Nach Gripen-Debakel wirds jetzt noch teurer 10 Milliarden für neue Kampfjets

55 neue Jets sollen die Tiger und F/A-18-Jets ablösen. Preis 180 Millionen Franken pro Flieger – 40 Millionen mehr beim versenkten Gripen-Projekt.

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Im Auftrag von Verteidigungsminister Guy Parmelin prüft derzeit eine Expertengruppe, wie gross der Bedarf an neuen Kampfjets nach 2020 ist. Der Wunsch der Armee ist klar: 55 neue Jets sollen die Tiger und F/A-18-Jets ablösen. An einer Veranstaltung im Thurgau Mitte Oktober hängte nun Armee-Planungschef Rolf Siegenthaler auch ein Preisschild an die Beschaffung: Auf zehn Milliarden Franken schätzt die Armeeplanung den Finanzbedarf für den Jet-Kauf im Jahr 2022.

Sind 10 Milliarden für neue Jets okay?

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Damit wäre jedes einzelne Flugzeug mit 180 Millionen Franken nochmals 40 Millionen Franken teurer als beim Gripen-Kauf, den das Volk abgeschmettert hat.

...und noch 5 Milliarden für Panzer

Doch bei neuen Kampfjets lässt es die Armee nicht bewenden. Siegenthaler sprach laut der Zeitschrift «Schweizer Soldat» neben anderen Beschaffungen auch von hohen Investitionen bei den Panzern. So sollen nach 2020 satte 5,6 Milliarden Franken in die Aufwertung des Kampfpanzers Leopard, die Radschützenpanzer 93 und die Haubitze M109 fliessen. Und für das derzeit sistierte Fliegerabwehrsystem Bodluv werden 1,6 Milliarden veranschlagt. Siegenthalers Fazit: Nur mit dem Fünf-Milliarden-Jahresbudget seien die He­rausforderungen für die Zukunft nicht gelöst. Und die Armee sei etwa gezwungen, Systeme länger zu betreiben.

SP-Sicherheitspolitikerin Chantal Galladé ist da anderer Meinung: «In Zeiten von Cyberkrieg sollte mir die Armee mal die Szenarien aufzeigen, bei denen man all die Panzer und Kampfjets braucht.» Das sei eher ein Weihnachtswunschzettel als ein seriöser Beschaffungsplan. Auch bei der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (Gsoa) reibt man sich die Augen. «Diese Zahlen zeigen die Arroganz der Armee», sagt Sekretär Lewin Lempert. Die Armee wolle beim Jet offenbar die Luxusvariante. Dabei sei der Gripen auch wegen der hohen Kosten vom Volk abgelehnt worden. Die Gsoa verlangt schon jetzt: «Dieses Geschäft darf nicht am Volk vorbeigeschleust werden.»

Konventioneller Krieg wenig wahrscheinlich, aber immer möglich

SVP-Nationalrat Werner Salzmann kontert die Kritiker: «Die notwendigen Investi­tionen wurden von den Armeegegnern in den letzten Jahren so erfolgreich bekämpft, dass jetzt ein Investi­tionsstau entstanden ist.» Es sei logisch, dass es auch bei den Panzern eine Erneuerung brauche, um die notwendige Kampfkraft zu erhalten.

«Ein konventioneller Krieg ist derzeit zwar wenig wahrscheinlich, aber letztlich immer möglich.» Deshalb müsse man auch für den Kriegsfall gewappnet sein. Und dazu braucht es gutes Material auf allen Ebenen, von der Luftwaffe bis zum Panzer. Laut GLP-Nationalrat Beat Flach zeigen die horrenden Zahlen auch einen Kampf zwischen den verschiedenen Armee-Teilen.

Ein Sprecher des Verteidigungsdepartements betont, dass es sich bei den Zahlen von Siegenthaler um Planungen und Schätzungen handle und nicht um reale Projekte. Dabei werde ein vollständiger Ersatz der Systeme und die maximale Leistungserfüllung angenommen. Die Armee werde laut dem Sprecher Prioritäten setzen müssen, da auch mit fünf Mil­liarden Jahresbudget nicht alle Vorhaben umsetzbar seien.

Publiziert am 27.10.2016 | Aktualisiert am 11.01.2017
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154 Kommentare
  • Thomas  Binder , via Facebook 28.10.2016
    Das mit Abstand beste Preis-Leistungsverhältnis und zudem Alltagstauglichkeit bieten russische Jets. Es wäre zu wünschen, dass die angeblich neutrale Schweiz z.B. die SU-35 mit evaluieren würde.
  • Paul  Meier aus Bergdietikon
    28.10.2016
    Irrwitzig - soll mir bitte zuerst mal jeman erklären, wozu wir diese Flugis brauchen! Wenn uns D oder F angreifen (wer sonst), legen sie zuerst alle Flughäfen flach. Die Russen sind zu weit weg. Und falls sie Deutschland überrollen haben wir auch keine Chance mehr. I oder Ö angreifen dürfen wir nicht, wir haben nur eine Verteidigungsarmee.
  • Philippe  Bollier 28.10.2016
    Ihr alle überseht etwas wichtiges.
    Die schweiz ist ein Importland und hat keine Bodenschätze.
    Die Goldreserven sind auch nicht mehr was Sie waren und Fantasiegeld was nur auf Konto existiert aber nie gedruckt wurde, kann man sich auch nicht aneignen mit Kriegsgewalt..

  • Heinrich  Zimmermann aus Fulenbach
    27.10.2016
    OK. wir geben 10 Milliarden aus. Wieviel Kompensationsgeschäfte in welcher Form, in welcher Höhe entstehen? Wie viel Arbeitsplätze in der Schweiz bleiben erhalten oder werden geschaffen? Grundsätzlich stellt sich hier bei mir eine entscheidende Frage, dann kann ich abwägen. Oder geht das nicht das man hier lückenlose Transparent schaffen kann? Siehe und staune die Flieger werden gar nicht so teuer wenn man denn richtig einkauft und es dem Volk sagt wie der Deal gemacht wird. Kein Geschäft ohne G
  • Werner  Franz aus St. Gallen
    27.10.2016
    Hmm, ich meinte die Kohle ist doch locker bei der Landwirtschaft abzuzweigen? oder irre ich mich?