Rentenalter 67 Die Angst der SVP vor der eigenen Basis

BERN - Die bürgerliche Mehrheit im Nationalrat will das Rentenalter erhöhen. Doch manchem SVPler passt das nicht.

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Für einmal schien es mit dem Schulterschluss von SVP und FDP geklappt zu haben. Die rechte Mehrheit in der Sozialkommission des Nationalrats (SGK) einigte sich vor vier Wochen darauf, das Rentenalter auf 67 Jahre zu erhöhen – wenn die AHV in finanzielle Turbulenzen geraten sollte. Manche der Rentenkürzungen der bürgerlichen Kommis­sionsmehrheit gingen sogar dem Arbeitgeberverband zu weit.

Übernächste Woche kommt die Altersvorsorge in den Nationalrat. Dort wird sich zeigen, dass ausgerechnet in der SVP eine Reihe von Parlamentariern ganz und gar nicht einverstanden ist mit einer Erhöhung des Pensionsalters. Sie haben Angst, die eigene Basis vor den Kopf zu stossen.

«Ich bin strikt gegen eine Rentenalter-Erhöhung. Ich ändere nach den Wahlen nicht einfach meine Meinung», sagt SVP-Nationalrat Felix Müri (58). Das sei seine persönliche Haltung, so der Luzerner. Er betont aber auch: «Wir müssen als Partei aufpassen. Unter unseren Wählern sind viele Büezer und Bauern. Die sollen mit 65 in Rente gehen können. Sie haben genug gearbeitet in ihrem Leben.» Er sei sich jedenfalls sicher, dass die SVP-Basis von einem höheren Rentenalter nichts wissen wolle.

Müri steht nicht allein. 15 SVP-Nationalräte sagten vor den Wahlen im vergangenen Oktober auf der Plattform Smartvote Nein oder eher Nein zu einem höheren Rentenalter. Unter ihnen auch der damals noch ins Parlament gewählte heutige Bundesrat Guy Parmelin (56). Bleiben sie auf ihrer Linie, ist der SGK-Vorschlag vom Tisch.

Ulrich Giezendanner (62), SVP-Nationalrat und Mitglied der SGK, will lieber mit der SP einen Kompromiss suchen, als dass die Schweizer länger arbeiten müssen, wie die «Schweiz am Sonntag» berichtete.

Doch es sind nicht nur die altgedienten SVPler, die sich in dieser Frage getrauen, von der Losung der Volkspartei abzuweichen. Nationalrat Marcel Dettling (SVP/SZ), mit 35 ein Jungspund der Rechtspartei, sagt ebenfalls deutlich «njet».

Klar müsse man aufpassen, «dass wir Junge keinen Schuldenberg erben», so der Innerschweizer. «Aber eine generelle Erhöhung des Rentenalters hat derzeit keine Prio­rität.»

Publiziert am 18.09.2016 | Aktualisiert am 04.12.2016
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15 Kommentare
  • Markus  Baumann aus Pfäffikon
    19.09.2016
    Im Kanton Schwyz versucht die SVP, mit der Flat Rate Tax den Mittelstand zu schröpfen. Mit der Erhöhung des Rentenalters wird wieder der Mittelstand zur Kasse gebeten.
    Bei den nächsten Wahlen wird die SVP von mir keine einzige Stimme bekommen, auf die sie sonst hat zählen können. Ich glaube, dass viele SVP-Wähler ähnlich wie ich reagieren könnten. Ob die SVP sich die Sache gut überlegt hat?
  • Philipp  Rittermann 19.09.2016
    es ist ein "offenes geheimnis", dass die basis der svp mehrheitlich für die ahv+ ist. unsere zentral-partei tut gut daran, sich hier mit gegenargumenten zurück zu halten. wir müssen den "liberalen...", welche mit ihrer fünfer-und-weggli-politik nur für die ihren schauen, gegensteuer geben.
  • Dracomir  Pires aus Bern
    19.09.2016
    Als SVP-Wähler bin ich wie die SVP-Basis klipp und klar gegen ein höheres Rentenalter. Das Geld ist ja vorhanden, nur wird es im Ausland verpulvert. Zudem möchte ich nicht die eigenen Jungen auf dem Arbeitsmarkt konkurrieren. NEIN zum Rentenalter 67.
    • Regula  Hiltebrand aus Au
      19.09.2016
      Damit ein höheres Rentenalter überhaupt Chance hat, müsste den älteren Bürgern +50 ein gesicherter Job zustehen. Einfach länger arbeitslos zu sein, wer will dies schon?
  • Max  Neeser aus Zofingen
    19.09.2016
    Der SVP gehören sicher mehr ältere Leute an. Einerseits sind die Loby bei den Bauern für super Grundeinkommen, jedoch bei den Rentner darf es 10 Prozent nicht sein Einzelrente neu ca. 2400 Fr. Die Reiche Schweiz hat für alles Geld nur nicht für solche die ein Leben lang gearbeitet haben. Als Volks - Partei bitte auch was für das Schweizervolk tun. ZB. einmal die Krankenkosten voll in den Teuerungsausgleich aufnehmen. Dann sieh es bei den Jungen bis zu den Alten anders aus!
  • roland  müller 18.09.2016
    Jemand, der pro Jahr 500000 Franken verdient, zahlt 4,2 Prozent, das heisst 21000 Franken AHV - Arbeitnehmerbeitrag. - Jemand der "nur" 85000 Franken verdient, zahlt auch 4,2 Prozent, das sind 3570 Franken. - Und beide bekommen mit 65 Jahren und 45 Beitragsjahren 28200 Franken Rente. Ich kann verstehen, warum die Reichen von FDP und SVP viel lieber das Rentenalter erhöhen wollen, statt die Beitragsprozente. Der dumme Büezer, der nicht rechnen kann, merkt das ja nicht :-).