Nach brutalem Mord Argentinierinnen streiken für Lucía (†16)

MAR DE PLATA (ARGENTINIEN) - Die grausame Vergewaltigung und Tötung einer 16-jährigen Schülerin hat Empörung und Proteste gegen die Macho-Gewalt in Argentinien ausgelöst. 

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Es passierte am 8. Oktober: Die 16-jährige Lucía Pérez aus Mar de Plata in Argentinien wollte an jenem Samstagmorgen bei Matías Farías (23), den sie am Vortag kennengelernt hatte, Marihuana kaufen. Dieser lud das Mädchen zu sich nach Hause ein, wo Juan Pablo Offidani (41) bereits wartete.

Dort angekommen, hielten die beiden Männer Lucía gegen ihren Willen fest. Sie verabreichten ihr grosse Mengen Marihuana und Kokain. Wehrlos gestellt, begann eine unmenschliche Tortur für das Mädchen: Die Männer vergewaltigten die 16-Jährige vaginal und anal auf brutalste Weise .

Nachdem die Männer fertig waren, wuschen sie Lucía, zogen ihr Kleider an und brachten sie ins Spital – sie behaupteten, dass sie wegen einer Überdosis ohnmächtig wurde, wie «Clarín» schreibt. Die Sanitäter konnten zu diesem Zeitpunkt nur noch ihren Tod feststellen.

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DUKAS

Unmenschliche Brutalität

Die Ärzte bemerkten jedoch schnell, dass ein Fall von sexueller Gewalt vorlag. Eine Autopsie konnte nicht nur die Vergewaltigung durch ein männliches Glied bestätigen, sondern ergab auch, dass Lucía mit einem länglichen Objekt gequält wurde: Sie wurde mit einem stumpfen Gegenstand anal gepfählt. Sie verstarb an den Folgen der schweren Verletzungen. 

Die beiden Männer wurden am darauffolgenden Sonntag festgenommen. Zudem wurde mittlerweile ein dritter Verdächtiger, Alejandro Alberto Masiel, verhaftet, schreibt «Univisión». 

«Eine zu viel»

Lucías Fall brachte das Fass zum Überlaufen: Denn Gewalt gegen Frauen ist ein riesiges Problem in Argentinien. Im Schnitt wird alle 36 Stunden ein Frau von einem Mann getötet. Im Jahr 2015 verloren insgesamt 235 Frauen in Argentinien durch Männerhand ihr Leben. Seit Lucía erlitten mindestens drei weitere Frauen ein ähnliches Schicksal. 

Lucías Familie sowie verschiedene Organisationen verlangen nun Gerechtigkeit. Seit Tagen gibt es kleinere Proteste im ganzen Land und auf den Sozialen Medien werden entsprechende Inhalte geteilt. 

Streiks und Proteste

Gestern fand ein landesweiter Frauenstreik statt. Fünfzig verschiedene Organisationen, darunter «#NiUnaMenos», haben Frauen aufgerufen, ab 13 Uhr für eine Stunde nicht zu arbeiten – ab 17 Uhr gab es zudem zahlreiche Protestmärsche im ganzen Land.

«Wenn Ihr eine von uns anfasst, werden wir alle reagieren» und «Machismus tötet», stand auf Schildern geschrieben, die die Demonstranten in den Händen trugen. Die Organisatoren erklärten, es gehe darum, den Mord an Lucía zu verurteilen, aber auch eine Kultur, in der Frauen als weniger wertvoll angesehen würden als Männer.

Die Demonstranten blockierten mit ihrer Kundgebung mehrere Strassen. Aus den umliegenden Büros klatschten viele Menschen Beifall.

Auch in Mexico, Chile und Uruguay sind Frauen in Solidarität auf die Strasse gegangen, schreibt «Clarín». Wie bei den Protesten gegen das neue Abtreibungsgesetz in Polen, kamen die Teilnehmerinnen in schwarz gekleidet.

 

Lucías Familie hat jedoch nicht nur Mitgefühl und Unterstützung bekommen: Der Bruder der 16-Jährigen berichtet, dass die Familie Morddrohungen von einem bewaffneten Motorradfahrer erhalten haben, berichtet «Clarín». 

Der argentinische Präsident Mauricio Macri zeigte sich solidarisch gegenüber der Bewegung, schreibt «El País». Die Opposition um die Ex-Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner kritisiert jedoch, dass genau an diesem «Schwarzen Mittwoch» das einzige Ministerium der Staatsanwaltschaft eliminiert wurde, das für solche Frauenmorde zuständig war.

Publiziert am 20.10.2016 | Aktualisiert am 30.12.2016
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7 Kommentare
  • Lucio Silva  Safnanno aus San Vito Lo Capo
    20.10.2016
    Das ist sehr schlimm. Ich kann nicht viel dagegen tun. Aber als Zeichen meiner Solidarität, esse ich ein halbes Jahr lang keine argentinischen Steaks mehr.
    • Ann Sophie   Leopoldsky aus Zürich
      20.10.2016
      Und ich schaue ein Jahr lang aus Solidaritaet keinen Argentinischen Fussball mehr...
      Hoeren Sie doch auf mit diesem Solidaritaetsunfug Herr Safnanno. Damit schuetzen Sie kein einziges Maedchen besser. Wenn Ihnen das Thema wirklich ernst ist, dann greifen Sie sofort ein, sollte sich in Ihrer Naehe mal Aehnliches abspielen. Liefern statt solidarisch Lafern.
  • Serafina  Maurer 20.10.2016
    Schrecklich, zu was Menschen alles fähig sind. Grausam.. mir fehlen die Worte... und das Mädchen hatte noch das ganze Leben vor sich.. Wie kann man sich nur das Recht rausnehmen, das Leben von jemandem Anderen zu beenden und vor allem jemand so zu quälen! Solche Bestien gehören für immer weggesperrt!
  • Marion  Jost aus Schönenwerd
    20.10.2016
    An alle die finden eine Berührung sei noch keine Belästigung.... genau das kommt dabei heraus, wenn man die Übergriffe nicht schon im Keim erstickt!!
  • Divico  Tigurin aus Neuchâtel-Hua-Hin
    20.10.2016
    Und alle Welt schaut auf den philippinischen Staatschef Duterte, weil er genau diesen Schlamassel ausmerzen will. Unsere gutgemeinte "Nächstenliebe" verhindert manchmal zu vieles.
    • Susanne  Reich 20.10.2016
      Wenns denn nur Nächstenliebe wäre, manchmal könnte es sich eher um Feigheit handeln. Man möchte in nichts hineingezogen werden. Oder wir sind so in unserem Hamsterrad gefangen, dass es gerade noch so zum Leben reicht. Wenn jeder nur Verantwortung für sein Handeln übernehmen und speziell nachdenken würde, käme vieles besser.
    • Marion  Jost aus Schönenwerd
      21.10.2016
      Was für ein Schlamassel? Hier geht es nicht um Drogendelikte sondern eine Vergewaltigung und ein Mord, die Drogen waren nur Instrument wie bei uns die KO-Tropfen!! Duterte selbst ordnet Morde an, es werden harmlose Drogenkonsumenten die mit einem Entzug eine Chance hätten umgebracht! Kleinstkriminelle werden einfach niedergemetzelt und Sie finden das gut?? Nachdem ich Ihre Kommis kennen gelernt habe, wundert auch das nicht mehr wirklich!