Armeechef Blattmann lässt sich den Marsch in den Ruhestand vergolden Abtreten und abkassieren

Gut ein Jahr vor der ordentlichen Pensionierung scheidet Blattmann aus der Armee aus, samt Abgangsentschädigung. Die SP spricht bereits von einem «goldenen Fallschirm».

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Der neue SVP-Bundesrat Guy Parmelin drückt dem Verteidigungsdepartement bereits seinen Stempel auf. So sistierte er nicht nur kurzerhand das von Vorgänger Ueli Maurer initiierte Prestigeobjekt Bodluv, sondern sucht bereits einen neuen Kopf für die Armeespitze! Der bisherige Armeechef André Blattmann (60) gibt per Ende Jahr seinen Posten ab und steht seinem Nachfolger noch bis Ende März 2017 als Berater zur Seite.

Damit scheidet Blattmann gut ein Jahr vor seiner ordentlichen Pensionierung aus der Armee aus. Der frühere Abgang wird ihm finanziell versüsst: Blattmann erhält ein Jahressalär als Abgangsentschädigung – gut 376'000 Franken (ohne Zuschläge).

Seitens der SP wird bereits kritisch von einem «goldenen Fallschirm» gesprochen. Doch Parmelin wehrte gestern ab: Die Entschädigung entspreche den gesetzlichen Bestimmungen und sei keine goldene Brücke in den Ruhestand.

«Es ist eine spezielle Situa­tion», sagt auch SVP-Ständerat Alex Kuprecht (SZ). Würde Blattmann noch bleiben, müsste er ja auch entschädigt werden. «Dass er seinen Platz räumt und nicht im Hintergrund weiter wirkt, dient der Sache: Der neue Armeechef kann so unbeschwert die Umsetzung der Weiterentwicklung der Armee angehen.»

Das Parlament hat gerade erst in der Frühlingssession der Armeereform WEA definitiv grünes Licht gegeben. Für Kuprecht kommt der verfrühte Rücktritt denn auch nicht überraschend. «Für mich war immer klar, dass Blattmann im Verlauf von 2017 zurücktreten würde. Für die WEA-Umsetzung macht es keinen Sinn, wenn er mitten in der Übung gehen würde. Das muss ein neuer Armeechef anpacken.»

So verkauften auch Parmelin und Blattmann ihren Deal. Der Rücktritt erfolge «einvernehmlich», betonte Parmelin immer wieder. Klar ist aber: Blattmann und der frühere Verteidigungsminister Ueli Maurer hatten als Führungsteam bestens harmoniert.

Mit Parmelin war dies weniger der Fall. Von einem zerrütteten Verhältnis kann aber trotzdem nicht die Rede sein. «Hätten die beiden echte Probleme miteinander, hätte Parmelin die sofortige Trennung gesucht und Blattmann sofort freigestellt. Das jetzige Vorgehen ist nachvollziehbar», meint FDP-Ständerat Joachim Eder (ZG).

Bereits werden verschiedene Namen für Blattmanns Nachfolge gehandelt. Gut möglich, dass Parmelin diesmal einem Romand den Vorzug gibt. In Frage käme dabei Philippe Rebord (58), Kommandant Höhere Kaderausbildung der Armee sowie Noch-Heeres-Chef Dominique Andrey (60) als jetziger Stellvertreter Blattmanns. Andrey wäre allerdings angesichts des Alters nur eine Übergangslösung.

Genannt werden mit Luftwaffen-Chef Aldo C. Schellenberg (57) sowie dem per 1. April zum neuen Heeres-Chef ernannten Daniel Baumgartner (54) aber auch zwei Deutschschweizer.

Parmelin will nun erst einmal eine Findungskommission einsetzen, welche ihm geeignete Kandidaten vorschlagen soll. Nur so viel macht der SVP-Bundesrat klar: «Es muss jemand sein, der das Haus von innen kennt.»

Publiziert am 24.03.2016 | Aktualisiert am 24.03.2016
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Armeechef gibt sich den Marschbefehl Das sagt Blattmann zu seinem Abgang

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  • beat  loser aus st.gallen
    25.03.2016
    Das Schweizer Militär ist einfach super, da ist die Polizei nur Lachhaft. Habe am WEF eine Woche erlebt was sache ist, die Polizei wollte nur Busen verteilen, wenn man auf die hohen Gäste warten musste, dazu wurde man Schikaniert. Das Militär sah man kaum, ausser beim Helikopterlandeplatz, sonst war das Militär super im Hintergrund und immer Bereit. Das Militär kommt für mich an erster Stelle, wie auch in Spanien, wo das Militär dem König unterstellt ist und knall hart sind.
  • Paulo  Suizo , via Facebook 24.03.2016
    ich bin der ansicht dass man nicht nur den armeechef auswechseln sollte, sondern vor allem diese pfostenschüssen in den gremien, welche neue waffensysteme eruieren sollten und seit jahrzehnten im internationalen angebot nur flops finden. einmal wollen sie wie eine weltmacht flugis kaufen, die noch nicht mal fertig sind und bei vielen nur in den köpfen zirkulieren, anderseits raketen, die bereits weltweit durchgfallen sind, für läder wie die schweiz. bleibt endlich auf dem boden !
  • Susanne  Schmid 24.03.2016
    Wieviele kommentare schimpfen wegen dieser abgangsentschädigung was ihr aber nicht bedenkt dass herr blattmann in den nächsten vier jahre keinen lohn kassiert wenn er keinen neuen job annimmt.also von dem pensionsgeld lebt...und diese entschädigung ist für die vielen überstunden die der berufsmilitär während seiner dienstzeit nicht beziehen kann und das über die ganze karriere..und dass bedenken nicht viele...
    • Daniel  Aemmer aus Hausen
      24.03.2016
      Mir kommen gleich die Tränen. Jeder Fabrikler der entsorgt wird, weil er nicht mehr benötigt wird, kriegt natürlich auch eine (gute) Abfindung, oder?
  • Konrad  Stoll aus Buengkan
    24.03.2016
    Da sage ich nur noch prosit Rechtsregierung.
    • Daniel  Aemmer aus Hausen
      24.03.2016
      Was bedeuten die Daumen runter, alles ist gut?
    • Beat  Schneider aus Muri b. Bern
      24.03.2016
      @Herr Stoll, leider nur halbrichtig. Stimmt aber, die Rechten (SVP) verschleudern Steuergeld an deren Klientel (Armee, Subventionen z.B. an Bauern (ein Teil ist aber gerechtfertigt), ...) , die Linken (SP,Grüne) machen aber genau daselbe für deren Klientel ("Kultur" (einiges davon ist schlicht "Schwachsinn pur"), für die aufgeblähte Sozialindustrie (Tendenz steigend), ...). Die Mehrheit der Leute (die politisch in der Mitte denken und handeln) sind die Lackierten, da sie dies alles finanzieren.
    • Daniel  Aemmer aus Hausen
      24.03.2016
      Und wie ist es mit der Bildung Beat Schneider aus Muri? Da wird gespart und dies vorallem von Seite SVP, oder? Das finden Sie offenbar ganz in Ordnung!
    • Beat  Schneider aus Muri b. Bern
      25.03.2016
      @Herr Aemmer, wo schreibe ich etwas über Bildung ? Bin mir aber nicht sicher, ob in der Bildung gespart wird (sprich gekürzte Budgets). Wohl eher ein nicht mehr überproportionales Wachstum. Wenn ich aber einige der Jugendlichen sehe und deren Interesse und Allgemeinbildung, dann nützt wohl auch viel mehr Geld nicht all zu viel. Und je mehr (die Linken) in den Sozialstaat pumpen, desto weniger bleibt für die wichtige(re) Bildung. Man kann den Steuerfranken nur 1x ausgeben. PS. Bin kein SVPler :P
  • Nora  Stein 24.03.2016
    Lieber Herr Gautschi. Nur keine Angst. Da ist nichts mit Mafia.
    Das sind viel mehr die Bilderberger.