Post bringt AHV-Rente nicht mehr nach Hause «Postfinance lässt 3000 Rentner im Regen stehen»

4000 Rentner lassen sich die AHV-Rente heute zu Hause auszahlen. Damit ist ab April 2017 Schluss. Die Postfinance will dies nur noch in begründeten Fällen anbieten. Zum Ärger der Ausgleichskassen und von CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt.

Schweizerische Post: Bringt Rentner die AHV-Rente nicht mehr Nachhause play
CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt: «Postfinance lässt 3000 Leute schlicht im Regen stehen. Das ist inakzeptabel.» KEY

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Seit 1948 gibt es in der Schweiz die AHV. Und seit 1948 liefert der Pöstler die Rente den AHV-Bezügern auf Wunsch direkt nach Hause. Rund 4000 Rentner nehmen diese Dienstleistung derzeit in Anspruch.

Damit ist ab April 2017 Schluss. Die Postfinance stellt ihren Zahlungsanweisungs-Service ein. «Die Zahlungsanweisung ist defizitär, mit hohen Sicherheitsanforderungen verbunden und wird immer weniger nachgefragt», sagt Sprecher Johannes Möri.

Es sei punkto Sicherheit auch nicht mehr zeitgemäss, Barüberweisungen von Geldbeträgen in dieser Grössenordnung zu tätigen und das Geld anschliessend in bar zu Hause aufzubewahren.

Nur noch für 1000 Personen?

Künftig sollen nur noch wenige AHV-Bezüger die Rente direkt zu Hause ausbezahlt erhalten. «Jede Ausgleichskasse hat als Orientierungsgrösse ein gewisses Kontingent erhalten, damit die Auszahlung in begründeten Fällen weiterhin in bar am Domizil erfolgen kann», so Möri. Im Moment steht die Zahl von schweizweit maximal 1000 Personen im Raum. Der Rest müsste ein Konto einrichten oder das Geld am Schalter abholen.

Ob es dabei bleibt, ist offen. «Wir sind diesbezüglich mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen in engem Kontakt und werden eine partnerschaftliche Lösung umsetzen», sagt Möri.

Ausgleichskassen protestieren

Front gegen die Kontingentslösung machen die Ausgleichskassen. Diese haben den gesetzlichen Auftrag, den Rentnern ihr Geld auf Wunsch direkt auszuzahlen. In einem Protestschreiben vom November, das BLICK vorliegt, wehren sich die Konferenz der Kantonalen Ausgleichskassen und die Schweizerische Vereinigung der Verbandsausgleichskassen gegen die «willkürliche Zuteilung» der Kontingente.

Pro Ausgleichskasse sei damit nur noch «eine Handvoll Auszahlungen» möglich. Damit werde der gesetzliche Auftrag verhindert. «Diese Vorgehensweise ist für uns unverständlich und inakzeptabel», heisst es im Schreiben. Von Postfinance erwarten die Ausgleichskassen «ein Entgegenkommen und mehr Flexibilität».

Bundesrat muss antraben

Der Protest erreicht nun auch Bundesbern. «Postfinance lässt 3000 Leute schlicht im Regen stehen. Das ist inakzeptabel», sagt CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt (SO). Die Betroffenen würden mit etwas anderem wohl nur schwer zurechtkommen. «Ihnen diese Dienstleistung zu verwehren, ist eine Bestrafung aus heiterem Himmel.»

In der Fragestunde des Nationalrats will Müller deshalb vom Bundesrat wissen, wie er «angesichts des offensichtlichen Widerstands der Postfinance» dem gesetzlichen Auftrag künftig nachkommen will.

Publiziert am 08.12.2016 | Aktualisiert um 14:39 Uhr
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  • Gary  Gast , via Facebook 08.12.2016
    mich wundert nichts mehr,bei diesen Bürgerlichen Parteien,die setzten sich sowieso nur für die Reichen ein und die Post wird immer schlechter.
    darum waren ja die Bürgerlichen dagegen das man für den Service Public stimmt.
    • Anton  Furrer aus Baar
      08.12.2016
      es sind nicht nur die "Bürgerlichen" sonst hätte die Postfinance nicht eine mehr als 100 Prozentige Gebürenerhöhung vornehmen können, denn sonst müssten ja alle nicht Bürgerlichen mehr als Fr. 7500.- dauernd auf dem Postfinancekonto haben !!
  • john  meier 08.12.2016
    bei der post wird die verwaltung aufgebläht.da gibt es jobs die brauchts einfach nicht.und wenn dann die verwaltung mal gleich gross ist wie der arbeitende rest dann wird die post pleite gehen.die überbezahlten manager merken erst dann das es sie dann auch nicht mehr braucht.
  • Eveline  Keller 08.12.2016
    Nicht das Alter ist massgebend ob jemand ein Geldkonto hat, sondern das was man zum leben hat.
    A) die 4000 Personen werden sicher keine 100 Prozent Rente haben
    B) das Eröffnen eines Kontos kostet jeden Monat Gebühren
    C) fehlt genau diesen Rentner dann auch noch diese Gebühr zum überleben
    D) daher Auszahlung für diese Personen beibehalten, aber keine Barauszahlung an Neurentner
    E) was die Post da wieder aufgleist ist einfach nur "gschämig"
  • Domenico  Gravino 08.12.2016
    Es ist Beschämend für sehr viele Rentner und ältere Personen die in abgelegenen Gegenden oder Täler Wohnen, derart aus dem Kommunikationsprozess und dem Dienstleistungsbereich ausgeschlossen werden! Dies geschah schon vor knapp 10 Jahren mit der Abschaffung der Belieferung durch Lebensmittelfahrzeuge, danach die Bankfilialen, aber das jetzt die Post dermassen rationalisiert ist für diese Leute eine Katastrophe, oder verlangt Bern das die Ur-Grosis/väter mit dem Tablet E-Banking Ausführen?
  • Renato  Besomi 08.12.2016
    Der Bundesrat unternimmt nie etwas in solchen Fällen, es geht ja ums Geld und die Post ist eine verstecktes Steuereinkommen. Es wird auch nichts unternommen gegen die Horrenden Konto Gebühren für Auslandschweizer(Postfinance Fr.25. pro Monat) Bei anderen Banken noch viel mehr. Aber wie schon einige Personen sagten, Hauptsache die Bonis stimmen.
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