Umstrittener Sitz seiner Firma: Geri Müller hat wieder eine Stadthaus-Affäre

Hat der Badener Stadtammann aus «Geri-Gate» nichts gelernt? Die private Firma von Geri Müller hat ihren Sitz im Rathaus von Baden.

Geri Müller hat verdächtige Post erhalten (Archiv) play
Macht wieder von sich reden: Geri Müller. Keystone

Top 3

1 AC/DC rockt die Schweizer Politik Teuflische CVP-Bundesrätin
2 «Ein grosses Problem» «Pro Service public»-Initiant zweifelt an...
3 Debatte im Nationalrat Homosexuelle sollen Stiefkinder adoptieren dürfen

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
109 shares
58 Kommentare
Fehler
Melden

Der Badener Stadtammann Geri Müller (55) nutzt seinen Amtssitz bekanntlich nicht nur zum Regieren. Mit der Affäre um seine Nackt-Selfies dominierte der Grüne letztes Jahr wochenlang die Schlagzeilen. Entstanden und verschickt worden sind die pikanten Bilder des Politikers unter anderem im Stadthaus von Baden AG. «Geri-Gate» kostete Müller fast das Amt.

Trotzdem scheint der Lern-Effekt beim Politiker überschaubar. Seit Mai 2015 wird im Stadthaus Baden nämlich nicht mehr nur regiert. Laut Handelsregister werden dort auch «Künstler betreut» oder «Tonträger produziert und vertrieben». 

Denn: Der Regierungssitz ist auch der ungewöhnlich pompöse Firmensitz der «Gibellina-Arts AG» – der Künstler-Agentur von Stadtammann Geri Müller. Adresse der Aktiengesellschaft: Rathausgasse 1 – die Adresse des Badener Stadthauses.

Dass eine private Firma im Badener Regierungsgebäude domiziliert ist, erstaunt SVP-Nationalrat Andreas Glarner (53): «Das Benutzen der Adresse ist ein Missbrauch. Mit  so einem Domizil wird natürlich Seriosität erschlichen», sagt der Aargauer. Glarner ist selber Gemeindeammmann von Oberwil-Lieli AG. Und meint: «Es käme mir nie in den Sinn, das Gemeindehaus als Firmensitz zu missbrauchen. Als Nationalrat könnte ich ja auch gleich das Bundeshaus als Firmensitz angeben.»

Werden im Badener Stadthaus also tatsächlich CDs gepresst? Geri Müller selber reagiert sofort, als ihn BLICK auf den ungewöhnlichen Firmensitz anspricht: «Es handelt sich hier um einen Fehler. Ich habe umgehend veranlasst, dass die Adresse korrigiert wird», so Müller. Der Politiker gibt an, die Firma sei seit einiger Zeit sowieso inaktiv: «Die Gibellina-Arts AG belegt selbstverständlich keine Räume im Stadthaus.» Wie es zum Fehler kommen konnte, ist für Müller nicht mehr nachvollziehbar: «Da war wohl ein Praktikant am Werk», sagt er.

Für SVP-Nationalrat Glarner bleibt trotzdem ein schaler Nachgeschmack: «Geri Müller hat seine Lektion offenbar nicht gelernt. Regierungsgebäude sind zum Regieren da. Ausserdem hat er die Adressänderung ja selber unterschrieben.»

Geri Müller hat übrigens schon eine neues Domizil für seine Firma gefunden: «Ich habe jetzt meine Privatadresse angegeben.»

Publiziert am 07.12.2015 | Aktualisiert am 08.12.2015
teilen
teilen
109 shares
58 Kommentare
Fehler
Melden

Treibt Geri Müller es zu bunt?

Abstimmen
Nackt-Selfie-Affäre: Geri Müller entschuldigt sich

TOP-VIDEOS

58 Kommentare
  • greg  Dusky 09.12.2015
    der lernt es nie, genau so wenig wie seine grünen KollegInnen.
  • Urs  Schaad aus Zürich
    08.12.2015
    Wenn die bürgerlichen Moralapostel den Geri nicht mehr in Baden regieren lassen wollen, dann ist es doch sinnvoll, wenn er während seiner Arbeitszeit sein privaten Geschäfte vorantreibt. So wird er nach einer allfälligen Abwahl nicht als Arbeitsloser die Kassen belasten. Und ganz ehrlich: Viele Politiker würden weniger Schaden anrichten, wenn sie in ihren politischen Ämter ausschliesslich ihre privaten Geschäfte führen würden.
  • Ruedi  Voser 08.12.2015
    O.K. das ist jetzt nicht ganz clever, aber das schadet der Gemeinde nunllkommanull. Bin kein grün oder Geri Fan, aber die Hetzkampage gegen ihn finde ich total übertrieben. Da gibt es viel, viel grössere Kaliber z.B. im Parlament oder Kommunen, die für die Presse ergiebiger wären. Aber die haben mehr Einfluss und würden sehr wahrscheinlich die Werbeeinnahmen der Blätter gefährden.
  • Renato  Wyss aus Wallisellen
    08.12.2015
    Ein normaler Mensch ist lernfähig. Wer aber regelmässig ins Fettnäpfchen tritt, hat in der Exekutive nichts mehr verloren!
  • H.   Heller aus Zürich
    08.12.2015
    Ein "Praktikant" kann die Anmeldung beim Register gar nicht machen, da braucht es Unterschriften, Auwweise, Beglaubigungen und noch einiges mehr. Das hat der leibe Geri ganz schön selbst gemacht. Gleichzeitig schanzt er seiner Firma ja auch lukrative Aufträge zu. So war das wenigstens in der Vergangenheit, wie seine damalige Sekretärin treuherzig vor den Medien verkündete. Söihäfeli-Söideckeli gilt eben auch in Baden.