SRF-Prestigesendung verliert mit neuem Konzept Zuschauer Quotenjammer bei der «Arena»

Das ist eine Ohrfeige fürs Schweizer Fernsehen! Ausgerechnet die renommierteste Polit-Show des Senders, die «Arena», steckt im Quotentief.

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BLICK liegen die Zuschauerzahlen der letzten zwei Jahre vor – und die zeigen es deutlich: Die «Arena» kämpft um die Gunst des TV-Publikums!

Im Schnitt erreichte die Sendung 2015 noch einen Marktanteil von 18 Prozent, was einer Reichweite von 165'000 Zuschauern entspricht. Ein Jahr zuvor waren es immerhin noch 19,6 Prozent (188'000 Zuschauer).

Der «Arena»-Gründer und heutige Zürcher Stadtrat Filippo Leutenegger (63) kann bei diesen Zahlen nur leer schlucken. Als er von 1993 bis 1999 die Debatten leitete, lag der Marktanteil deutlich über 30 Prozent. «Ich bedauere es sehr, dass immer weniger Leute zuschauen. Die Sendung ist ein wichtiger Beitrag für die Meinungsbildung in unserer Demokratie», so Leutenegger.

Da sieht Reto Brennwald (52), «Arena»-Moderator von 2008 bis 2010, ähnlich. «Doch die Konkurrenz ist gross», erklärt er. «‹Sonntalk› oder ‹Talktäglich› auf Tele Züri sind genauso gut gemacht.»

Eine generell düstere Zukunft für TV-Sendungen sieht Patrick Rohr (47), von 1999 bis 2002 Moderator und Redak­tionsleiter der «Arena». «Informationsbeschaffung passiert heute auf vielen Kanälen, das Fernsehen ist nur einer davon.»

SRF bestätigt die sinkenden Zuschauerzahlen. «Doch die ‹Arena› richtet sich nicht primär nach möglichst quotenträchtigen Inhalten aus», sagt Sprecher Stefan Wyss. «Es geht vielmehr um die politische Auseindersetzung in unserer Demokratie.»

Deutlich spürbar ist der «Arena»-Quotenjammer bei den Studiogästen, den Parlamentariern. «Die Sendung hat an Relevanz verloren», sagt SVP-Nationalrat Lukas Reimann (33). «Die Zeiten, als die ‹Arena› eine Abstimmung mitentscheiden konnte, sind vorbei. Früher bekam ich nach einer Sendung bis zu 600 E-Mails. Heute deutlich weniger.»

Seit 2014 hat die «Arena» einen neuen Moderator und Redaktionsleiter. Jonas Projer (34) verpasste der Sendung ein neues Konzept. «Damit hat sie sich für mich totgelaufen», sagt SP-Nationalrätin Min Li Marti (41). Für sie sei die «Arena» nun zu strukturiert. «Es wird nicht mehr spannend debattiert.»

Trotz Quotenkrise: SRF hält am eingeschlagenen Kurs fest. «Mehr Versachlichung, mehr Relevanz, mehr Vertiefung mit dem Ziel, dass sich das Publikum eine eigene Meinung bilden kann», so SRF-Sprecher Wyss. Und dafür sorgt heute um 22.20 Uhr auf SRF 1 kein Geringerer als Bundespräsident Johann Schneider-Ammann (63) als Studiogast.

Publiziert am 08.01.2016 | Aktualisiert am 08.01.2016

Die Top 3

1. 298'372 Zuschauer
16. Januar 2015 «Das Wirtschaftsbeben – der Euro-Mindestkurs ist aufgehoben»
Marktanteil: 26,6 Prozent

2. 271'324 Zuschauer
23. Januar 2015 «Die Islam-Arena»
Marktanteil: 25,0 Prozent

3. 225'669 Zuschauer
4. September 2015 «Wahlarena – EU/Migration»
Marktanteil: 24,4 Prozent

Die Flop 3

1. 77'536 Zuschauer
13. November 2015 «Kampf auf der Baustelle – Sozialpartnerschaft auf der Kippe» (am Abend des Paris-Attentats)
Marktanteil: 7,9 Prozent

2.118'804 Zuschauer
13. Februar 2015 «Abstimmungs-Arena: Initiative Steuerfreie Kinder und Ausbildung»
Marktanteil: 9,7 Prozent

3. 111'717 Zuschauer
9. Oktober 2015 «Adieu Bundeshaus»
Marktanteil: 10,4 Prozent

Die «Arena» machte Politik TV-tauglich

Zürich – Die «Arena» entstand 1993 und war eine Weiterentwicklung der «Freitagsrunde». Unter der Leitung des heutigen FDP-Politikers Filippo Leutenegger (63) war das ursprüngliche Konzept der Sendung die Konfronta­tion zweier Politiker und ihrer Meinung. Die Sendung hatte auf Anhieb Erfolg und erzielte hohe Einschaltquoten. Seither wird am Freitag um 22.20 Uhr auf SRF 1 über Schweizer Politik diskutiert. Die «Arena» gilt als wichtiger Faktor in der Meinungsbildung. Für einen Schweizer Parlamentarier ist die «Arenatauglichkeit», die Fähigkeit im TV-Studio zu debattieren, fast schon Voraussetzung.

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Gefällt Ihnen die «Arena» in der heutigen Form?

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58 Kommentare
  • Benedikt  Jorns , via Facebook 08.01.2016
    In früheren Arena-Sendungen erhitzten sich die Gemüter oft stark. Die Spannung übertrug sich auf uns Zuschauer. Der Diskussionsleiter hielt die Zügel locker und löschte das aufkommende Feuer nicht gleich wieder aus. Jonas Preuer steht als rasch einschreitender Diskussionsleiter zu stark im Vordergrund. Das lässt bei uns Zuschauern den Puls nicht höher steigen. Die Tasten für die Senderwahl verlocken uns zum Schnüffeln in der weiten Fernsehwelt.
  • max  gerster 08.01.2016
    SRF ist für mich schon lange gestorben, nicht einmal das Meteo sind Sie in der Lage pünktlich zu senden. Und dann immer diese dofe Werbung. So viel kann ich gar nicht erbre... und für das zahlen wir immer noch. Bei unseren Nachbarn klappt das aber um Welten besser. Kein aber jetzt, Punkt und fertig.
  • Charlie  Müller aus Nidau
    08.01.2016
    Solange der Clown, genannt Moderator, unprofessionell Diskussionsrunden versucht zu leiten, wirds ein Zirkus Minimus bleiben.
  • hans  schwenki 08.01.2016
    Wichtig bei einer solchen Sendung ist,dass jeder nicht nur seine Frasen runterleiert ,sondern GUT Vorbereitet ist und auf das gehöhrte und auf die genaue Vorlage sien Kommentar spricht.
  • jean-claude  niederhoffer aus bern
    08.01.2016
    so lang wir ein so 08/15 direktion haben wird es nicht besser kommen De weck und kompanie sollte längt weck vom fenster die sind ja nicht mal in der lage ein fernseher ein zu schalten
    • Anselm-Gilbert  Karlen aus Naters
      08.01.2016
      Wenn ich an Teleblocher denke muss ich daran denken, dass die anderen 70 Prozent, die nicht SVP schauen wollen, auch ein TV einschalten können und da ist mir SFDRS noch lieber als Tele Zürich mit Mörgeli und Teleblocher mit alt NR Blocher. All die, die keiner Sekte angehören, möchten doch neutrale ungesiebte Informationen erhalten und rechergierte Beiträge hören und sehen und nicht nur SVP Propagande mitbekommen wie in vielen Diktaturen gang un gäbe.