Unterwegs auf Malta und Gozo Wo im Herbst noch Sommer ist

Den Sommer verlängern, ohne weit zu reisen – und ohne auf den Kanaren oder Malle zu enden? Malta hält, was man sich davon erhofft.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 On the road mit Christian Bauer Kampfmutter-Alarm im Zug
2 Unterwegs in Sils Maria GR Zu Besuch beim verrückten Philosophen
3 Im Iglu-Dorf in Gstaad Schlafen wie ein Eskimo

Reisen

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
19 shares
1 Kommentar
Fehler
Melden

Wann ist Malta am schönsten?

300 Sonnentage pro Jahr verspricht der Inselstaat, der südlich von Sizilien im Mittelmeer liegt.

Und tatsächlich: Die Ferienwoche dort ist tadellos. Ein Tag gleich schön wie der andere und immer um die 30 Grad – und das Mitte September: Was will man mehr? Ausser vielleicht noch eine Woche dranhängen.

Wo ist es auf Gozo am schönsten?

Malta und die Schwesterinsel Gozo erweisen sich auch als guter Kompromiss zwischen faulem «Sünnele» und aktiv sein. Neben beeindruckenden Naturmonumenten, etwa dem Blauen Fenster und der Blauen Grotte, kann man zahlreiche bauliche Kunstwerke besuchen, darunter Kirchen und Befestigungsanlagen.

Hobby-Archäologen können diverse megalithische Tempel erkunden. Die Tempelanlage Ġgantija, was zu Deutsch «Riesig» bedeutet, ist zum Beispiel älter als Stonehenge. Einheimische sprechen zwar bloss vom «Steinhaufen» und rümpfen beim Eintrittspreis von 10 Euro die Nase, aber wer ein Flair für die Vorzeit hat, sollte sich das nicht entgehen lassen.

Badeurlaub auf Gozo

Soll es mehr Action sein, kann man Quad- und Jeep-Exkursionen buchen oder sich bei vielen Wassersportmöglichkeiten austoben. Tauchen, Jetski, sich am Fallschirm von einem Boot ziehen lassen – alles ist möglich.

Überhaupt: Auf dem Meer ist immer etwas los. Wann immer man hinausschaut, sieht man Yachten, Motor- und Segelboote sowie riesige Frachter, die darauf warten, in den Freihafen von Marsaxlokk einzulaufen, eine der wichtigsten Drehscheiben des Schiffsverkehrs im Mittelmeer.

Manche Highlights erlebt man eher zufällig. Vom Hotelbalkon aus werden wir beispielsweise Zeuge, wie Froschmänner vom einem Helikopter aus ins Wasser springen und wie Pfeile aufs Land zuschwimmen. Als wir uns beim Personal erkundigen, heisst es: «Es ist kein Militärhelikopter. Sie müssen keine Angst haben.» Seit dem Arabischen Frühling und durch die Nähe zu Libyen sind manche nervös.

Nein, nein, es müsse sich um einen Filmdreh handeln, sagen wir. Welcher Film es denn sein könnte? Die Hotel-Angestellte weiss es nicht, meint aber, es werde gerade der Game-Knüller «Assassin’c Creed» verfilmt. Malta ist nämlich auch eine beliebte Destination für Hollywood. So liessen Brangelina auf Maltas Nachbarinsel Gozo eine ganze Bucht sperren, um den Streifen «By the Sea» zu drehen. Auch Szenen aus «Troja» und «Game of Thrones» entstanden auf Malta.

Ein Highlight mit Schweizer Bezug ergibt sich bereits vor dem Abflug. Krokus-Sänger Marc Storace ist der einzige Malteser, der mir ein Begriff ist. Also surfe ich auf seiner Facebook-Seite vorbei, um zu sehen, ob er allenfalls Tipps für seine alte Heimat hat. Hat er. Er ist – zum allerersten Mal – Special Guest am «Rockestra». Bei diesem jährlichen Benefizkonzert, das jeweils Tausende in eine Halle neben dem Fussballstadion Ta’ Qali lockt, rocken ein klassisches Orchester und maltesische Musiker gemeinsam ab, um Geld für die Bedürftigen zu sammeln. Raten Sie mal, wo wir unseren Samstagabend verbracht haben.

Publiziert am 02.10.2015 | Aktualisiert am 13.10.2016

Gut zu wissen

Hinkommen
Zum Beispiel mit Helvetic Tours (Online-Angebote für Flug/Hotel ab 270 Franken/Woche). Flugdauer: Etwas mehr als 2 Stunden. Eventuell Shuttleservice mitbuchen oder am Flughafen ein Taxi nehmen.

Unterkunft
Das Radisson Blu in St. Julians (ab ca. 500 Franken/Woche inklusive Flug) bietet einen angenehmen Standard und eine schöne Poolanlage. Zu Fuss ist man in 15 Minuten im Ausgehviertel, hört in der Nacht aber bloss angenehmes Meeresrauschen und kein Johlen alkoholisierter Partygänger. Unbedingt ein Zimmer mit Meerblick buchen! Alles andere wäre schade. Wer Sandstrand möchte: Radisson Blu hat einen Ableger am Malta Golden Sands (Westküste).

Weitere Infos
www.visitmalta.com

Das muss man gesehen haben

Valletta
Die Hauptstadt Maltas ist aufgrund ihres kulturellen Reichtums Unesco-Welterbe. Befestigungsanlagen mit Kanonen Zeugen von ihrer bewegten Vergangenheit. Tipps: Drink am Hafen, mit dem Verbindungslift zu den Barracca-Gärten hochfahren und dann die Stadt zu Fuss oder mit der Pferdekutsche erkunden.

Medina
Die Stille Stadt mit ihren malerischen, mittelalterlichen Gässchen wirkt immer noch so, als ob jeden Moment ein Tempelritter um die Ecke biegen könnte. Eindrücklich.

Blaue Grotte
Hätten wir gerne besucht, aber: Trotz strahlendem Wetter fuhren die kleinen Bötchen nicht raus, weil das Meer zu bewegt war. Den Besuch also frühzeitig einplanen, damit man allenfalls einen zweiten Versuch hat!

Gozo
Das Blaue Fenster auf Maltas etwas grüneren Schwesterinsel Gozo ist ein Naturspektakel, dem aufgrund der Verwitterung die Zerstörung droht. Also anschauen, solange man noch kann! Weitere Attraktionen: das Handwerksdorf Ta’ Dbieġi und die Ġgantija-Tempel. Auf Comino, der dritten bewohnten maltesischen Insel, kann man unter anderem in der Blauen Lagune baden.

teilen
teilen
19 shares
1 Kommentar
Fehler
Melden
Impressionen von Malta und Gozo. play
Rockte Malta am «Rockestra»: Krokus-Sänger Marc Storace. Benno Bruggisser, Cilgia Grass

Tipps

Abfeiern
Wer Party machen will, sollte sich ein Hotel in St. Julians, auf Maltesisch San Ġiljan, nehmen. Dort gibt es diverse Clubs und Pubs. Amüsant I: Weil überall voll aufgedreht wird, bewegt man sich nächtens auf den Strassen durch einen abgespaceten Soundbrei. Amüsant II: Die Bodenbeläge in Malta sind äusserst uneben. Dementsprechend tun sich viele Disco-Queens mit ihren High Heels in der Ausgangszone schwer. Tipp: Ballerinas zum Wechseln in die Handtasche packen!

Baden
Malta hat eine zerklüftete Felsenküste, Sandstrände gibt es nur wenige. Dementsprechend drängen sich dort die Leute. Als Alternative bieten viele Hotels schön Poolanlagen. Ausserdem findet man auch an den Felsenstränden immer wieder Einstiegsmöglichkeiten für Schwimmer. Wobei das Meer recht stürmisch sein kann, also eher etwas für geübte Schwimmer. Nicht vergessen: Gummischuhe einpacken, um die Füsse vor den messerscharfen Felsenkanten zu schützen! Und Vorsicht, es gibt Quallen!

Essen
In Malta kann man gut und günstig essen und trinken. Unbedingt probieren: Pastizzi (salziges Blatterteiggebäck mit Füllung) als Snack, Fenek (nationales «Chüngel»-Gericht) und Lampuki (einheimischer Fisch) als Hauptmahlzeit. Letzteres am besten im Fischer-Städtchen Marsaxlokk (ausgegesprochen: Marsaschlock). Besserer Fisch und günstigere Preise.

Fortbewegung
Malta war bis Mitte der 60er-Jahre britische Kolonie. Dementsprechend wird (neben Maltesisch) auch Englisch gesprochen, und es herrscht Linksverkehr. Wer deswegen das Mieten eines Autos scheut, kann sich zum Beispiel per Taxi (relativ günstig) oder mit dem regulären Bus fortbewegen. Aber Vorsicht: Die Busse halten nur, wenn man sich per Handzeichen bemerkbar macht. Wichtig: Die 2 Euro Fahrgeld immer als Kleingeld im Sack haben oder sich gleich eine Dauerfahrtkarte besorgen (muss man an einem Sensor im Bus entwerten). Und sich nicht auf die digitale Anzeige im Bus verlassen. Die funktioniert nur im Ausnahmefall richtig. Wie übrigens auch die Billettautomaten. Ausserdem gut festhalten! Die Strassen sind rucklig und die Malteser haben einen ausgesprochenen Bleifuss.

Sightseeing
Effizient, aber touristisch: Entweder im Hotel oder am Hafen von Tas-Sliema, kurz Sliema, eines der zahlreichen Tages-Packages für mehrere Sehenswürdigkeiten buchen. Wer es individualistischer mag, sollte sich ein Ticket für die «Hop on, hop off»-Busse besorgen. Einfach nach Gusto auf- und abhüpfen und selber bestimmen, wie lange man wo bleibt. Zudem erhält man über Kopfhörer interessante Infos über die Sehenswürdigkeiten. Fahrpläne beachten! Und Sonnencrème und –hut nicht vergessen! Das Oberdeck ist offen und die Sonne brennt gnadenlos.

TOP-VIDEOS

1 Kommentare
  • Manfred  Grieshaber aus Zollikon
    05.10.2015
    Am seltsamsten fand ich die Erklärung zu den vielen Ruinen in den einsamen Hängen. Man sagte mir das dort war eine Feuerwerksfabrik die ist letztes Jahr in die Luft geflogen und dort drüben, die explodierte vor 3 Jahren. Die Malteser lieben Feuerwerk, jede Kirche hat einen anderen Schutzpatron und dessen Tag muss gebührend mit Feuerwerk gefeiert werden.
    Die haben quasi 365 Tage im Jahr Knallerei.