Winterspass Freeriden Grenzenlose Freiheit im Pulverschnee

Wintersport abseits der Piste bereitet einer wachsenden Community Spass. Was dabei nicht vergessen gehen darf: Der respektvolle Umgang mit der Natur. Und der mit der eigenen Sicherheit. Denn beides kann fatale Folgen haben.

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Die Sonne scheint. Frischer Pulverschnee überzieht den Hang. Kein von Pistenbullys entjungfertes Terrain. Das sind Konditionen, die Freerider glücklich machen. Abseits präparierter Pisten zu fahren, ob mit Skis oder Snowboard, ist ein unaufhaltsamer Trend. «Der Verkauf von Freeride-Skis nimmt bei uns seit Jahren zu», sagt Roman Arnold von Stöckli Swiss Sports.

 

Eine Entwicklung auf die auch Wintersportregionen reagieren und darum Freeride Routen innerhalb ihres Gebiets anbieten. Zu den Schweizer Freeride-Mekkas gehören Verbier, Engelberg und Andermatt-Sedrun. «Wobei man zwischen Freeriden und Freetouring unterscheidet», sagt Markus Boss, Gründer der «Kick the Vik» – Eco Freeride Tour. Während Freerider den einfachen Aufstieg per Gondel wählen, erarbeiten sich Freetourer ihre Abfahrt: Sie mühen sich mit Freeride-Tourenskis oder Schneeschuhen den Berg hoch.

Beides nicht immer zur Freude von Naturschutzorganisationen. «Freerider, die sich nicht an die Regeln halten, können viel Schaden anrichten», sagt Katharina Conradin, Geschäftsleiterin von Mountain Wilderness Schweiz. Als Teil der Kampagne «Respect Wildlife» betreibt die Organisation Aufklärung über korrektes Verhalten abseits der Piste.«Wichtig ist uns, dass Wildruhezonen eingehalten werden». Dieses Ziel verfolgt auch der Freeride-Experte Markus Boss: «Das alpine Vergnügen, darf nicht auf Kosten der Natur erfolgen».

 

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Gründer der Eco Freeride Tour, Markus Boss. zvg

Aus diesen Grund rief er 2008 die Eco Freeride Tour ins Leben, Freeride-Wettbewerbe, für die «im Gegensatz zu Grossveranstaltungen keine Lawinensprengungen gemacht werden». Wildruhezonen werden respektiert, kaum Abfall produziert und auf motorisierten Transport wird weitgehend verzichtet. Die Teilnehmer werden dazu ermuntert mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, das komplette Fotografie- und Videoequipment wird den Berg hochgetragen. Nicht waghalsige Stunts, sondern Gemeinschaft, Respekt vor der Bergwelt und Ausbildung der alpinen Fähigkeiten stehen dabei im Vordergrund.

Und die Sicherheit, die spielt ebenfalls eine grosse Rolle. Zu Recht: Die SUVA registrierte alleine im Jahr 2014 rund 400 Unfälle, davon fünf Todesfälle, abseits der Pisten, wobei nur die Fälle von SUVA-versicherten Personen erhoben wurden. Gerade junge Menschen, Schüler und Studenten etwa werden von der SUVA noch nicht erfasst. Angesichts dieser Zahlen, hält Boss nicht ohne Stolz fest, dass sie in den acht Jahren ihres Bestehens noch nie einen Lawinenunfall hatten. Nicht zuletzt weil sie die Konditionen am Berg zusammen mit lokalen Bergführern gewissenhaft studieren und allenfalls Routenänderungen vornehmen. Aber natürlich bleibe stets ein Restrisiko.

Deshalb ist es ihm ein Anliegen, dass sich Neueinsteiger seriös vorbereiten.«Wir bieten einen Basiskurs für Neulinge an», sagt Boss. Einzige Voraussetzung für die Teilnahme sei sicheres Fahrverhalten auf der Piste. Lawinenkunde, Tiefschneetechnik und Notfallverhalten bei Lawinenunfällen sind Teil des Kurses. Danach geht die Schulung auf der Tour weiter. Anfängern empfiehlt er den dreitägigen Event in Andermatt-Sedrun, hoch zur Maighels-Hütte. «Der Aufstieg ist mit durchschnittlicher Kondition machbar.» Ausserdem zählt Andermatt-Sedrun zu den besonders schneesicheren Schweizer Wintersportorten -  gerade dieses Jahr ein klarer Pluspunkt.

Die fünf goldene Freerider-Regeln

  1. Vor der Tour: Orientierung über das Wetter, sowie die aktuelle Lawinensituation. (Wetter: Meteoschweiz.ch, Lawinenbulletin: slf.ch)
  2. Während der Tour: Neubeurteilung aufgrund von lokalen Verhältnissen wie Gelände und Temperaturschwankungen (Lawinen-App für unterwegs: White Risk)
  3. Sicherheitsequipment: LVS auf Senden, Schaufel und Sonde dabei. (Ortungs-App: iRega)
  4. Am Hang: Frische Triebsschneesammlungen (gewellten Schneeoberfläche) umgehen, Schlüsselstellen und extreme Steilhänge einzeln befahren.
  5. Wildruhezonen dürfen nicht befahren werden - Spass ja, aber nicht auf Kosten der Natur (respect-wildlife.ch)
Publiziert am 05.02.2016 | Aktualisiert am 09.03.2016
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