Material nach 50 Jahren heimlich abtransportiert Schweiz lagerte Plutonium für vier Atombomben

VILLIGEN AG - Es sollte geheim bleiben: Anfang Jahr wurden 20 Kilo Atombomben-Material aus der Schweiz geschafft.

Heimliches Lager von Atombomben-Material? Das Paul Scherrer Institut in Villigen AG. play
Heimliches Lager von Atombomben-Material? Das Paul Scherrer Institut in Villigen AG. psi

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Seit 50 Jahren lagerten auf dem Gelände des Paul Scherrer Instituts (PSI) im Villigen AG 20 Kilogramm Plutonium. Ende Januar wurde das Material ausser Landes geschafft – mit gepanzerten Lastwagen nach Deutschland und dann per Spezialschiff in die USA. Nicht einmal der Bundesrat sei im Bild gewesen, schreibt die «Schweiz am Sonntag».

Erst auf Nachfrage der Zeitung sei die Landesregierung eiligst darüber ins Bild gesetzt worden. Darauf informierte das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF): «Transport von aufgelösten Plutoniumlager des Bundes in die USA ist erfolgt.» Man habe bei der «Öffentlichkeit keinerlei Unklarheiten und Verunsicherung aufkommen» lassen wollen.

Die Fracht, die heimlich ausser Landes gebracht wurde, hatte es in sich. Stefan Füglister, Atomspezialist von Greenpeace, staunt: «Das war Stoff für vier Atombomben. Die Schweiz war also 50 Jahre lang im Besitz von Atombombenmaterial. Andere Länder wären dafür sanktioniert worden.»

Das Plutonium stammte gemäss Bund aus der Zeit, als die Schweiz die Atombombe bauen wollte. Diese Pläne wurden offiziell 1988 aufgegeben. (gf)

Publiziert am 28.02.2016 | Aktualisiert am 28.02.2016
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  • Stefan  von Känel , via Facebook 28.02.2016
    "Nicht einmal der Bundesrat sei im Bild gewesen."
    Gehts noch? Wer hat eigentlich das Sagen in diesem Land?
  • Mathias  Burkhalter , via Facebook 28.02.2016
    Wie ihr seht die Schweiz kümmert sich nicht nur um Schoggi und Chäs. Und wer es immer noch nicht kapiert hat... Unsere neutralität ist eine Farce, die Schweiz hat genau so viel Dreck am Stecken wie jedes andere Land auch.
  • Rolf  Rossi aus Buchs
    28.02.2016
    Das Material wurde sicher gut und kontrolliert gelagert. Vier Atombomben weniger auf der Welt, sage ich mir. Nun ist es weg und wir wissen nicht was damit passiert. Ob dies die bessere Lösung ist?
  • Christian  Müller aus Genf
    28.02.2016
    Bundesrat war nicht informiert? Dann können sie ausnahmsweise mal nichts dafür, wenn sie keine Ahnung haben. :-]
  • Mane  Siegrist aus Zürich
    28.02.2016
    Schade. Damit hätte man viel besser mit der EU verhandeln können.