So überwintern Zimmerpflanzen Dschungel-Feeling in vier Wänden

Ist es draussen kalt, ist die Freude an der heimischen Grünkultur besonders gross. Nicht zuletzt deswegen, weil die ­immergrünen Zimmerpflanzen nicht nur wunderbar deko­rieren, sondern auch hervorragende Luftverbesserer sind.

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Sie sind wieder da, die Schwiegermutterzungen, oder Sanseverien, die viele noch aus ihren Elternhäusern kennen: Die tropische Pflanze mit den schwertartige Blättern, die kerzengerade in die Luft ­ragen, hat sich wieder einen festen Platz in den Schweizer Haushalten erobert. «Auch Zimmerpflanzen sind dem jeweiligen Zeitgeist und Geschmack unterworfen», sagt Bruno Johner, der bei Jumbo für den Pflanzeneinkauf verantwortlich ist. Und die dekorative Sanseverie, wie die Schwiegermutterzunge korrekt heisst,  kommt mit ihrem stromlinienförmigen Aussehen dem aktuellen Bedürfnis nach reduziertem Design entgegen. Zumal der moderne Einrichtungsstil nicht auf Masse, sondern gut platzierte Solitäre setzt. «Der Trend geht hin zu Einzelpflanzen in ­einem schönen Gefäss», meint Johner hierzu, «so erzielt man mit wenig Aufwand tolle Effekte.» Eine deckenhohe Palme ist in jedem Raum ein Hingucker.

 

Aber die tropischen Schönheiten können noch viel mehr, Studien haben ergeben, dass ihre Auswirkungen auf Körper und Geist geradezu magisch sind. Im Büro zum Beispiel, sollen sie nicht nur die Kreativität und die Konzentrationsfähigkeit steigern, sondern auch für seelische Ausgeglichenheit sorgen und sogar den Lärmpegel senken. Und selbst gegen gesundheitsschädlichen Alltagsstress kommen sie an, schon allein ihr Anblick wirkt Spannungszuständen entgegen. 

Dennoch: Der Umgang mit den grünen Freunden in den vier Wänden will gelernt sein. Und weil das nicht allen gelingt, sind es eben vor allem die pflegeleichten Zimmerpflanzen, die zu Dauersellern werden.

Luftverbesserer und Stimmungsaufheller: Zimmerpflanzen sind nicht nur dekorativ, sondern auch gesund. play

Luftverbesserer und Stimmungsaufheller: Zimmerpflanzen sind nicht nur dekorativ, sondern auch gesund.

Thinkstock

 

So wie die Sanseverien, Sukkulenten oder auch die beliebten Drachenbäume. «Diese Pflanzen sind besonders unkompliziert», weiss Theres Seiler, Gärtnerin in der Grossgärtnerei Wyss in Zuchwil, «da können auch Menschen mit einem weniger grünen Daumen nicht viel falsch machen.»

Fortgeschrittene sind reif für Azaleen und Bromelien zum Beispiel, die mit ihren Blüten Farben ins Zimmer bringen, aber pflegeintensiver sind. In jedem Fall lohnt es sich, den beigelegten Informationszettel zu studieren und die Anweisungen zu befolgen. «Für mich ist keine Pflanze kompliziert», sagt Gärtnerin Seiler, «aber ich weiss, dass viel falsch gemacht wird.» Denn auch der anspruchsloseste Kaktus kapituliert, wird er hartnäckig ignoriert.

Eines der grössten Probleme ist das Giessen. Nicht etwa, weil die Pflanzen vertrocknen, nein, «in aller Regel wird viel zu viel Wasser gegeben», weiss die Gärtnerin. Mit bösen Folgen, die Wurzeln fangen an zu faulen, die Blätter fallen ab, die Anfälligkeit für Ungeziefer erhöht sich. 

Ebenso zentral ist der Standort der Pflanze – und der ist Abhängig von ihrem individuellen Lichtbedarf. Palmen zum Beispiel brauchen sehr viel und sollten nahe am Fenster stehen, generell gilt: Auch wenn es noch so stylisch aussieht, die dunkle Zimmerecke ist für fast jede Pflanze ungeeignet.

Was die Anzahl von Topfpflanzen im Raum betrifft: Da sind übrigens keine Grenzen gesetzt. Denn entgegen der Annahme, dass sie Sauerstoff rauben, verhält es sich genau umgekehrt: Die Blätter nehmen Kohlendioxid auf und produzieren Sauerstoff. Damit sorgen sie für eine gesundes, angenehmes Raumklima. Was besonders für uns Mitteleuropäer eine gute Nachricht ist, denn wie die amerikanische Umweltschutzbehörde herausgefunden hat, verbringen wir 90 Prozent unseres Lebens in geschlossenen Räumen. Erst recht im Winter! Da sind die natürlichen Sauerstoffspender doch die perfekte Alternative zum Luftbefeuchter!

So bleiben Ihre Zimmerpflanzen im Winter gesund

1. Wasser Natürlich müssen Pflanzen gegossen werden, aber auch hier gilt die goldene Regel: alles mit Mass. Der Durst Ihrer grünen Freunde ist sehr unterschiedlich und im Winter ohnehin tiefer, informieren Sie sich ausführlich oder nutzen Sie bei Unsicherheit Hydrokulturen.

2. Klima Die meisten Zimmerpflanzen mögen eine Durchschnittstemperatur von 16 Grad. Trockene Heizungsluft ist ihnen genauso ein Graus wie uns – sie trocknen aus. Dagegen hilft – möglichst kalkarmes – Wasser aus der Sprühflasche oder ein Luft­befeuchter.

3. Parasiten Da die trockene Heizungsluft den Pflanzen zusetzt, sind sie im Winter besonders anfällig für Schädlingsbefall. Untrügliche Anzeichen für einen Befall von Parasiten wie Läusen oder Milben sind etwa gelbe, sich rollende oder löchrige Blätter. Zur Bekämpfung der spezifischen Sorten (nehmen Sie ein Blatt mit und zeigen Sie es Ihrem Pflanzenspezialist) steht ein ganzes Arsenal an spezifischen Insektiziden in Form von Sprays, Flüssigkeit, Pulver oder Stäbchen zu Verfügung. 

4. Dünger Da sich die Nährstoffe in der Erde aufbrauchen, müssen sie künstlich zugeführt werden. Die Faustregel besagt, dass schnell wachsende Pflanzen mehr Dünger brauchen als langsam wachsende. Aber manche Pflanzen reagieren bei zu starker Düngung auch empfindlich auf eine Übersalzung der Erde. Besser sich vorab genau über die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanze informieren.

5. Standort Zimmerpflanzen brauchen viel Licht, besonders wenn die Tage kurz sind. Deswegen ist die Fensterbank ein beliebter Standort. Doch Achtung, berühren die Blätter oder Blüten im Winter die kalten Scheiben, können sie erfrieren oder zumindest braune Spitzen bekommen. Der Wurzelballen reagiert übrigens empfindlich auf zu kalte Böden.

6. Ruhepausen Vor allem im Winter brauchen viele Pflanzen Ruhepausen. Erkundigen Sie sich, welche man besser nicht düngt oder sogar etwas kälter stellen sollte, damit sie sich für die nächste Wachstumsphase wieder erholen können.

 

Publiziert am 18.11.2015 | Aktualisiert am 18.11.2015
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