Datenschutz: Amnesty: Schwächung der Verschlüsselung bedroht Menschenrechte

Bern/London – Amnesty International stellt sich im Streit um die iPhone-Verschlüsselung hinter Apple. Die Menschenrechtsorganisation pocht auf Verschlüsselung der Online-Kommunikation als «unverzichtbaren Schutz» der Privatsphäre und der freien Meinungsäusserung.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Brexit-Live-Ticker Deutsches Auswärtiges Amt bekämpft Enttäuschung mit...
2 Polizei tötet Amok-Schütze in deutschem Kino Sprengstoff-Gürtel neben...
3 Wird Brexit-Sieger Boris Johnson jetzt britischer Premier? Er...

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
4 shares
Fehler
Melden

Die Verschlüsselung von Kommunikation und persönlichen Daten müssten weltweit allen zustehen, schreibt Amnesty in seinem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Denn Verschlüsselung sei eine entscheidende Voraussetzung für die Privatsphäre und die Meinungsfreiheit.

«Verschlüsselung zu verbieten ist wie Briefumschläge oder Vorhänge zu verbieten», wird Sherif Elsayed-Ali, stellvertretender Direktor für globale Themen bei Amnesty, in einer Mitteilung vom Dienstag zitiert. So werde verhindert, dass man sein privates Leben privat halten könne.

Die Schwächung der Privatsphäre online könnte gemäss der Organisation verheerende Folgen für offene Gesellschaften haben, insbesondere für Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und Anwälte.

Amnesty warnte davor, Firmen zu zwingen, so genannte «Hintertüren» in Verschlüsselungssoftware einzubauen. Solche Massnahmen «bedrohen nicht nur die Privatsphäre und haben eine abschreckende Wirkung auf die freie Meinungsäusserung, sie setzen auch die Online-Kommunikation und die persönlichen Daten Sicherheitsrisiken aus», heisst es weiter.

Das US-Technologieunternehmen Apple war per Gerichtsbeschluss angewiesen worden, dem FBI beim Entsperren eines iPhones 5C zu helfen, das vom Attentäter von San Bernardino genutzt worden war. Er und seine Frau hatten Anfang Dezember in der kalifornischen Stadt 14 Menschen erschossen. Apple weigert sich, die Anordnung des kalifornischen Gerichts zu befolgen und spricht von einem gefährlichen Präzedenzfall.

In diesem Fall könne das Verlangen, Zugriff auf die Daten eines einzelnen iPhones zu erhalten, zwar gerechtfertigt sein, hält Amnesty fest. Die Methode des Datenzugriffs - durch eine Umgehung von Sicherheitsvorschriften - berge aber Gefahren. «Beim Öffnen einer Hintertüre für eine Regierung riskiert man, die Türe auch für Cyber-Kriminelle zu öffnen sowie für repressive Regimes, die ihre Kritiker überwachen und verfolgen wollen», so Elsayed-Ali. (SDA)

Publiziert am 22.03.2016 | Aktualisiert am 19.04.2016
teilen
teilen
4 shares
Fehler
Melden