Staatshilfe für Star-Autor 140'000 Franken für Martin Suter

Martin Suter verdient Millionen als Schriftsteller. Trotzdem wird er mit Steuergeldern unterstützt! Sogar für Lese-Reisen gibts Geld.

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Grosser Auftritt für Schriftsteller Martin Suter: Im Schauspielhaus Zürich liest er heute erstmals aus seinem neuen Roman «Montecristo». Das Buch dürfte geradewegs an die Spitze der Bestsellerlisten schiessen. Der 66-jährige Suter – oft auf Reisen und stets in feinsten Massanzügen unterwegs – ist der kommerziell erfolgreichste Literat der Schweiz. Umso erstaunlicher: Er ist auch einer der meistgeförderten.

Obwohl Suter mit Bestsellern und Filmrechten Millionen umsetzt, öffnet die Kulturstiftung Pro Helvetia gerne ihre Steuergeld-Schatulle, wenn es darum geht, die Marke Martin Suter im Ausland zu stärken.

Nach offiziellen Angaben hat Pro Helvetia den Autor seit 2003 indirekt mit exakt 139'530 Franken unterstützt. 2050 Franken flossen für Suter-Lesungen in Deutschland, der grosse Rest (137 480 Franken) wurde für Übersetzungen von Suter-Büchern gesprochen. Ein beträchtlicher Teil dieser Mittel floss in Sprachräume mit einem grossen Lesepublikum, wo Suter-Romane auch ohne Staatshilfe ein gutes Geschäft sein könnten – etwa nach Grossbritannien oder Spanien. Auch für eine französische Übersetzung genehmigte Pro Helvetia zuletzt 2013 einen Beitrag von 8850 Franken, obwohl Suter in Frankreich diverse Erfolge vorzuweisen hat.

Hat Pro Helvetia also das eigene Förderreglement verletzt, wonach nur Projekte unterstützt werden dürfen, die finanziell nicht tragbar sind? Gilt bei der Stiftung: Je erfolgreicher, desto Steuergeld?

Nein, heisst es bei Pro Helvetia. Übersetzungen seien wichtig, um neue Sprachräume und Märkte für die Schweizer Literatur zu erschliessen. Nur weil sich ein Buch hierzulande gut verkaufe, heisse das nicht, dass es auch anderswo erfolgreich sein werde. Zudem könne Suter im Ausland als «Türöffner» für andere Schweizer Schriftsteller dienen. Pro Helvetia hält zudem fest:

«Das Geld geht an die Übersetzer, nicht an Martin Suter oder seinen Diogenes-Verlag.»

Suter ist nicht der einzige Bestseller-Autor, der sich über tüchtige finanzielle Unterstützung von Pro Helvetia freuen darf. Auch der Genfer Joël Dicker (29): Sein Krimi «Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert» brachte Dutzende Millionen Franken ein. Das hielt Pro Helvetia aber nicht davon ab, nach dem Supererfolg noch fünf Übersetzungsbeiträge von 31'900 Franken zu bewilligen.

Diese Förderpraxis kommt nicht überall gut an. «Altgedienten, erfolgreichen Autoren wie Martin Suter Steuergelder nachzuwerfen, das ist nicht korrekt», findet etwa SVP-Politiker und Schriftsteller Oskar Freysinger.

BestsellerAutor Martin Suter war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Publiziert am 25.02.2015 | Aktualisiert am 25.02.2015
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Love Food: Inspiriert von Martin Suters «Der Koch»

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12 Kommentare
  • Erich  Chiavi , via Facebook 25.02.2015
    Wir haben immer mehr Staatliche Institutionen die das Geld leicht auf die Schultern nehmen weil sie es nicht selbst verdienen müssen und dadurch überall gut dastehen möchten.Ein Schriftsteller muss wie alle KMU selbständig ohne Zusatzgelder auskommen. Wenn alle kleinen KMU so unterstützt werden wäre das ja noch gerecht.Pro Helvetia lebt schon lange über ihr Verhältnis mit unseren Steuergelder wie passt das in die Heutige Zeit,die können das Geld zum Fenster heraus schmeissen.
  • Peter  Risi aus luzern
    25.02.2015
    So läuft es leider bei Pro Helvetia. Man gibt dem, der schon hat. Auch bei anderen Stiftungen geht es so. Man will sich als Stiftung selber mit dem Künstler profilieren. An der eigentlichen Kernaufgabe, der Förderung von jungen, talentierten Künstlern, besteht leider selten ein Interesse.
  • Regula  Hiltebrand aus Au
    25.02.2015
    Das jungen Autoren geholfen werden muss, bis sie einmal Leben können von ihrem Job begreife ich.
    Martin Suter ist ein ganz toller und fleissiger Autor und ich selber lese seine Bücher sehr gerne. Ich finde es aber nicht nötig, dass er weiter unterstützt wird, denn er verdient Millionen.
  • Urs  Hagen , via Facebook 25.02.2015
    Arbeiten für Geld? Wichtig ist die richtige Zitze am Euter von Bund, Kantone, Ämter oder Organisationen zu finden aus denen Geld fliesst, dann hängt man so lange dran bis nichts mehr kommt und wechselt auf eine andere.
  • Paul  Meier aus Bergdietikon
    25.02.2015
    Zeit über die Bücher zu gehen.... Entweder unterstützt Pro Helvetia was sie sollten - oder man spart sich das Geld!