NDB-Chef Seiler geht von 21 toten Schweizer Dschihadisten aus «Der IS hat an Glanz verloren»

Gemäss Markus Seiler, Chef des Nachrichtendienstes NDB, sei der IS nicht mehr so attraktiv für Schweizer Dschihad-Touristen. Viele der bereits Ausgereisten seien ums Leben gekommen.

Markus Seiler (45), Chef des Nachrichtendienstes. play
Geht von 21 Toten aus: NDB-Direktor Markus Seiler. (REUTERS/Ruben Sprich) RUBEN SPRICH

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Seit einem halben Jahr stelle der NDB fest, dass sich kaum noch Leute aus der Schweiz dem IS anschliessen wollten: «Der IS hat an Glanz verloren», so Chef Markus Seiler in einem Interview mit den Zeitungen «Der Landbote» und «Berner Zeitung». Daher gehe der Dienst nach wie vor von 77 Personen aus, die aus dschihadistischen Motiven in Konfliktgebiete im Nahen Osten gereist seien.

Eine Rückreisewelle habe aber noch nicht eingesetzt. «Den IS zu verlassen, ist bekanntlich nicht so einfach, wie zum IS zu gelangen», so Seiler. Zudem seien «etliche Schweizer» Dschihad-Touristen gestorben. «Wir gehen inzwischen von 21 Toten aus, wovon 14 bestätigt sind und sieben unbestätigt», sagte Seiler. Aber die Überlebenden würden den Dienst sicher stark beschäftigen, wenn sie zurückkehren sollten.

400 Asylsuchende auf dem Radar

Die Problematik von Dschihadisten unter Flüchtlingen unterschätzt der Geheimdienstchef nicht. Das sei zwar nicht die Hauptreiseart, wie sich Terroristen einschleichen, es gebe aber immer wieder Einzelfälle. Das Staatssekretariat für Migration liefere inzwischen tausende von Namen, die der NDB überprüfe.

Der Nachrichtendienst empfehle aber jährlich nur eine Handvoll Asylgesuche zur Ablehnung. Das könnten aber auch Kriegsverbrecher oder Mitglieder krimineller Organisationen sein. Insgesamt seien etwa 400 Personen auf dem Radar des Dienstes.

Flächendecke Kontrolle nicht möglich

Eine flächendeckende Überwachung sei nicht möglich, sagte Seiler weiter. Nur schon die Überwachung der Dschihadisten, die nach ihrer Strafe wieder freikommen und noch stärker radikalisiert sein dürften, würde die Kapazitäten des Dienstes sprengen. Nur ganz wenige Verdächtige könnten «eng begleitet» werden. (sf/sda)

Publiziert am 15.10.2016 | Aktualisiert am 17.11.2016
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  • Märtens  Bär , via Facebook 16.10.2016
    Alle Rückkehrer zurückschicken,das Recht auf Schweiz ist verloren
  • Peter  Stierli aus Geroldswil
    15.10.2016
    «Der IS hat an Glanz verloren» Danke für diese Mitteilung Herr Markus Seiler.
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    15.10.2016
    Flächendeckende Überwachung ist nicht möglich. Das heisst aber nicht, dass der flächendeckende Schutz der Bevölkerung nicht möglich ist. Dazu gehört, dass keine sogenannten "Flüchtlinge" aus Risikostaaten mehr augefenommen werden genauso wie ein öffentlich einsehbares Register mit sämtlichen Erkennungsdaten von verurteilten Gewalttätern.
  • Walter  Staub , via Facebook 15.10.2016
    Es ist stark zu hoffen, dass überhaupt keine IS-ler mehr den Weg in die Schweiz zurück finden werden.
  • Peter  Meister 15.10.2016
    Ich bin entsetzt, dass wir auf eine von Herrn Seiler Behörde vertrauen.