Schweizer im Ausland: Die Serie Karrierekick von Hillary Clinton

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Marcel Zulauf

NEW YORK – Pascal P. Niedermann verliess vor sieben Jahren die kleine Schweiz. Wenig später sass er im Zentrum der Supermacht USA: Als Berater im US-Kongress.

«Niemand hat auf einen gewartet», stellt Pascal P. Niedermann trocken fest. Doch auf ihn anscheinend schon. Der ehemalige UBS-Banker hat eine eigene Beratungsfirma in New York, die ausländischen Firmen hilft, in den USA Fuss zu fassen und die US-Firmen in den Weltmarkt hinaus begleitet.

Angefangen hat seine steile Laufbahn 1999. Damals wurde er beruflich nach New York versetzt. Mit seiner Frau Damaris und dem 3 Monate alten Luciano zog er an die US-Ostküste. Zwar war der frischgebackene Vater als Banker tätig, doch seine Faszination für die Verstrickung von Politik, Geld und Geschäft flammte dort so richtig auf.

«In den USA konnte ich täglich mitverfolgen, dass Unternehmen der politischen Entwicklung zu wenig Beachtung schenken. Dadurch lassen sich Firmen Möglichkeiten entgehen und setzen sich Risiken aus», sagt Niedermann. Diesem engen Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft wollte er auf den Grund gehen.

So kam es, dass sich der Schweizer für Wahlkämpfe des demokratischen Bush-Herausforderers Al Gore und der Ex-First Lady und Senatorin Hillary Clinton engagierte. Daneben bildete er sich an der «Brookings Institution», einer führenden Denkfabrik in Washington, weiter. Dies wiederum brachte den 35-Jährigen in Kontakt mit führenden US-Politikern. «In der Weiterbildung war ich einer der wenigen Vertreter aus der Privatwirtschaft und generell der einzige Ausländer», erzählt er nicht ohne Stolz.

Nach dieser Weiterbildung erhielt er den Vorschlag für ein Congressional Fellowship (ein Stipendium für die Mitarbeit als Kongress-Berater, Anm.d.Red.) vor.

Obwohl damit Pascal P. Niedermann die Türen zum Gipfel der Weltmacht offen standen, musste er sich erst lange auf die Suche nach Sponsoren machen. In den USA werden Fellowships von der Wirtschaft bezahlt. Niedermann klopfte 12 Monate lang bei Schweizer Unternehmen und beim Bund an – vergeblich. Also versuchte es der ehrgeizige Schweizer auf eigene Faust. Er sollte es nicht bereuen.

Dank seiner Hartnäckigkeit landete er schliesslich im Finanzkomitee des US-Senats – als Berater im Bereich Internationaler Handel – wo er nach kurzer Zeit auch im Gremium tätig war, das der Bush-Regierung Empfehlungen zur Aussenhandelspolitik unterbreitet.

Dieser Karrierekick brachte Niedermann unter anderem in Kontakt mit dem heutigen WTO-Präsidenten Pascal Lamy oder mit Senator Edward Kennedy. Unvergessen bleibt sein Treffen mit Hilary Clinton: «Sie wollte mehr über meinen Werdegang erfahren, gab mir Ratschläge, wo ich mich weiter politisch und beruflich engagieren könnte», erzählt Niedermann.

Nach 12 Monaten im Washingtoner Polit-Zirkel tat er den nächsten Schritt. Niedermann gründete mit einem amerikanischen Geschäftspartner die Beratungsfirma «The Maestro Group» – mit Erfolg.

Für den 35-Jährigen waren die USA bisher das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. «Aber», betont er, «du musst für deine Ziele hart kämpfen». Schweizerische Disziplin gekoppelt mit amerikanischem Vermarktungsgeist sei das Erfolgsrezept.

Seine alte Heimat hat der Wahl-Amerikaner nicht vergessen: «Um den Puls der Schweiz zu spüren und das neuste vom Sport zu erfahren, surfe ich auf Blick Online.» Wir wünschen ihm und seiner Familie weiterhin viel Erfolg.

Beindruckende Geschichten

Blick Online hat Auslandschweizer aufgerufen Ihre Geschichte zu erzählen. Einige dieser verrückten Lebensläufe haben wir bereits veröffentlicht. Weitere werden folgen. Alle haben etwas gemein: Sie haben den Traum vom Auswandern verwirklicht. Sie sind spannend, sie sind bewegend.

Was noch folgt, ist die Liste der witzigsten «was ich vermisse»-Liste. Wer das original Schweizer «Fresspäckli» gewinnt, entscheiden dann unsere Leser.

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