Unechte Twitter-Follower bei Schweizer Parteien Entscheiden Roboter die Abstimmung?

Roboter übernehmen - auch auf Twitter. Das hat Folgen für die Politik.

Parteigrössen und SVP-Aktivisten reichten am 28. Dezember 2012 in Bern die Unterschriftenbögen für die Durchsetzungs-Initiative ein. play

Parteigrössen und SVP-Aktivisten reichten am 28. Dezember 2012 in Bern die Unterschriftenbögen für die Durchsetzungs-Initiative ein.

Lukas Lehmann

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Soziale Medien wie Twitter oder Facebook entscheiden zunehmend über Politikerkarrieren, so auch aktuell im US-Wahlkampf. Doch mit der Unverzichtbarkeit von Social Media steigt das Missbrauchspotenzial, wie die „Schweiz am Sonntag“ berichtet.

Schätzungen zufolge sind bereits 20 Prozent aller Twitter-Profile in den USA Maschinen, die verblüffend echte Nachrichten absetzen können und das Netz mit politischen Inhalten fluten. Die «Bots» genannten Programme gleichen sich dem Verhalten der Menschen immer besser an und sind kaum mehr von echten Nutzern zu unterscheiden.

Die Gefahr: Bots haben das Potenzial, die Demokratie zu gefährden, Panik auszulösen oder die Börse zu beeinflussen, heisst es in einer aktuellen Studie. US-Forscher sind zum Schluss gekommen, dass 39 Prozent der Twitter-Nutzer, die dem Präsidentschaftskandidaten Donald Trump folgen, unechte, sogenannte Fake-Profile sind, bei Clinton gar 41 Prozent.

Das Problem ist nicht auf die USA beschränkt: 15 bis 40 Prozent aller Twitter-Follower der Schweizer Parteien seien unecht, sagt Simon Hegelich, Professor für politische Datenwissenschaft an der Universität München in der „Schweiz am Sonntag“. «Wir erachten das als problematisch, können aber nicht viel dagegen unternehmen», sagt SP-Medienchef Michael Sorg.

Ähnlich klingt es bei der FDP: Man wisse von Fake-Profilen bei den eigenen Followern, sagt der Social-Media-Verantwortliche Arnaud Bonvin. Dagegen machen könne man wenig.

Hegelich sieht ein weiteres Problem: Fake-Profile und Roboter verfälschen Trendanalysen und verzerren Stimmungen. Das wiederum veranlasst Regierungen, falsche Schlüsse zu ziehen – und die Welt nach den Ideen von Maschinen zu formen. Er und sein Team haben etwa ein Netz von über 15'000 Bots entlarvt, das im russisch-ukrainischen Konflikt mitmischt und täglich über 60'000 Tweets mit oft rechtsextremen Inhalten absetzt.

Publiziert am 21.02.2016 | Aktualisiert am 22.02.2016
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7 Kommentare
  • Dominik  Müller 22.02.2016
    Die Gesellschaft setzt anscheinen enorm auf solch IDIOTISCHE Plattformen! Dies wird aber vermutlich auch ein Grund für den Untergang der Menschen sein..was haben uns diese Socialmedien gebracht? GENAU, die Terroristen/Flüchtlinge/Kriminelle sind besser verknüpft, Mobs/illegale Demonstrationen können besser organisiert werden und werden von Extremisten missbraucht. NUR WEITER SO..wir VERBLÖDEN und keiner merkt es! Früher hat man sich getroffen, heute wird geChattet! Für mich nicht nachvollziehbar
    • Marco  Weber 22.02.2016
      Das ist nicht erst seit Social Media der Fall!
  • Bruno  Stoller , via Facebook 22.02.2016
    Für das richtige Kleingeld, kann man sich Freunde und Twitter-Follower kaufen. Politiker haben ja genug Kleingeld.
  • Roman  Bachmair aus Naters
    21.02.2016
    Wenn eine Politikerin oder ein Politiker nicht fähig ist, seine Meinung selber zu bilden, soll er doch bitte zurücktreten und den Platz einer entsprechend fähigen Person frei machen.
    • Marco  Weber 22.02.2016
      Wenn Menschen nicht fähig sind Artikel richtig zu verstehen sollen Sie doch bitte still sein und nicht kommentieren!
  • Rolf  Wysshaar 21.02.2016
    Dem ganzen Mist wie Facebook und Twitter einfach den Stecker ziehen, ist eh nur Zeitverschwendung! Selbst faulenzen und auseuhen ist sinnvoller als Socialmedia.
    • Marco  Weber 22.02.2016
      Und dann verbieten wir noch den ganzen Rest den Sie nicht verstehen oder was Sie als sinnlos betrachten?