Neuer ETH-Chef warnt «Ein Damoklesschwert hängt über der Schweiz»

Der Bundesrat bestimmt Martin Vetterli zum neuen ETH-Lausanne-Präsidenten. Schon bei seinem ersten öffentlichen Auftritt lehnt sich dieser weit aus dem Fenster.

«Ein Damoklesschwert hängt über der Schweiz»

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Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Der Nachfolger von Patrick Aebischer als Präsident der ETH Lausanne (EPFL) heisst Martin Vetterli. Dies hat der Bundesrat heute entschieden. Bildungsminister Johann Schneider-Ammann präsentierte den 58-jährigen, mit zahlreichen wissenschaftlichen Titeln und Preisen dekorierten Elektroingenieur aus Neuenburg heute in Bern. 

Der Bundesrat hat Martin Vetterli zum neuen Präsidenten der ETH Lausanne gewählt. (Archivbild) play
Der Bundesrat hat Martin Vetterli zum neuen Präsidenten der ETH Lausanne gewählt. (Archivbild) Keystone/LUKAS LEHMANN

Obwohl Vetterli den Job erst Anfang 2017 antritt und sich Gäste bei offiziellen Pressekonferenzen des Bundesrats üblicherweise grösster Zurückhaltung befleissigen, lehnte sich Vetterli heute politisch weit aus dem Fenster. «Ein Damoklesschwert hängt über der Schweiz – mit einer entscheidenden Abstimmung am kommenden Wochenende», sagte Vetterli (siehe Video). Klar, dass er den Urnengang zur Durchsetzungs-Initiative meinte. 

Auf Nachfrage führte Vetterli aus: Die ETH sei Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet worden, die meisten Professoren seien Ausländer gewesen, deshalb habe sich die ETH als beste Hochschule auf dem Kontinent etablieren können, so Vetterli. Er komme nicht umhin zu erwähnen, dass die Schweiz sich in einer sehr risikoreichen Situation befinde. «Wenn wir aus Horizon 2020 rausfliegen, wird die Innovationskraft und die Wirtschaft leiden. Die Leute müssen das wissen.»

SVP-Müri: «Es braucht keine Belehrungen»

Bildungspolitiker sind erstaunt über Vetterlis forsche Worte. «Der Bundesrat, das Parlament und die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) wissen sehr genau, wie wichtig die Teilnahme der Schweiz an Horizon 2020 ist», sagt WBK-Präsident Felix Müri (SVP). «Da braucht es keine Belehrungen des neuen EPFL-Präsidenten.»

Will die Schweiz auch in den nächsten Jahren Teil des EU-Forschungsprogramms Horizon 2020 bleiben, muss sie der Erweiterung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien zustimmen. Dieser Schritt ist seit der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative blockiert. Hinter den Kulissen arbeitet Bundesbern derzeit intensiv an einer Lösung des Problems.

Publiziert am 25.02.2016 | Aktualisiert am 03.03.2016
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70 Kommentare
  • Fritz  Schmid 26.02.2016
    Und was für ein Looser ist dieser Müri aus dem Kanton Luzern? Jemand gibt eine Meinung kund die nicht SVP-konform ist und da muss der SVP-ler (verwurzelt, engagiert, volksnah) gleich losbellen...
  • Christoph  Immoos aus Basel
    26.02.2016
    Ziemlich krass, was uns hier auftischt wird. Während Deutschland gerade diskutiert, straffällige Asylbewerber schon bei bedingten Strafen abzuschieben, doziert der Herr Präsident über seine vielen ausländischen Professoren, welche jetzt furchtbar Schiss haben rausgeschmissen zu werden. Sind ja auch alle Verbrecher, oder? Herr Präsident sollte sich besser auf den Inhalt und die Qualität von ETH Studien kümmern und die Beurteilung von Initiativen dem tumben Volk überlassen.
  • Mike  Wisler aus cham
    25.02.2016
    Angstmacherartikel 25437. Der nächste folgt sogleich. Erfolgreiche Länder wie zB Norwegen, Australien, Canada, Neuseeland, Island, und auch die Schweiz haben restriktivere Einwanderungsbestimmungen als Rumänien, Bulgarien, Honduras, Tunesien. Entscheide selbst wo DIE BESSERE Lebensqualität herrscht.
  • Maik  Uhlig aus Schinznach-Bad
    25.02.2016
    Ach, das kennen wir auch schon; Wenn garnichts mehr hilft, stellt man einen mit Dr.-Titeln bebammelten Gelehrten vorne hin, der dem Volk dann erzählt, dass 5 5 eben doch nicht 10 sind.Bloss gut kennen die Aufgewachten Menschen in der Schweiz auch diese Volks-Verblödungsmasche auch schon. Vernunftgründe sprechen nicht gegen die DSI, beauftragte Volksverdummer schon!!
    • Roland  Obrist 26.02.2016
      Volksverdummer gibt es schon, die politisieren für die SVP. Wache Bürger lesen den DSI Text und verstehen ihn. Deshalb kann man nur NEIN stimmen.
  • Peter  liška 25.02.2016
    Ich hatte mal ein Dr. Chemiker als Chef. Auf seinem Gebiet eine absolute Koryphäe.

    Im richtigen Leben war er leider mit dem Aufwärmen einer Fertigmahlzeit in der Mikrowelle überfordert....

    Sprich, im realen Leben sind viele hochbegabte nicht überlebensfähig und haben Probleme, wo normal denkende keine haben oder schätzen sie völlig falsch ein.

    Deshalb lassen sie uns bitte in Ruhe, mit ihren Problemen, da nur sie welche haben.