einen Namen fast nie hört, heisst das ja nicht, dass es ihn nicht gibt! Für mich ist Jessico ganz klar die männliche Form von Jessica und somit ein ganz "normaler", wenn auch nicht geläufiger Vorname. Gegen Sandro/Sandra, Leandro/Leandra,... hat ja auch niemand was einzuwenden. Und warum sollte der Junge mit seinem Vornamen Jessico gehänselt werden? Gesunder Menschenverstand scheint Mangelware zu sein :!
  • olivia  meierhans 04.02.2014
    Ich wollte meinen Jungen Benji nennen, aber auf keinen Fall Benjamin. Geht nicht sagte das Standesamt. Entweder Benjamin oder ein anderer Name. Er hat dann einen anderen Namen erhalten. Doch frage ich mich manchmal, wie denn unsere Behörden die ganzen Slawischen oder Afrikanischen Namen welche man z.T. nicht aussprechen kann, überprüfen. Tante Google kann man mit allem füttern und wenn also dann der Name dort auftaucht, dann ist er gültig oder was?
  • Fritz  Meyer aus Amden
    04.02.2014
    Ich kenne jemanden der seinen Sohn Chandra getauft hat. Das ist indisch, oder Sanskrit und bedeutet Mond. Keine Probleme im Kanton Luzern. Aber das tönt nun wirklich weiblich, oder nicht?
  • Marc  Brönnimann , via Facebook 04.02.2014
    Und wahrscheinlich kostet dies noch Gebühren oder eben würde kosten um sein recht durchzusetzen. Wie immer: wen interessierts oder sollte es interessieren ausser den Eltern. Und gesunder Menschenverstand wo?. In Amerika gabs ja Eltern die ihr Kind Adolf Hitler tauften, darüber muss man nicht diskutieren aber wenn man den Namen nirgends findet, zeugt das wenigstens noch von Fantasie. Und es ist nicht so ein schräger Musikerkind Name wie Northwest Applesky in the moon oder so..Jessico, why not?