Abgestürzter SVP-Politiker taucht in England auf Vom Russen-Knast auf die Strassen von London

LONDON (GB) - Nazi-Tattoos, Ausbruch aus einem Gefängnis in Russland, Verdacht auf Islamismus – und jetzt die Notschlafstelle in London: Das verrückte Leben des Zuger Ex-SVP-Politikers Christoph Häusler (46) ist um ein Kapitel reicher.

Abgestürzter SVP-Politiker: Vom Russen-Knast auf Londons Strassen play
So wurde Häusler in Russland gesucht. PD

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Zum letzten Mal machte Christoph Häusler (46) vor fünf Jahren von sich reden: Der russische Geheimdienst fahndete nach dem Zuger, nachdem er in Nordossetien aus dem Gefängnis ausgebrochen war (BLICK berichtete).

Der Architekt und ehemalige SVP-Politiker sass eine zehnmonatige Strafe ab, weil er ohne Visum nach Russland eingereist war.

Jetzt ist Häusler wieder aufgetaucht – in London. Wie die Zeitung «Hackney Citizen» berichtet, lebte er die letzten Monate im Stadtteil Hackney und übernachtete in der dortigen Notschlafstelle.

Der Schweizer sorgte mehrmals für Ärger: Er wurde verurteilt, weil er Leute beschimpft und bedroht hatte. Ausserdem soll er einen Mann tätlich angegriffen haben – diese Klage wurde jedoch abgewiesen.

Anfang November suchte ihn die Polizei mit einer Vermisstmeldung auf Twitter. Häusler wurde schliesslich gefunden und vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Unter Islamismus-Verdacht

Häusler ist 2011 kurz vor seiner Freilassung aus der Gefängniskolonie bei Wladikawkas im Kaukasus getürmt. Aus Angst, an die Schweiz ausgeliefert zu werden?

Dem «Hackney Citizen» sagt Häusler, er fürchtete sich, in ein anderes Gefängnis in Sibirien transferiert zu werden. Er sei in Russland gefoltert worden. Eigenen Angaben zufolge sei er nach seiner Flucht geschnappt worden und habe zwei weitere Jahre in einem Gefängnis in Russland verbracht.

Anfangs hatte die ossetische Polizei den Verdacht, Häusler wolle sich als Kämpfer einer islamistischen Rebellengruppe anschliessen. Der Zuger konvertierte in der Türkei zum Islam.

Eine unerwartete Wendung, denn Häusler trägt mehrere Neonazi-Tätowierungen: Einen Totenkopf am Hinterkopf, ein Keltenkreuz auf dem linken Unterarm und die Buchstaben SS an der rechten Hand.

«Er wird immer mein Sohn sein»

Diese will er sich aber entfernen lassen – zumindest nach Angaben seiner Mutter. «Er wollte sie loswerden, aber es war so teuer in der Schweiz», sagt sie der «Hackney Citizen».

Nach einem Anruf der Journalisten ist die Mutter, die ihren Sohn Anfang des Jahres aus den Augen verloren hatte, nach London gereist. Dort kümmert sie sich um Häusler, der gemäss dem «Citizen» an psychischen Problemen leiden soll. Die Mutter sagt: «Egal, was er macht, er wird immer mein Sohn sein.»

Um die Jahrtausendwende hatte alles noch ganz anders ausgesehen: Der Architekt aus gutem Hause war 2002 für die SVP in den Grossen Gemeinderat von Zug gewählt worden.

Er war als Unternehmer tätig, hatte eine Immobilienfirma. Doch dann ging es bergab: Das Unternehmen ging bankrott, Häusler trat aus der SVP aus. Im Jahr 2005 verschwand er von der Bildfläche. Sechs Jahre später wurde er in Russland verhaftet. (rey)

Publiziert am 24.11.2016 | Aktualisiert am 14.12.2016
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3 Kommentare
  • Peter  Leo 24.11.2016
    Aus gutem Hause, alles vorhanden, Probleme fernhalten, und wenn er selber schauen sollte, ist er dazu nicht fähig. Hochmut kommt vor dem Fall.
  • Walter  Reusser , via Facebook 24.11.2016
    Das ist das Schicksal vieler Kleinunternehmer in der Schweiz.
    Zuerst aus gutem Hause, danach rein ins " tödliche Firmenvergnügen" -
    Bürokratie- ohne Auffangnetz direkt zum Sozialfall.
    Typische Schweizer Unternehmers Geschichte. Als Warnung an
    alle Jungen welche die Idee habne in der Schweiz eine
    Firma zu gründen! Vorsicht- in der Schweiz da sind nur die grossen Monopolfirmen die teilen sich die Märkte auf!
    • Thomas  Maeder 24.11.2016
      Im Jammern und anderen die Schuld geben sind wir in der Schweiz ganz gross... Ich würde mal darauf tippen, dass einer, der sich Nazisymbole tätowieren lässt, in der Türkei zum Islam konvertiert, um sich dann in Russland einer Rebellengruppe anzuschliessen, noch das eine oder andere persönliche Problem hat, das ihn daran hindert, ein erfolgreicher Geschäftsmann zu sein. Oder würden Sie so einem einen Auftrag vergeben?