«Umwelthüter» statt Jäger Tierschützer wollen Jagd verbieten

In Genf gilt für Privatjäger ein Jagdverbot. Stattdessen kümmern sich staatliche «Umwelthüter» um das Wildtier-Management. Für dieses Modell lobbyieren nun auch Tierschützer.

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Tessiner Jagdgegner: Carl Sonnthal.

zVg

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An der Anti-Jagd-Front ist etwas im Busch: Jagdgegner planen nämlich neue jagdkritische Volksinitiativen. Unter anderem sollen nach dem Vorbild des Kantons Genf Jagdverbote eingeführt werden. Das bestätigt der Tessiner Tierschützer Carl Sonnthal gegenüber BLICK: «Wir starten sobald als möglich. Unser Ziel ist mehr Tierschutz.» Noch sei aber offen, ob man kantonale Volksinitiativen oder gleich eine eidgenössische Initiative lancieren werde.

In Genf gilt seit 1974 ein Jagdverbot für unprofessionelle Jäger. An deren Stelle übernehmen aktuell rund zehn staatliche «Umwelthüter» nicht nur das Wildtier-Management, sondern auch die Betreuung der Naturreservate und die Überwachung der Fischerei.

Treiben Aargauer Jäger zur Verzweiflung: Wildschweine (Archiv) play
In Genf wird praktisch nur Wildschwein-Bestand reguliert. Keystone

Per Abschuss reguliert werden in Genf vor allem die Wildschwein-Bestände. So wurden 2014 gemäss eidgenössischer Jagdstatistik 176 Wildschweine, zehn Füchse und ein Reh geschossen. Zudem dürfen Bauern zur Vergrämung Krähen schiessen, allerdings nur auf den Feldern. «Das Beispiel Genf beweist, dass es – auch in der dicht besiedelten Kulturlandschaft – ohne Jäger geht», so Sonnthal.

Genfer Jagdverbot «lokal erfolgreich»

Seit der Mitte der 1970er-Jahre habe sich die wilde Fauna in Genf massiv verbessert, erklärte der kantonale Fauna-Inspektor Gottlieb Dändliker kürzlich an einer Fachtagung. Das liege zwar nicht allein am Jagdverbot, aber: «Das Jagdverbot hat aus ökologischer Sicht eine positive Entwicklung unterstützt.»

Dändliker macht aber klar: «Dass das Genfer Jagdverbot lokal als erfolgreich bezeichnet werden kann, heisst aber noch nicht, dass es ohne weiteres exportierbar ist.» Jede Gemeinschaft müsse selber «seine besten Lösungen finden».

Für Genf als Stadtkanton sei es jedenfalls eine günstige Lösung, koste das ganze Wildmanagement doch nur rund 1,2 Millionen Franken pro Jahr. «Das ist billiger als eine Tasse Kaffee pro Genfer Einwohner.» Aber jede Gemeinschaft müsse für sich selbst «seine besten Lösungen finden, zum Wohl seiner Bevölkerung und seiner Natur».

 «Ohne Jagd geht es nicht»

Das Genfer Modell funktioniere in einem urban geprägten Kleinstkanton, räumt David Clavadetscher vom Verband Jagd Schweiz ein. «Das Beispiel zeigt aber auch, dass es ganz ohne Jagd nicht geht.» Das Modell lasse sich jedenfalls nicht auf die ganze Schweiz ausweiten. 

«In der Schweiz gibt es rund 26'000 private Jäger. Die Kosten für den Staat wären immens, wenn deren Aufgabe von staatlichen Jägern übernommen werden müssten.» Der Staat verdiene sogar an den Jägern, dass diese «ihre Arbeit nicht nur gratis machen, sondern auch noch dafür bezahlen». Es mache keinen Sinn, an den bewährten Modellen in den Kantonen irgendetwas zu verändern.

Sonnthal sieht das anders: «Es ist sehr beschämend – eine Unkultur – dass Kantonsbehörden zum Spass für die Jäger attraktive Jagden organisieren wie die Trophäenjagd, und über derartiges Blutgeld Einnahmen generieren.»

Publiziert am 09.02.2016 | Aktualisiert am 15.02.2016
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  • christoph  eschbach aus pratteln
    15.02.2016
    Haha Dumm wie Stroh alleine im Graubuenden muessen jedes jahr ca5000 tiere erlegt werden .Bei der jagt geht es auch darum dass es keine Inzest gibt unter seinesgleichen in Herden da das ktankheiten ausloesen kann .Nun wieder die nichtsnutzige n Tierschuetzer.Ihr seit doch das gewesen die den Baer der dann im Albulatal geschossen werden musste gefuettert habt und er dann zu nahe an Menschen rankam es waren genau solche wie ihr Tierschuetzer die keine Ahnung haben
  • Ovis   Colonus 09.02.2016
    Wir habe keine Anhung von der Materie, aber wir sind für Umwelt und Tierschutz. Gehen dann nach Deutschland das Billige Fleisch Kaufen. Weil in der Schweiz die Metzger Abzoker sind. Schweizer Logik
  • Abbas  Schumacher , via Facebook 09.02.2016
    Nur noch staatlichen Jäger? Mal überlegt, wie viele es braucht, um in der ganzen Schweiz das Wild zu regulieren? Jeder Jäger muss eine Prüfung machen, die Jagt ist kein Schiessbuden Schiessen! Aber mit den sogenannten Tierschützer darüber diskutieren, bringt nichts!
    • Carole  Liechti 10.02.2016
      Mit den sogenannten Jägern darüber zu diskutieren bringt genauso nichts! Sie wollen töten und nicht schützen, schon mal überlegt? Und ja, die "Prüfung" ist ein Witz und scheinbar werden die Übungen am Schiessstand gemacht, oder erklär mir die alljährlichen Jagdunfälle?
  • Carole  Liechti 09.02.2016
    Es wird langsam Zeit, dass die Freude an der Jagd und die Lust am Töten endlich verboten wird, und Menschen, die wirklich ein Interesse an Wald und Tier haben, für sie schauen.

    Ach ja: ich rufe bei jeder Jagd die Polizei, da ich mich bedroht fühle im Wald von grünen Männern mit Gewehren. ...kann ja jeder kommen und sagen, es sei Jagd oder er sei Jäger. Neinnein...das sollen meine Freunde und Helfer klären!
    • Hans  Grüter 09.02.2016
      Dann hoffe ich doch, dass Sie das nächste Mal eine saftige Busse bekommen, wenn Sie die Polizei an der Nase herumführen. Die hätte nämlich definitiv Besseres zu tun.
    • Carole  Liechti 10.02.2016
      Nun Lutz Werner: wie soll ich wissen, was die grünen Witzfiguren im Wald da tun? Ist ja nichts angeschrieben...ergo hat das mit Aufklärung zu tun und nicht mit an-der-Nase-herumführen.
      Ich will mich schliesslich im Wald sicher und nicht bedroht führen

      ...darfst aber gerne weiter hoffen...
  • marcel  kohli 09.02.2016
    ist euch allen aufgefallen, das es immer nur städter sind die hier so negative kommentare schreiben.? mein vorschlag an alle städter: ich fange alle wölfe ein und bringe sie mit einem sattelschlepper in alle grossstädte, und lasse für euch die "so tollen" tiere frei. so ca. pro stadt 5stück. ihr wäret alle die ersten die nach einem jäger schreien würden. weil sie euch die hunden und katzen fressen würden und euch euren rasen und die veranda verkacken täten. und nachtruhe gibts nie mehr.
    • Carole  Liechti 10.02.2016
      Eehm...was soll ein Wolf in seinem "natürlichen" Lebensraum "Stadt"?
      Da werden Äpfel mit Birnen verglichen.