SVP-Amaudruz nach 1,92 Promille-Suff-Fahrt auf Abwegen Wird sie jetzt aus dem Verkehr gezogen?

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Die Senkrechtstarterin ist aus der Spur geraten. Céline Amaudruz (37), SVP-Nationalrätin aus dem Kanton Genf, räumte diese Woche ein, dass sie in der Nacht vom 10. auf den 11. Dezember betrunken Auto gefahren war. Ergebnis des Alkoholtests: 1,92 Promille, wie die Zeitung «Le Temps» präzisierte. Ein Taxifahrer hatte die Ordnungshüter alarmiert, weil er ein Auto bemerkt hatte, dass auf Zickzack-Kurs unterwegs war.

Dieser Alkoholpegel sei kein Kavaliersdelikt, sagen Experten. «Mit 1,92 Promille ist man sicher nicht mehr fahrtauglich», sagt Verkehrspsychologe Patrick Müller (50). Die gesetzliche Grenze liegt bei 0,5 Promille, weil darüber die Reaktionsfähigkeit und andere Leistungsbereiche deutlich eingeschränkt seien. «Wenn jemand mit dieser Menge Alkohol im Blut es fertig bringt, ein Auto zu lenken, dann deutet dies auf eine starke Alkoholgewöhnung hin.»

Stefan Siegrist (55), Stellvertretender Direktor der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU), ergänzt: «In solchen Fällen liegt ein starker Hinweis vor, dass jemand ein Alkoholproblem hat.» Den Fahrausweis müsse Amaudruz sowieso abgeben. Und: «Ab 1,6 Promille ist eine medizinisch-psychologische Abklärung zwingend. Dabei wird überprüft, ob jemand den Fahrausweis zurückerhält», sagt Siegrist. Erfahrungen hätten gezeigt, dass ein Fahrausweisentzug und «kostenpflichtige Nachschulungen gute Ergebnisse» erzielten.

Pikant ist aber nicht nur Amaudruz Blau-Fahrt, sondern auch die Tatsache, dass Amaudruz noch vom Polizeiposten aus SVP-Bundesrat Guy Parmelin (57) anrief. In Gesprächen betont die Genferin immer wieder, wie eng ihr Verhältnis zum Verteidigungsminister sei. Sie sehe ihn fast wöchentlich, telefoniere und besuche ihn regelmässig in seinem Büro im Bundeshaus Ost.

Sicher ist: Mit niemandem in der SVP-Fraktion hat der VBS-Chef einen so engen Kontakt wie mit der UBS-Bankerin. Für beide waren die vergangenen Monate in ihren politischen Karrieren zentral. Er schaffte es überraschend auf das SVP-Dreierticket, sie im April ins Präsidium der Volkspartei. Aus der für die SVP schwierigen Romandie rückten die beiden plötzlich an die Schalthebel der Macht in der Rechtspartei – und der Eidgenossenschaft.

Publiziert am 25.12.2016 | Aktualisiert am 25.12.2016
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  • Michel  GASSER aus Meyrin
    26.12.2016
    Die Westschweizer Presse gibt eine heikle Version ans Licht, wie sie erwischt wurde : sie fuhr zuerst mit dem Taxi, und verlangte vom Chauffeur, sie bei ihrem Auto auszuladen. Darauf hatten der Taximan und ein Passant sie gewarnt, sich nicht in diesem Zustand ans Steuer zu setzen. Der Taximan informierte sie auch, er würde die Polizei anrufen, aber sie wollte nichts hören, und fuhr los. Danach wurde die Zentrale 117 alarmiert. (Tribune de Genève, 23.12.2016).
  • Adrian  Rüst , via Facebook 26.12.2016
    2 Promille ist nicht einfach lustig eins über den Durst getrunken. Das ist hackevoll! Fahren in diesem Zustand ist schlicht kriminell. Peinlich und typisch SVP. Die Partei stürzt sich auf jede Jungpolitikerin, die geradeaus laufen kann und bugsiert sie sofort in höchste Ämter. Die Tauglichkeit ist egal. Da man in dieser Partei nach der Pfeife der Alten tanzen muss, kommen kaum Junge nach - und was kommt, wird verheizt, ist rechtsbraun oder taugt sonst nicht viel.
  • Paul  Bosshart 26.12.2016
    Herr Marti,bitte nicht so scheinheilig.Wenn alle Politiker,die ich schon besoffen Autofahren sah aus dem Verkehr gezogen würden,gäbs jedes Jahr Neuwahlen
  • Gerhard  Gschwend aus Weinfelden
    26.12.2016
    Prost Frau Amaudruz!!!Da kann auch Minister Parmevin nicht mehr helfen. Spass beiseite...Könnte man der Madame nicht einen Promille- Mess-Chip mit Blasvorrichtung in Ihrem Auto einbauen, welcher bei Ueberschreitung von 0,5 Promille den Anlasser blockiert?
  • René  Müller 26.12.2016
    Wenn bei ALLEN diese Messlatte angelegt würde, wären bis auf ein paar Blaukreuzler die Ratssääle in der ganzen Schweiz leer. Die Dame bekommt ihr Lerngeld und damit hat sichs. Das ist nichts für, oder gegen die SVP. Das ist einfach Tatsache.
    • Chris  Portavoz 26.12.2016
      Ich würde eher meinen, dass sie ihr Lehrgeld ZAHLEN MUSS und das ist gut so.
    • Ulrich  Schwab 26.12.2016
      1.92 Promille ist nicht nur ein bisschen Alkohol. Das ist stockbesoffen.