Kinderzoo in Rapperswil SG Elefanten-Paradies am Zürichsee

Knies Kinderzoo ist heute eine Schweizer ­Institution. Nun geht für Elefantenexperte Franco Knie ein Kindertraum in Erfüllung: Die Eröffnung des Himmapan-Elefantenparks.

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Die kleine Elefantendame Kalaya prustet mit ihrem Rüsselchen Sand auf ihren Rücken. Genauso wie ihre Mama neben ihr. Elefan­töse ­Gesundheitsvorsorge: Der Sand vertreibt nerviges Ungeziefer. Noch sieht das herzige Riesenbaby etwas unbeholfen aus, aber was die Mama macht, will sie auch schon können. Mit ihren eineinhalb Jahren ist ­Kalaya in menschlichen Massstäben ein Chindsgi-Knirps und muss das Leben noch lernen.

«Bei den Elefanten ist es wie bei uns Menschen, die Kleinen lernen von der Mutter», erklärt Elefantenexperte Franco Knie die Situation. Der rüstige 60-Jährige steht auf dem ­Höhenweg über der Elefantenanlage und blickt stolz auf seine Schützlinge herunter.

«Das hier ist mein Kindheitstraum», sagt Knie mit strahlenden Augen. Dieser Kindheitstraum ist die neue Elefanten­anlage Himmapan im Knies Kinderzoo in Rapperswil SG, die seit März Besucher und Elefanten gleichermassen begeistert. Der grosszügige Bau ist einem thailändischen Tempel nachempfunden und beherbergt obendrein ein thailändisches Restaurant, das abends vom Schnellimbiss- zum A-la-carte-Restaurant mutiert. 

Möglich wurde das neue ­Areal, als die benachbarten Sportplätze aufgelöst wurden. «Mir war sofort klar, dass wir diesen Platz für die Elefanten nutzen müssen», so Knie.

Entstanden ist eine Anlage nach neusten Erkenntnissen der Elefantenhaltung. Mit Elefanten-Swimmingpool, Sand- und Schlammsuhle – alles, was die weltweit grössten Landtiere für ihre tägliche Wellness brauchen. Mit 6500 Quadratmetern ist die neue Anlage massiv grösser als der Vorgängerbau, doch auch dieses Areal wirkt klein in Anbetracht der tonnenschweren Tiere.

«Die Grösse einer Anlage ist wichtig, aber nicht massgebend», sagt Franco Knie. «Wichtig ist eine Struktur, die den schlauen Elefanten Anreize gibt.» Für das Gehirn- und ­Rüsseltraining gibt es aufgehängte Strohkugeln, zu denen sich die Elefanten strecken müssen, Kunstfelsen mit Löchern, in denen Futter versteckt wird und Elefanten-Pellets: Äste, die Sandry, Claudy, Sabu und ­Kalaya genüsslich zerkauen.

Ein Tierpfleger verstreut Leckerli im Sand: eine willkommene ­Gelegenheit, um mit dem Rüssel durch den Boden zu pflügen.

Zur Beschäftigungstherapie zählen auch Baden und Reiten. Zweimal pro Tag haben Zoobesucher die Möglichkeit, auf den Dickhäutern eine Runde durch die Anlage zu drehen. «Der Kontakt zu den Besuchern und den Pflegern gehört zum Konzept», sagt der Elefantennarr Knie, der die Zirkusmanege mit dem Zoo getauscht hat.

Im Gegensatz zu anderen Zoos heisst es in Rapperswil «berühren erlaubt». «Direkter Kontakt» nennt man diese Haltungsform, bei der die Pfleger mit den Tieren ohne bauliche Schutzmassnahmen in Berührung kommen.

Die professionelle Kuschel­erziehung gilt aber nicht für den künftigen WG-Bewohner der Anlage: Bald soll ein Bulle einziehen und für Nachwuchs sorgen. Mit dem Himmapan-Bau geht es Knie auch um die Zucht des vom Aussterben bedrohten Asiatischen Elefanten. Für den männlichen Einzelgänger wurde ein separater Bereich gebaut – weil Bullen während der Musth, einer durch einen Testosteronschub einmal im Jahr ausgelösten Aggressivitätsphase, sehr kampflustig werden können. Der Rückzugsort des Bullen im Innern der Anlage gleicht einem Gehege für Urzeit­riesen: Beindicke Eisenstangen schützen die Pfleger. «Ein Bulle wiegt etwa 7 Tonnen, da muss unsere Anlage etwa 20 Tonnen Wucht aushalten.»

Wenn Franco Knie von dem zukünftigen Bullen erzählt, wird er schwärmerisch. «Das wird auch für die Besucher eine sehr spannende Zeit.»

Bis dahin ist Klein-Kalaya der Star des Himmapan-Elefantenparks. Leckerlisuchen ist ihr langweilig geworden. Sie trampelt zum kleinen See und prustet mit Wasser herum. Die Mama ruft. Schnell zurück, vielleicht gibt es ja etwas Neues zu lernen. Töröööö!

Publiziert am 03.05.2015 | Aktualisiert am 03.05.2015

Infos

Zuwachs Neu eingezogen sind in diesem Jahr ein ­Gepard und eine Kolonie Humboldt-Pinguine.

  • Besondere Erlebnisse ­Elefantenanlage 
  • Elefantenreiten (exklusiv in Europa)
  • Elefantenfütterungen
  • Elefantentagwache
  • «Elefanten Special» mit ­Franco Knie
  • Revierbegleitungen
  • Wiegen von Elefanten (Waag mit Display)

Öffnungszeiten Zoo
9 bis 18 Uhr

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Der absolute Star in der neuen Elefantenanlage: Kalaya, eineinhalbjährig, zuweilen unbeholfen, aber stets bereit für allerlei Unsinn. play

Der absolute Star in der neuen Elefantenanlage: Kalaya, eineinhalbjährig, zuweilen unbeholfen, aber stets bereit für allerlei Unsinn.

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6 Kommentare
  • Wolf  Müller , via Facebook 04.05.2015
    Die neue Anlage ist von der Familie Knie privat finanziert worden. Das Restaurant direkt am See ist vielleicht eine Faust aufs Auge, aber das Eisstadion daneben ist nicht besser... und innen drin ist es echt gelungen. Tagsüber leckeres Essen zu fairen Preisen, wie man es sonst an solchen Orten nicht findet. Abends wird umgebaut und dann ist es ein sehr gediegenes asiatisches Resti.
    Auf dem Gelände war vorher ein Kunstrasenplatz...
    bleibt noch das Verkehrsproblem... auch da macht man das Mögliche
  • Shovel  Wally 03.05.2015
    Die Frage sei erlaubt, mit welchen Werten und Auflagen, etc., wurde diese Anlage, inkl. Restauration, etc., nur wenige Meter neben dem See bewilligt?
    Von anderer Seite betrachtet eine insgesamt gelungene Anlage. Wenn auch hier die Stadtbehörde bisher seit vielen Jahren im stillen Verhalten Private agieren lässt. Dies zu Lasten der Oeffentlichkedit/Steuerzahlen/Anwohner.
    • Markus  Schättin , via Facebook 03.05.2015
      Das ist tatsächlich sehr sehr fragwürdig. Ein Restaurant und Tiere in der Nähe eines Sees, das geht aber gar nicht. Eine Frage an sie, was genau nehmen sie?
    • Shovel  Wally 03.05.2015
      Nach meiner Ansicht ausgewogenes Essen und auch die Getränke sind im legalen Bereich.
      Aber, ich denke - sie rauchen jene getrocknete Sachen welche die Elefanten von sich geben, riecht ganz ähnlich..irrren ist menschlich.
    • Rolf  Hess aus Münchenbuchsee
      04.05.2015
      Fragen Sie doch mal auf der Gemeinde nach, wie viele Franken von Ihren Steuern für diese Anlage gebraucht werden. Knie wird Ihnen sicher Ihren Anteil zurück bezahlen und ein Billett zur kostenlosen Besichtigung schenken. So ist er nun auch wieder nicht.
    • Jsa  Sigron aus Schangnau
      04.05.2015
      Öffentlichkredite? Steuer zahlen? Anwohner? Sonst sind Sie gesund? Sind Sie aber nicht etwa neidisch auf die Bewilligung und die Anlage? hmm...nach Ihrem Kommentar zu urteilen sogar sehr....Sie glauben wohl nicht, dass Franco Knie irgendwie illegal eine solche Anlage bewilligen ließ oder sonst etwas daran unsauber abgelaufen sein soll? Da muss ich einfach nur lachen. Tja der böse Neid....