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Umwerfend: Blick von der Terrasse des Hotel Chiaia di Luna. (www.hotelchiaiadiluna.com)
«Wohin genau fährst du?», fragen meine Freunde, kaum erzähle ich ihnen von meinen Ferienplänen auf Ponza. Sie kommen alle zum gleichen Schluss: «Nie gehört.» Auch mir war die Insel fremd, bis ich sie zufällig auf der Karte entdeckte. Da dachte ich mir: Was so unbekannt ist, kann unmöglich dem Massentourismus zum Opfer gefallen sein. Also hin!
Das acht Kilometer lange und zwei Kilometer breite Eiland liegt 30 Kilometer vor der italienischen Küste, auf der Höhe zwischen Rom und Neapel. Die Ortschaft mit ihren hellblauen und rosa Häusern lässt Mädchenherzen wie meines sogleich höher schlagen – und in den engen Gässchen fühle ich mich wie im Film «Il Postino».
Gäste aus dem Ausland sind die Ausnahme, denn es zieht vor allem Italiener aus dem nahen Rom auf die Insel. Prinzessin Caroline von Monaco weilt ebenfalls öfters in Ponza – Prinzessinnen wissen halt, was königlich ist. Und wie Königinnen fühlen sich auch meine Freundin und ich beim Sonnenuntergang: das Farbspektakel ist ein Traum.
Nicht nur Romantiker, auch Badefreunde werden auf Ponza glücklich: Der bekannteste Strand ist «Chiaia di Luna», geschützt von einer weissen Tuffsteinwand. Ein anderes Paradies entdecken wir in der Bucht «Cala Feola». Geiler als im Film ‹Die blaue Lagune, meint meine Freundin. «Stimmt», antworte ich, «fehlt nur noch der Held, der uns heiratet.»
Solche Helden gibts in Ponza. Die Italiener begegnen uns mit Charme und Gastfreundschaft. Ihr «Ciao, bella!» empfinden wir nie als anzüglich oder gar mackerhaft.
Nach zwei Tagen Romantik und Faulenzen, verspüren wir Lust auf Action. Für 50 Franken mieten wir einen Roller. Ponza ist im Sommer autofrei, und wir sind die Alleinherrscherinnen der leergefegten Strassen. Wie Dennis Hopper und Peter Fonda in «Easy Rider». Unser Roadmovie führt hoch über den Hafen vorbei an den verwaisten Aussichtspunkten.
«Was war dein Ponza-Highlight?», fragt mich meine Begleiterin auf der Rückreise. Da muss ich nicht lange überlegen. «Der Kellner im Hotel und die Gästehäuser Villa Laetitia und La Limonaia.» Die beiden Edel-Hotels gehören den Schwestern des italienischen Modehauses Fendi. Um in eine Fendi-Villa
zu ziehen, würden wir unsere Omas verkaufen – und die Opas mit drauflegen.