Die schönsten Weihnachtsmärkte Lichtermeer unter freiem Himmel

Endlich ist es so weit: Glühwein und Lebkuchenduft machen sich breit – die Zeit der Weihnachtsmärkte ist da. Wir haben für Sie die glitzerndsten und schönsten ausfindig gemacht!

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Woher kommt der Weihnachtsmarkt?

«Der Konsum-Rummel wird jedes Jahr schlimmer!» Die Klage über die angebliche Kommerzialisierung des Fests der Geburt Christi erklingt, alle Jahre wieder, mindestens seit 200 Jahren. Denn schon im 19. Jahrhundert war der Besuch eines Weihnachtsmarkts ein fröhlicher Familienevent, mit Lichterglanz und Körben voller Geschenken und Süss­waren. In dieser Zeit gab es schon ein städtisches Bürgertum, eine Mittelklasse, die über die Freizeit und das Geld verfügte, dem vorweihnachtlichen Shopping zu frönen.

In der Zeit davor, etwa seit 1300, waren die Vorläufer der heutigen Weihnachtsmärkte eher karge Veranstaltungen – viele dauerten bloss einen Tag – und die Händler boten Sachen für den täglichen Bedarf wie wollene Unterhosen, vor allem aber Fleisch. Im November, als das Vieh genug auf den Rippen hatte, wurde geschlachtet, und in der kalten Jahreszeit hatten die Leute, Marktbeschicker wie Kunden, mehr Zeit übrig – schliesslich lag die Feldarbeit jetzt brach.

Kinderspielzeug und Flitterkram werden Mode

Erst im 14. Jahrhundert erlaubte man daher allmählich auch Herstellern von weniger nützlichen Produkten auf den Märkten Buden aufzustellen: Spielzeugmachern, Korbflechtern oder Zucker­bäckern. Verkäufer von Marroni, Nuss und Lebkuchen zogen nach und fanden eine begeisterte Kundschaft – ein Zeichen dafür, dass sich nun auch breitere Schichten etwas gönnen wollten und konnten.

Anfang des 17. Jahrhunderts kamen geschnitzte Weihnachtskrippen aus Italien auf, Verkaufshits wie die Zinnfiguren für Kinder, die jetzt total hip wurden. Die Bedenkenträger sahen das damals schon mit Unbehagen und geisselten den Trend, Christi Geburtswerk mit Flitterkram und Zuckerwerk zu entweihen. Doch verhallten ihre Rufe weitgehend ungehört – und das ist bis heute so geblieben.

Weihnachtsmarkt in Dresden. Wilhelm Mierendorf

Dresden

1434 zum ersten Mal als «Strezelmarkt» erwähnt, schmückt sich der Dresdner Markt (24. November bis 24. Dezember) mit dem Titel «ältester Weihnachtsmarkt Deutschlands». Um 1500 wurden hier erstmals «Christbrote uff Weihnachten» an die ­Bürger verkauft. Der weltberühmte Dresdner Christstollen verdankt seine mürbe Konsistenz dem Papst Innozenz VIII (1432–1492). Zu seiner Zeit galt das kirchliche Verbot, vor Weihnachten – aus Fastenzeitgründen – in Backwerken Butter zu verarbeiten. Der Kurfürst Ernst von Sachsen und sein Bruder Albrecht baten den Heiligen Vater, das noch mal zu überdenken. Tatsächlich hob er 1491 das Butter-Verbot auf – allerdings gegen Zahlung eines kleinen Butter-Ablasses  an die Kirche. Der echte Stollen trägt heute ein Siegel, denn es versuchen sich auch viele Nachahmer daran. Ansonsten ist der Markt bekannt für Weihnachtskunsthandwerk aus dem Fichtelgebirge.

Weihnachtsmarkt in Strassburg. Zvardon

Strassburg

Eine stimmungsvollere Kulisse als das imposante Münster (1439 geweiht) lässt sich schwerlich vorstellen. Seit 1570 drängen sich beim grössten Weihnachtsmarkt Frankreichs die Buden, aber eigentlich besteht der Markt aus verschiedenen über die Stadt verteilten Themen-Märkten. Der Marché des Saveurs Alsaciennes etwa bietet Spezielles aus dem Elsass. Das Royaume des Enfants (Königreich der Kinder) auf der Place Saint-Thomas ist ein beliebtes Ziel für Familien. Da die Stadt überschaubar ist, findet sich der Besucher aber leicht zurecht. Spe­zialität 2016: Die Stadt lädt das Land Portugal ein, das sich im Portugiesischen Dorf weihnachtlich präsentiert (25. November bis 31. Dezember).

Weihnachtsmarkt in Nürnberg. zVg

Nürnberg

Kein Plastik-Tannreis und keine falschen Chläuse, keine Buden im Chalet-Stil, keine Endlosschleifen-Beschallung mit Weihnachtsliedgut – die Stadt­verantwortlichen von Nürnberg halten auf Tradi­tion und verbieten jeglichen modernen Tand. Dem Angebot kommt das zugute. Bis heute basteln alte Heimarbeiterinnen im Sommer Zwetschgenmännle und Rauschgoldengel, die dann auf dem Christkindlesmarkt ihre Käufer finden. Die Umgebung ist so altfränkisch, wie sie nur sein kann, unendlich viel krummes Fachwerk mit Butzenscheiben, und in Gasthäusern sitzen sie dicht gedrängt und schmausen Fränkischen Sauerbraten und würzige Nürnberger Bratwürstle, im Sechserpack serviert. Der Markt war anno 1628 mit 150 Buden schon gross. Heute sind es mit 203 gar nicht so viel mehr. Attraktionen sind der separate Kinder-Teil und der internationale Bereich mit Spezialitäten aus der ganzen Welt (25. November bis 24. Dezember).

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Publiziert am 02.12.2016 | Aktualisiert am 02.12.2016
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