Im Museum The Gate Berlin 300 Jahre in 20 Minuten

Das neue Museum The Gate führt multimedial und spektakulär durch die Geschichte Berlins. Die Erfinder zeichnen auch fürs Fifa-Museum in Zürich verantwortlich.

Multimediales Museum The Gate führt durch 200 Jahre Geschichte Berlins play
87 Hightech-Screens: Geschichte wird in The Gate zum Rundum-Erlebnis. Bernd Brundert

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Der Pariser Platz mit dem Brandenburger Tor ist das Ziel aller Berlin-Touristen. Am Pariser Platz 4 A hat sich eine Menschenschlange gebildet, es ist die Adresse einer neuen Attraktion, The Gate Berlin. Die Menschenschlange gilt aber nicht dem kleinen Museum, sondern Starbucks nebenan. Noch nicht: The Gate Berlin wurde erst eröffnet. Es ist eine Idee der Triad Berlin, Kreativagentur für Kommunikation im Raum. Seit 1994 gestaltet sie weltweit auch Museen, darunter das Fifa-Museum in Zürich (siehe Kasten).

87 Hightech-Screens

Der Auftritt des neuen Museums ist diskret. Ein kleiner Eingang, ein schmales Entrée, dann die Treppe hinunter. Im Keller öffnet sich ein schwarzer, u-förmiger Raum mit 87 Hightech-Screens, davor kleine Hocker – und schon ist man mittendrin in der Multimedia-Erlebnis-Show der Weltgeschichte. Darin gehts im Sauseschritt durch 300 Jahre Berliner Geschichte mit historischen Filmaufnahmen und Pappfigurentheater. 20 Minuten atemlose Spannung, tolle Bilder, Witz, Ästhetik, Gewalt, Heiterkeit. Und zu all dem spielt die Musik.

Auch das Brandenburger Tor kommt darin vor. Einst Stadttor, wird es 1788 neu gestaltet und erhält seine Quadriga und Siegesgöttin. Dann besiegt Napoleon Preussen, die Quadriga entschwindet als Beute nach Paris. Acht Jahre später ist sie wieder auf ihrem Platz.

Revolutionen und Krieg im Schnellzugtempo

Es folgt die Bürgerrevolution, die industrielle Revolution mit dampfenden Maschinen. Der prächtig uniformierte Kaiser Wilhelm II. auf dem Pferd, die kaiserlichen Damen mit grossen Hüten in der Kutsche. Und schon ziehen blumenschwenkende, lachende Soldaten in den Ersten Weltkrieg. Deutschland verliert, Kaiser weg.

In Sekundenschnelle gehts durch die Weimarer Republik. Der Plüsch der Goldenen Zwanziger entfaltet sich mit einer Beine schwingenden Josephine Baker und mit Foxtrott tanzenden Paaren. Dann, rums: Wirtschaftskrise – und aus ists mit der Musik. Das Elend zieht ein, die Menschen verlieren ihre Arbeit, sie hungern. Hitler taucht auf, Fackelzug der SA durch das Brandenburger Tor, Steine fliegen in die Schaufenster jüdischer Geschäfte, verschlossene Güterwagen rollen nach Auschwitz, rote Hakenkreuz-Fahnen rollen die Wände runter, rote Flammen, es brennt. Der Zweite Weltkrieg, Deutschland wird besiegt und liegt in Schutt und Asche.

Nun der schnelle Wiederaufbau. Jetzt gibts West- und Ostdeutschland, ein geteiltes Berlin, Mauerbau, Todeszone, in den Westen flüchtende Menschen. Und weil die 20 Minuten gleich zu Ende sind, noch schnell die zwei letzten Grossereignisse: der friedliche Fall der Mauer und die Siegesfeier der Deutschen als Fussballweltmeister.

Atemlos durch die Geschichte

Am Ende fehlt einem die Puste, so musste man sich sputen, dem Lauf der Geschichte zu folgen. Zum Glück ist er als Dokumentation im Nebenraum nachzulesen. Danach kann man nochmals in die Show eintauchen, sie läuft als Endlosschleife bis zur Schliessung. Das Brandenburger Tor muss warten.

The Gate Berlin, Berlin, Pariser Platz 4 A, täglich bis 20 Uhr geöffnet.

Im Fifa-Museum. Getty Images
Fifa-Museum

Der Ball läuft rund

Alte Lederbälle, historische Szenen auf Riesenbildschirmen und ein bunter Fächer von Nationaltrikots: Das seit Anfang Jahr eröffnete Fifa-Museum beim Bahnhof Enge in Zürich überzeugt sowohl Besucher wie Kritiker. Die Berliner Kreativagentur Triad hat die Ausstellungsräume konzipiert. Sie nutzt – wie im Berliner The Gate – die aktuellste Ausstellungstechnik und macht sicht-, hör- und fühlbar, wie Fussball weltweit Emotionen weckt. Dieses Haus ist ein schöner Treffer.

 

Publiziert am 29.08.2016 | Aktualisiert am 29.08.2016
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