Reiche Ausländer Aufenthaltsbewilligung für 102'000 Franken

Das Beispiel Ungarn zeigt: Für 60'000 Euro kommt man zu einer EU-Aufenthaltsbewilligung. In der Schweiz muss man mindestens 100'000 Franken pro Jahr hinblättern.

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Wer Geld hat, für den ist es ganz einfach. Reiche Ausländer kommen durch die Pauschalbesteuerung ganz einfach zu einer Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz und damit im ganzen Schengenraum. 

«Erfahren Sie die Vorteile der Pauschalbesteuerung im Wallis» wirbt zum Beispiel das Treuhandbüro Fiduciaire Rhodanienne SA in Siders um reiche Ausländer. Wer als Ausländer seinen Steuersitz ins Wallis verlegen möchte, muss bloss vor allem eins sein: reich.

Wer ein Vermögen von mindenstens einer Million Franken, sowie mindenstens ein jährliches Einkommen von 250'000 Franken aufweisen kann, kommt laut dem Walliser Treuhänder in den Genuss der Pauschalbesteuerung im Wallis. Ein Verheiratetes Paar kommt laut der Erfahrung des Walliser Treuhänders auf eine Gesamt-Steuerbelastung von rund 102'000 Franken.

Die Vorteile für die Wohnsitznehmer aus dem Ausland liegen laut dem Treuhänder auf der Hand: Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Einkommenssteuer mässig, man bezahlt keine Vermögenssteuer und der Erwerb von Immobilien unterliegt nicht der Lex Koller.

Aber das grösste Plus und wahrscheinlich das Hauptargument bei den meisten Kunden des Walliser Treuhänders: «Eine Aufenthaltsgenehmigung können von uns bei den zuständigen Behörden ausgehandelt werden – kontaktieren Sie uns!»

Ein spezieller Passus im Ausländergesetz macht diese Werbung bei reichen Ausländern möglich. Der erlaubt die Genehmigung einer Aufenthaltsbewilligung, solange es um wichtige öffentliche Interessen geht». Und dazu gehört offenbar auch das Aufbessern der Staatskasse durch Steuerflüchtlinge aus dem Ausland.

Viele Ausländer machen von dieser Möglichkeit Gebrauch, allen voran reiche Russen. Insgesamt 481 Personen erhielten aufgrund dieser Ausnahmeregel eine Bewilligung der Behörden. Darunter sind 148 Russen.

Beispiele aus anderen Ländern zeigen. Oft sind unter den Steuerflüchtlingen, die gleichzeitig zu einer Aufenthaltsbewilligung im Schengenraum kommen, zwielichtige Gestalten. So sah sich Ungarn, das Aufenthaltsbewilligungen für netto 60'000 Euro anbietet, plötzlich mit der Tatsache konfrontiert, dass ein vom FBI und Interpol gesuchter Saudi zu einem Aufenthaltstitel kam.

Laut Tages-Anzeiger waren auch Schweizer Treuhänder beim Erwerb von Immobilien zur Wohnsitznahme in Ungarn aktiv.

Das Nachrichtenmagazin «10vor10» machte im August das Beispiel eines reichen Russen, wohnhaft im Kanton Zug, öffentlich. Er kam in den Genuss der Sonderbewilligung. Nachbarn sagten aber aus, dass der Mann fast nie in seinem Haus anzutreffen ist. Eine der Bedingungen, den Lebensmittelpunkt in der Schweiz, erfüllt der Mann damit nicht.

Publiziert am 04.12.2016 | Aktualisiert am 05.12.2016
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13 Kommentare
  • Urs  Hagen 05.12.2016
    Man sieht es kommt nicht darauf an ob man Geld hat oder nicht ob man kriminell ist oder nicht es bekommt jeder in den Genuss sofern die Sterne gut stehen und er zum rechten Zeitpunkt im richtigen Kanton vorstellig wird und die richtigen Leute anspricht.
  • François  Wiget aus Zürich, Schweiz
    05.12.2016
    Wenn ich die Mehrheit der Leserkommentare richtig verstehe, sind 100000 Flüchtlinge, die jedes Jahr 3Milliarden dem Steuerzahler kosten, mehr Willkommen, als 5000 Bonzen, die jedes nur 3Milliarden an Steuern zahlen, obwohl sie vielleicht 5 Milliarden an Steuern zahlen könnten. Wir können uns es ja leisten noch mehr gute Steuerzahler zu verlieren - zumindest solange noch Geld da ist – das haben die Griechen auch gedacht, bis fast alle Reichen weg waren.
  • Walter  n/a 05.12.2016
    "Insgesamt 481 Personen" - in welchem Zeitraum? Das wäre wichtig zu wissen - Jährlich ist es schon nicht so viel, wenn es 5, 10 oder 25 Jahre sind, ist es ein lächerlicher Sturm im Wasserglas.
  • Ernst  Rietmann aus Weinfelden
    05.12.2016
    Es scheint, dass sich mit Geld alles kaufen lässt in der Schweiz, auch eine Aufenthaltsbewilligung, wenn man reich genug ist. Dass viele Gelder aus dubiosen Kanälen stammen dürften, ist egal, genauso, wie wenn die elementarsten Bedingungen wie Lebensmittelpunkt nicht erfüllt sind. Wie viele Finanz-Kriminelle haben auf diesem Weg schon eine Aufenthaltsbewilligung erhalten? Ich muss schon lange nur noch bitter lachen, wenn ich höre, dass vor dem Gesetz alle gleich sind.......
  • Jack   Hammer aus Rütli
    05.12.2016
    Und genau das gleiche machen viele Schweizer /Europäer die in Asien leben , nur kostet es dort viel weniger. Unser Mittelstand wird dort als Reich betwertet ...... die Reichen werden reicher und die Armen ärmer , so was es immer sein . Schade aber wahr ..die Gesetzgeber sind voll damit einverstanden weil sie das Geld kriegen .