US-Militär hat noch nichts von Trump gehört Das grosse Durcheinander

NEW YORK/WASHINGTON - Alliierte wählen sich über die Telefonzentrale durch. Stellen bleiben unbesetzt. Der Schwiegersohn entlässt eigenmächtig wichtige Personen. Und der Chef glaubt, das sei eine Reality-TV-Show. Das Übergangsteam von Donald Trump kommt nicht in die Gänge.

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Die Zeit eilt. Am 20. Januar 2017 übernimmt Donald Trump die mächtigste Nation der Welt. Bis dann muss der künftige amerikanische Präsident 4100 Jobs neu besetzen, dazu ein neues Kabinett bilden.

Andere Präsidentschaftskandidaten fangen damit lange vor der Wahl an. Doch Trump ist Trump. Er zeigt sich überrascht, dass er die Staatsämter selbst bestücken muss.

Nun sucht er Personal online. Wer für Trump arbeiten will, kann sich bei «GreatAgain.gov» bewerben.

Über die Telefonistin zu Trump

Einen Monat sei sein Übergangsteam in Verzug, berichtet die «New York Times». Es sei schwierig, die Positionen unterhalb des Kabinetts zu besetzen. Niemand will für Trump arbeiten. Schroff abgewiesen würden republikanische Beamte, die im Vorfeld der Wahlen gegen Trump waren, jetzt aber ihre Hilfe anbieten.

Alliierte bekunden Mühe, mit Trump überhaupt in Kontakt zu treten. Da sich dessen Team nicht melde, müssten sie im Trump Tower an New Yorks Fifth Avenue anrufen, in der Hoffnung, sie würden von der Telefonistin in den 26. Stock durchgestellt. Dort, in Donald Trumps Büro, tagt das Übergangsteam.

Über die Telefonzentrale habe etwa der ägyptische Präsident Abd al-Fattah as-Sisi (61) am Tag nach der Wahl versucht, Trump zu erreichen. Ebenso der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu (67).

Regierungschefin Theresa May will nicht von ihrem Zeitplan abrücken play
Regierungschefin Theresa May will nicht von ihrem Zeitplan abrücken KEYSTONE/AP POOL/KIRSTY WIGGLESWORTH

Erst 24 Stunden später schaffte es die britische Premierministerin Theresa May (60). Nicht etwa Trump rief sie an – sie musste sich über die Telefonzentrale des Trump Towers durchwählen. Trotz enger britisch-amerikanischer Freundschaft.

Mittlerweile hielten Trump und Netanyahu eine Videokonferenz ab, berichtet die «Jerusalem Post».

Berater ohne Kontakt zu Trump

Aus diplomatischen Kreisen weiss BLICK, dass sich Trump während des Wahlkampfs kaum um sein Übergangsteam bemüht hatte. Zwar arbeiteten für ihn Personen, die aussenpolitische Ideen zu Papier bringen sollten. Diese aber wussten gar nicht, was Trump wollte. «Sie sahen ihn nicht», heisst es. «Stattdessen versuchten sie aufgrund von Trumps Reden zu erahnen, was er denn wollte.» Nur: «Diese Reden waren so widersprüchlich, es war kaum zu erahnen, was Trump wirklich beabsichtigt.»

US-Verteidigungsminister Ash Carter: Sein Departement hat den Tod eines hohen Al-Kaida-Anführers in Afghanistan verkündet. (Archivbild) play
Laut Verteidigungsminister Ash Carter hat sich Trumps Team noch nicht gemeldet. KEYSTONE/AP/JACQUELYN MARTIN

Derweil warten wichtige Ministerien auf Kontakte aus dem Trump Tower. Weder Trump noch sein Team haben sich bisher beim Pentagon gemeldet, berichtet der «Washington Examiner» und zitiert Verteidigungsminister Ash Carter (62). «Ich weiss nicht, wann sie sich melden, das müssen sie selbst entscheiden. Wir wären bereit.» Das muss man sich mal vorstellen: Die mächtigste Armee der Welt hat noch nichts von ihrem neuen Oberbefehlshaber gehört.

Ähnlich tönt es aus dem Justizministerium – bis gestern Dienstagabend hat das Department of Justice nichts gehört von Trump oder dessen Team.

Der mächtige Schwiegersohn

Zur Familiensache hat Trump das Gestalten seiner Regierung erklärt. Mächtigster Mann ist sein Schwiegersohn Jared Kushner (35). Letzte Woche entmachtete er Chris Christie (54) als Chef des Übergangsteams – weil der heutige Gouverneur von New Jersey als Staatsanwalt seinen Vater ins Gefängnis gebracht hatte.

U.S. President-elect Donald Trump greets New Jersey Governor Chris Christie at his election night rally in Manhattan, New York, play
Chris Christie (r.) stellte sich im Wahlkampf in den Dienst von Trump. Jetzt wurde er entlassen. REUTERS

Anfang Woche feuerte Kushner zwei Personen, die sich für Trump mit Aussen- und Sicherheitspolitik befassten: den ehemaligen Parlamentarier Mike Rogers (53) sowie den Lobbyisten Matthew Freedman. Zumindest eine Entlassung soll Rache sein: Rogers ist ein Freund von Christie.

Trump selber ist die Ruhe selbst. Auf Twitter nennt er die Übergangsphase «bestens organisiert». Er entscheide, wer ins Kabinett komme und die Top-Posten erhalte. «Ich bin der Einzige, der die Finalisten kennt» – als sei das mit dem Präsident-Sein eine Reality-TV-Show.

"> Publiziert am 16.11.2016 | Aktualisiert am 16.11.2016
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25 Kommentare
  • Thomas  Zürcher 16.11.2016
    Natürlich verdient jeder eine Chance,sogar Donal Trump aber ich befürchte er wird scheitern!Er weiss glaube ich nicht wirklich, auf was er sich da eingelassen hat.Präsident einer Supermacht zu sein ist wahrscheinlich eine Nummer zu gross für Ihn.Natürlich will er was bewegen natürlich will er nur das beste für sein Volk aber ich befürchte er wird es enttäuschen.
  • Vanessa  Meier 16.11.2016
    1. Trump wurde gar noch nicht gewählt. Das müssen die Elektoren machen, die sich auch anders entscheiden dürfen, erst dann wird er der nächste Präsident. Aber das ist auch für den Blick viel zu kompliziert.
  • Hans  Sack , via Facebook 16.11.2016
    Stellen wir uns einfach mal vor irgend Einer von uns Blick-User würde ab nächste Woche Chef bei Stadler-Rail, mit ca. 6000 Angestellten? So ähnlich geht es wohl auch Trump, - nur mit ein paar Millionen Angestellten und einer Riesen- Komplexität! Lassen wir ihn jetzt mal machen, die Republikaner werden ihn dann schon zurückpfeiffen, das heisst wenn Er es nicht selber merkt - das er total überfordert ist!
    • Sebastian  Beyeler aus Bern
      16.11.2016
      Stellen Sie sich mal vor, dass Ihr Vergleich gewaltig hinkt! Trump hat für das Amt kandidiert, er ist nicht einfach mal so aus dem nichts kürzlich President elect. geworden.
    • Bruno  Pfeuti aus Zürich
      16.11.2016
      Wieso hinkt der Vergleich, Herr Beyeler? Nachdem Trump von fast allen eine Kanterniederlage vorausgesagt wurde, finde ich es etwas billig, ihm jetzt die fehlende Vorbereitung in die Schuhe zu schieben. Ausserdem ist eine Amtsübergabe von einer zur anderen Partei naturgemäss mit mehr Friktionen behaftet, weil sich die Demokraten und die mit ihnen verbundenen Medien der Rückeroberung verschrieben haben und jede Schwäche gnadenlos ausschlachten.
  • Stefan  Alexander aus Opfikon
    16.11.2016
    Trump ist komplett überfordert. Meine Prognose ist, dass spätestens in einem Jahr Trump nicht mehr Präsident ist und eine Art, ich betone eine Art von leisem internen Putsch, ein anderer Mensch an die Macht kommt. Besser wirds auf jeden Fall nicht.
    • John  Fulton aus Lyss
      16.11.2016
      Vor einem Jahr war der in den Ruhestand versetzte amerikanischen Vier-Sterne-General Flynn in Russland bei Herrn Putin. Festliches Abendessen war angesagt. Dabei war General a. D. Flynn noch kurz zuvor durch die weltweiten Nachrichtensendungen mit seinen Aussagen darüber getourt, wer eigentlich der Schöpfer des IS sei, und hatte Washington schonungslos dem Regen ausgesetzt. Carter ist irrelevant, und die Westpresse hat das ignoriert.
  • Marion  Jost aus Schönenwerd
    16.11.2016
    Sogar wenn die Hälfte der Meldung übertrieben sein sollte, ist der Rest immer noch beunruhigend!! Eine Kabinetts-Bildung sollte schon in der heissen Phase der Wahlen abgeschlossen sein. Aber er hat es sich halt mit vielen verscherzt! Ich befürchte dass die Administration Trump per Amtsantritt ein unorganisierter und unkompletter Haufen sein wird! Und wenn man sieht aus welchen Gründen angestellt und gefeuert wird, ist das schlimmer als jenes Establishment das ja so gehasst wird!
    • Silvia  Geiger aus Santa Fe
      16.11.2016
      Richtig. Jeder "normale" Präsident vor ihm wusste dass er etwa 4000 Stellen besetzen muss und had dies Wochen, sogar Monate vor der Wahl in Angriff genommen. Der liebe Her Trump wusste nicht einmal das diese Stellenbesetzungen seine Aufgabe ist. Aber wahrscheinlich gibt er diesen Job seine "talentierten" Kinder weiter.............Chaos perfekt!