Wellnessen in Weggis LU Frühjahrs-Service für den Körper

Wenn die Natur zu neuem Leben erwacht, wird es Zeit, den winterträgen Körper gründlich durchzuspülen. Entschlackungs- und Entgiftungskuren sind besonders im Frühling sehr gefragt. Zu Besuch im Wellnesshotel Rössli in Weggis LU.

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Die Hose zwickt! Und wieso bin ich immer so müde? Das war mein Ist-Zustand, bevor ich mich in die Hände von Roswitha Rösinger begab, die mir zu einer Thalasso-Therapie riet. «Danach fühlen Sie sich wieder frisch», sagte die Spa-Chefin des familiengeführten Wellnesshotels Rössli in Weggis.

Eines von vielen, das sich in der Schweiz auf Entschlackungskuren spezialisiert hat. Im hippen Wellness-Slang heissen die momentan angesagten Behandlungen «Detox», «Detoxication» – Entgiftung. Ganzheitliche Kuren, die den Körper von innen und aussen entgiften wollen, wie beispielsweise Ayurveda- oder F.X.-Mayr-­Kuren, die neben einer Spezialdiät auch spezifische Treatments als Gesamt­paket anbieten. Und die jene ­Hotels, ­deren Erholungsangebot aus ­einem Pool samt Saunabereich besteht, endgültig in die Wellnesssteinzeit katapultieren.

Hochsaison für Detoxwillige ist natürlich der Frühling. Denn der Winter ist, wie wir alle wissen, dank weihnachtlicher Ess- und Alkoholgelage, kombiniert mit Bewegungsmangel, Gift für den Körper. Höchste Zeit also, spätestens ab März/April, den so gewonnenen Speckpölsterchen und Giftstoffansammlungen im Gewebe buchstäblich zu Leibe zu rücken.

Deswegen liege ich nun also auf der harten Pritsche von Masseurin Ilona. Als Wellness-Neuling bin ich vor der Behandlung etwas verunsichert: Behalte ich die Badehose an? Wo ­beginnt die Nacktzone? Die erfahrene Therapeutin fegt meine Unsicherheiten mit ein paar Witzen und liebevollen Anweisungen weg. Und ehe ich mich versehe, schrubbt sie mich mit einer Tinktur aus Sand, Meersalz und Feuchtigkeitscreme ab. «Das Peeling ist nicht unbedingt angenehm», sagt sie lächelnd, als ich etwas zusammenzucke. Stimmt. Es kratzt und schabt. Doch das Wellness-Schleif­papier ist der «Apéro für den Body», wie Ilona das raue Prozedere erläutert, «dadurch wird der Körper für die Aufnahme der Wirkstoffe vorbereitet».

Herzstück der Erfrischungskur ist eine Algenpackung. Die riecht wie ein Fischkutter im Hafen von Santorin. Herrliche Ferienerinnerungen. Den Wirkstoffen in den Algen wird nachgesagt, dass sie Giftstoffe aus dem Körper spülen.

Über einen längeren ­Zeitraum gehende Entgiftungstherapien wie etwa Thalasso wollen mehr als Massagen, Kosmetikbehandlungen und Saunalandschaften bieten können. «Detox» bietet auch eine Fluchtmöglichkeit aus der belastenden Alltagswelt. «Unsere Kunden», sagt Roswitha Rösinger, ­«suchen eine mögliche Therapie gegen Stress, Überarbeitung und Burnout.»

Moderne Wellness-Behandlungen bewegen sich daher zwischen Wohlbefinden und Heilkunst – so wie die Grünalgenpaste, mit der mich Assistentin Sheela einschmiert. Damit mein Kreislauf in Wallung kommt und mein Körper die Wirkstoffe besser aufnimmt, liege ich in ­einer Art Schlafsack, durch den 34 Grad warmes Wasser pumpt. 40 Minuten dauert die Schwitzkur, nach 20 Minuten liege ich in meinem eigenen Saft und schlafe selig.

Meine Thalasso-Anwendung ist ein Detox-Klassiker. Thalasso, von griechisch Thalassa – Meerwasser, macht sich die ­gesundende Wirkung des Meeres zunutze. Schon im 18. Jahrhundert wurden das salzige Nass und Meerespflanzen zu medizi­nischen Zwecken genutzt. Ins Binnenland Schweiz schwappt das Meer in Form von für die Kosmetik aufgearbeiteten Algen. Heisse Badequellen und Massagen kannten aber auch ­bereits die Römer, dennoch ist das therapeutische Feel-Good bei uns erst seit 20 Jahren ein ­Massenphänomen.

Die althergebrachten Therapien werden regelmässig durch neue ergänzt und erweitert. Der letzte Trend, «Forest Bathing», das Baden im Wald, kommt aus Japan und fasst langsam auch in Europa Fuss. Dabei schreitet man meditativ durch einen Hain und saugt die heilende Wirkung der Bäume mit allen Sinnen ein. Bluthochdruck, Verspannungen und sogar Krebs: Die Bäume heilen alles. Die gesundende Wirkung sollen gar medizinische Studien aus Japan beweisen.

Eher für Mutige ist das derzeit bei Prominenten, wie etwa Victoria Beckham, populäre «Bird Poop Facial» – eine Gesichtsmaske aus Vogeldreck. ­Dagegen mutet ein Bad im Bier, Wein oder Kaffee, denen in diversen Kuren auch heilende Kräfte zugeschrieben werden, geradezu harmlos an.

Egal! Ich lobe mir die sanften Hände von Ilona, die mich nach meinem Algen-Schwitz-Sumpf mit einer entsäuernden Ganzkörpermassage verwöhnen. Ob ich nach Bad, Peeling, Algen und Massage wirklich gesünder bin, kann ich nicht sagen – eine herrliche Erholung vom Alltag ist es allemal. Meine Haut ist ­babyweich, und die Verspannungen im Rücken sind weg. «Wenn jeder Mensch eine Stunde am Tag massiert würde, wäre die Welt ein friedlicherer Ort», resümiert Ilona. Stimmt, ich bin heute sanft wie eine Alge.

Infos unter:
www.wellness-roessli.ch

Publiziert am 10.03.2015 | Aktualisiert am 12.01.2017
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Trend Medical Wellness

Die Steigerung der Wohl­­­fühl-Anwendungen mit thera­peutischer Wirkung ist der wachsende Trend der Medical Wellness. Hierbei legt ein Arzt die Therapien fest und überwacht deren Anwendung und Wirkung. Klassisches Beispiel sind Kneipp-Kuren. Moderne ­Medical-Wellness-Hotels ­fokussieren unter anderem auf Fastenkuren, Stress­bewältigung, Rheuma­erkrankungen, ­Rehabilitation und Schönheitsbehandlungen. Führend in der Schweiz sind das Grand Resort Bad Ragaz und Hof Weissbad bei Appenzell. www.resortragaz.ch

Gewusst?

Das Wort Spa, das als Überbegriff für Bade- und Saunaanlagen verwendet wird, übersetzt man oft mit­ dem lateinischen «Sanitas per aquam», Gesundheit durch Wasser. In Wirklichkeit leitet sich der Begriff vom belgischen Kurort Spa ab, dessen Thermalquellen ab dem 18. Jahrhundert von den Mächtigen und Reichen ­Europas besucht wurden.

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