9500 Flüchtlinge gestrandet an der griechisch-mazedonischen Grenze – ein Drama für die Kleinsten Die Kinder von Idomeni

Europa steht vor einer humanitären Krise. Ein Dominoeffekt hat die Flüchtlingsroute erfasst und verunmöglicht dadurch das Weiterkommen der Menschen. Nun stecken bereits mehrere tausend Flüchtlinge im griechischen Idomeni fest – und es werden täglich mehr.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Ihre Twitter-Nachrichten aus Aleppo berühren die Welt Bana (7) ist «in...
2 Nach mysteriöser neunmonatiger Absenz Kims Frau aus der Versenkung geholt
3 Helikopter-Absturz in Brasilien Braut stirbt auf dem Weg zum Altar

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
40 shares
8 Kommentare
Fehler
Melden

Die Situation sei «schrecklich», sagt Jesper Jensen (61, kl. Bild) vom Uno-Kinderhilfswerk Unicef gestern Abend zu BLICK. «9500 Flüchtlinge sind in Idomeni gestrandet, am Vortag waren es erst 8500. Sicher ein Drittel von ihnen sind Kinder, es ist schlammig, oft warten die Kleinen stundenlang, bis sie etwas zu essen erhalten, viele von ihnen konnten sich seit Tagen nicht mehr waschen.» Die Versorgungslage ist laut Jensen prekär – und angespannt. «Mazedonien hat die Grenze mit Soldaten und Polizisten militarisiert.» Der grossgewachsene Däne leitet im Transitcamp im mazedonischen Gevgelija den Kinderhort. «Wir sind fast leer, weil Mazedonien die Grenzen zugemacht hat und die Kinder nicht zu uns lässt.»

So wird das Nadelöhr der europäischen Flüchtlingskrise noch enger. Wenige Hundert Personen lassen die Mazedonier täglich durch. In Idomeni aber kommen täglich 3000 Flüchtlinge aus Athen an.

Mazedonien schliesst die Grenzen, weil das Nachbarland Serbien die Grenzen schliesst. «Das arme Balkanland kann selbst keine Flüchtlinge beherbergen», so Jensen. «Es will sie nur durchschleusen.» Was nicht mehr möglich ist, denn ein ­Dominoeffekt blockiert die ­Balkanroute: Serbien schliesst, weil Kroatien schliesst. Kroation schliesst, weil es keine Flüchtlinge mehr nach Slowenien schleusen kann. Slowenien macht dicht, «da Österreich nur noch 500 Personen pro Tag ins Land lässt», sagt Jensen.

Syrer, Iraker und Afghanen haben deshalb versucht, den Stacheldrahtzaun an der mazedonisch-griechischen Grenze niederzureissen. Grenzwächter stoppten sie mit Tränengas. «Europa steht vor einer humanitären Krise», warnt die Uno.

­Sie trifft besonders das krisengebeutelte Griechenland. So sind im Januar und Februar bereits 122'637 Menschen über die Ägäis nach Griechenland gelangt – fast so viele wie in der ersten Hälfte 2015. Der griechische Premierminister Alexis Tsipras (41) muss sofort 50'000 Betten bereitstellen. Er bat gestern die Uno und andere europäische Länder um Hilfe.

Publiziert am 02.03.2016 | Aktualisiert am 01.03.2016
teilen
teilen
40 shares
8 Kommentare
Fehler
Melden
Im kalten Serbien wird einem warm ums Herz Polizei «schnebelet» mit Flüchtlingskindern

TOP-VIDEOS

8 Kommentare
  • Peter  Lang 02.03.2016
    Ein Grossteil der Flüchtlinge kommt nicht aus Syrien sondern aus Irak und Afghanistan. Ich verstehe es sowieso nicht, dass man mehrere Zehntausend Dollar irgendwelchen Schleppern zahlt, wenn man für wenige hundert Franken nach Europa fliegen könnte. Das Ganze zeigt einfach, wie hoch organisiert das türkische Schlepperwesen ist. Schaut euch Spanien an, die hatten vor wenigen Jahren dasselbe Problem mit den nordafrikanischen Ländern, da wurden Rücknahmeabkommen gemacht. Das Problem ist gelöst!!!
  • Stefan  Alexander aus Opfikon
    02.03.2016
    Die Kinder tun mir am meisten leid. Keine Frage.
    Wenn ich aber sehe, und das nicht nur jetzt und heute, dass die Eltern dieser Kinder sie auf Bahngeleise legen um Mitleid zu erhaschen, Eltern die ihre Kinder auf eine teilweise Todesbringende Strecke mitnehmen. Habe dafür kein Verständnis.
    Da diese Menschen nicht direkt aus einem Kriegsgebiet kommen sondern aus Flüchtlingslagern in der Türkei.
    Es ist alles traurig. Klar. Aber immer die schwächsten zur Erpressung bringen. Dafür kein Verständnis.
  • andi  lindner aus luzern
    02.03.2016
    Wir wundern uns warum so viele nach Europa wollen?
    Wir werfen essbare Lebensmittel in den Abfall, ein Drittel des täglichen bedarfs. Heisst nach 3 Tagen könnte man die ganze Schweiz gratis einen Tag lang ernähren.
    Nun überlegen wir mal, wieviel von uns würden in eine Region wollen, wenn wir hören würden, dort schmeissen die Leute Goldbarren in den Müll? So einem Land muss es doch wunderbar gehen.
    • Dani  Rosso 02.03.2016
      Na dann viel Spass bei der Reise nach Saudi Arabien.... ok die Goldbarren landen nicht direkt im Müll, aber immerhin haben die Toiletten aus Gold... Lamborghinis für Wüstenfahrten etc.... und bestimmt auch genug zu essen inkl. goldenes Besteck.. Wieso geht da keiner hin?
  • Meier  Ernst aus Erde
    02.03.2016
    Naja, uns in den Industriestaaten geht es so gut, weil es anderen Menschen schlecht geht. Darf man sich ernsthaft wundern, wenn auch arme Menschen dem Geld nachgehen und z.B. nach Europa wollen? Wir können Zäune errichten, Flüchtlinge abweisen und vieles mehr. Die ursächlichen Probleme, die Profite einem kleinen Teil der Bevölkerung auf Kosten einem Grossteil der Weltbevölkerung zu sichern werden damit nicht gelöst werden. Somit auch nicht die Flüchtlingsproblematik.
  • Rolf  Hess 02.03.2016
    Ziehen wir die 80 Prozent jungen Männer, teil weder aus Syrien, noch aus dem Irak oder Afghanistan ab, so bleiben 20 Prozent echte, an Leib und Leben bedrohte Flüchtlinge, die diesen Status gemäss Konvention auch verdienen, so bleiben alle Kinder, Frauen und Väter übrig. Für diese hätte es genug Platz in Europa. Nicht aber für Marokkaner und Algerier und Andere, die sich mit gefälschten und, in der Türkei gekauften Pässen, als Syrier ausgeben und keinen Brocken Arabisch sprechen. Das gibt es!