Traumhaft und speziell 25 Gründe, die Kanalinseln zu besuchen

Die Kanalinseln sind das ideale Hideaway vom stressigen Alltag. Zu Besuch in einem (Steuer-)Paradies mit wunderschönen Sandstränden und skurrilen Traditionen.

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1.  Die Kanalinseln sind das ­Paradies – behaupten die Einwohner selbstbewusst. Doch wer sich für immer im ­Garten Eden einnisten möchte, braucht ein prall gefülltes Konto oder ­einen einheimischen Ehepartner. Für den ersten Kuss mit der neuen Princess oder dem neuen Dream­boy gibts keinen schöneren Platz als das La Corbière Lighthouse bei St. Brelade auf Jersey. Der Leuchtturm ist bei Ebbe zu Fuss erreichbar. Unbedingt die Gezeiten beachten!

2.  «To go for a stroll» – sich ausgiebig die Beine vertreten ist hier Nationalsport. Jersey, Guernsey und Co. sind trotz Minigrösse ein Dorado für Wanderer. Ihre Wanderlust feiern die Jerseyaner mit der Spring Walking Week im Mai und der Autumn Walking Week im September. Während beider Wanderwochen gibt es unzählige, meist kostenlose Themenwanderungen zu Natur- und Kulturschönheiten, zu Herrenhäusern und geschichtsträchtigen Orten. Tipp: Bei der fünftägigen Inselumrundung kommt man besonders intensiv mit Land und Leuten in Kontakt.

3.  Umspült vom wärmenden Golfstrom spriessen und sprossen auf den Channels 1500 Blumenarten – ein Traum für Botaniker und Hobby-Gärtner. Wunderschöne Gärten gibt es im Herrenhaus Samarès Manor auf Jersey (St. Clement), während in der Eric Young Foundation in Trinity unzählige Orchideen erblühen. Tipp: Die geballte Ladung Flowerpower entfaltet sich an der Parade Battle of Flowers mit ihren herrlich geschmückten Wagen (13./14. August).  www.battleofflowers.com

4.  Jerseys Exportschlager sind neben steuersparenden Finanzkonstrukten vor allem die Jungkartoffeln ­namens Jersey Royals. Die tolle Knolle wurde per Zufall von einem lokalen Bauern gezüchtet und eroberte prompt die Kochtöpfe Britanniens. Ebenso einzigartig ist die Milch der Channel-Cows: Sie hat den höchsten Fettgehalt der Welt. Tipp: Agrarprodukte und kulinarische Mitbringsel gibt es im Classic Farm Shop in St. Peter, Jersey.  classicfarmshop.com

5.  Das dramatischste Kapitel in der jüngsten Geschichte der Inseln war die Besatzung durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Die schmerzliche Erinnerung daran wird in Veranstaltungen und vielen Museen wachgehalten. Besonders sehenswert sind die unterirdischen Nazi-Krankenhäuser Jersey War Tunnels und German Military Underground Hospital.

6.  Die Kanalinseln sind trotz ihrer Nähe zu Frankreich durch und durch britisch – mit französischem Einschlag versteht sich. Typisch englisch ist ein Cream Tea: eine nachmittägliche Teepause mit einem Scone (Rosinenbrötchen), Butter, Marmelade und viel Sahne. Tipp: Herrschaftlich geniesst man seinen Cream Tea im ehemaligen Herrenhaus Longue­ville Manor in St. Helier, Jersey. Bodenständiger zu gehts in einem der vielen Teahouses, die schier überall zu finden sind.  www.longuevillemanor.com

7.  Wegen ihrer Überschaubarkeit sind die Channels ideal für Familien mit Kindern. Ein Highlight ist der Besuch des Durrell Wildlife Conservation Trust, dem Jersey Zoo, der einen besonderen Fokus auf bedrohte Tierarten legt. Richtig austoben können sich die Kleinen im Funpark aMaizin Maze bei St. Ouen, wo man unter anderem in einem Mais-Labyrinth auf Schatzsuche gehen kann. Und im kleinen interaktiven Maritim Museum of Jersey in St. Helier lernt man das Wechselspiel zwischen Mond und Gezeiten kennen.
www.durrell.org
www.jerseyleisure.com

8.  Die Kanalinseln waren schon vor 5000 Jahren eine Reise wert: Als Beweis stellten Fred Feuerstein und Co. tonnenschwere Steinkreise auf und schufen riesige Grabhügel. Der grösste davon ist La Hougue Bie auf Jersey. Ein zehn Meter langer Gang führt hier in einen 14 Meter hohen Erdhügel, in dem sich eine geräumige Kammer öffnet. Spooky! Tipp: Am 21. März und 23. September scheint die aufgehende Sonne direkt in die Tunnelöffnung. Mystisch!

9.  Die Kanalinseln sind seit jeher Spielball im Gezänk zwischen den stolzen Nationen England und Frankreich. Wer immer die kantigen Felsen besass, baute mächtige Wehr­anlagen. Jerseys älteste Burg ist Mont Orgueil Castle oberhalb des Hafens der Stadt Gorey. Neben dem mehrstöckigen Burg­areal begeistern hier besonders mittelalterliche Schwertkämpfer, Märchenerzähler und Falkner (Mai bis Oktober). Tipp: Eindrücklich sind die Shakespeare-Aufführungen in der Burg (2. und 3. August). www.jerseyheritage.org

10. Auch Badenixen und Sonnenanbeter können im Ärmelkanal ihrer Passion frönen. Zwischen felsigen Küsten verstecken sich gemütliche Badebuchten. Als schönster Strand Jerseys gilt die St. Brelad’s Bay. Für Familien gut geeignet sind die Ladies Bay und der Sandstrand bei L’Erée auf Guernsey. Karibik-Feeling gibt es an den feinsandigen Beaches auf der Insel Alderney. Achtung: Die Pegelhöhe zwischen Ebbe und Flut variieren enorm. Beim Baden unbedingt die Anweisungen beachten.

11.  Jersey ist ein Geheimtipp für gemütliche Velofahrten. Die Abwechslung machts: saftige Weiden, einsame Steinhäuser, schnuckelige Dörfer und eine schroffe Küste. Mehrere gekennzeichnete Routen führen kreuz und quer über die Insel. Unterlagen und Karten gibt es in den Touristenbüros; Velos können vor Ort gemietet werden. Tipp: Besonders schön ist eine Tour auf den Green Lanes – kleine, oft baumumwucherte Landstrassen mit Tempolimit 15 Meilen/h für Autos.

12.  Velofahren bei Gegenwind macht hungrig. Eine Institution auf Jersey ist die Snackbude The Hungry Man im Hafen von Rozel im Nordosten. Die geringe Grösse macht der Imbiss mit bunten Tafeln und dem vielleicht besten Krabbensandwich der Insel wett. Auf der anderen Seite der Insel, in St. Ouen’s Bay, gibt es im Beach-Restaurant Big Vern’s ­Diner kraftspendende Burger.

13.  Minimale Mehrwertsteuer und günstiger Wechselkurs sei Dank: Die Channels sind ein Dorado für Shoppaholics. Die Urgesteine der Shoppingmalls im mondänen Hauptort St. Helier sind De Gruchy und Voisin’s. Unbedingt besuchen sollte man auch den viktorianischen Central Market. Hier werden kulinarische Köstlichkeiten von der Insel kredenzt. Tipp: Wo Banken und Reichtum regieren, darf edler Schmuck nicht fehlen. Sehr schöne, selbst designte Kleinodien ist beim Juwelier Aurum of Jersey in St. Helier erhältlich.
www.aurumjewellers.co.uk
www.voisins.com
www.degruchys.com

14.  Die Insel Guernsey liegt im Ärmelkanal wie ein umgefallenes Tortenstück. Im Süden ragt eine Steilküste aus den Fluten, im Norden fliessen flache Sandstände ins Meer. Den Mini-Staat, der kleiner ist als die Stadt Zürich, erkundet man am besten zu Fuss auf einem der vielen Wanderwege. Der eindrücklichste ist der South Coast Cliff Path entlang der zerklüfteten Steinküste. Kostenloses Kartenmaterial gibt es in der Touristeninformation in St. Peter Port.

15.  Das malerische St. Peter Port, Hauptstadt der Vogtei Bailiwick of Guernsey, eignet sich zum Lädelen, zum Geniessen von Cream Teas und natürlich zum Sightseeing. Nicht verpassen sollte man den historischen Stadtteil Arcade, den herrlichen Candie Garden und das vorgelagerte Schloss Castle Cornet.

16.  St. Peter Port kann gleich mit zwei Superlativen aufwarten. Hier schluckt der älteste Briefkasten Grossbritanniens schon seit 1892 die Feriengrüs­se der Touristen. Also: Postkarte schreiben, Guernsey-Briefmarke aufkleben und ab in die Letterbox in der Union Street. Wer dagegen Erleuchtung sucht, der geht in die Kirche – oder in die Albion House Tavern. Das rustikale Pub liegt laut dem Guinness-Buch der Rekorde näher an einer Kirche als jede andere britische Kneipe. Tipp: Unbedingt ein Pint (0,57 Liter) eines lokalen Ales oder Stouts probieren. Dazu Pub-Food und eine Partie Dart – fertig ist ein englischer Pub-Abend.

17.  England ist nicht gerade für gutes Essen bekannt. Zum Glück würzen die Kanalinsulaner ihre Gerichte aber mit einer gehörigen Portion französischer Haute Cuisine. Dies wird auch das erste Guernsey International Food Festival (18. bis 27. September) beweisen. Eine Tradition ist mittlerweile das Tennerfest (1. Oktober bis 11. November) auf allen Kanalinseln. Etwa 200 Restaurants servieren Gourmetmenüs für 10 bis 20 Pfund – für Hummer und Ähnliches ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.

18.  Die Insulaner sind ein festfreudiges Völkchen. Kein Wunder, finden viele Festivals statt. Am Sark Folk Festival (3. bis 7. Juli) wird zu peppiger Musik gesungen und getanzt, während am Bloom Festival (4. bis 12. Juli) auf Guernsey Privatgärten ihre Tore öffnen. Ein Spass für die ganze Familie (und der wichtigste Event auf Sark) ist ein Wochenende voller Schafsrennen (17. bis 19. Juli). Auch Alderney lockt jährlich Besucher zu einem besonderen Festival: Während der Alderney Week verwandelt sich die Insel in ein Karneval-Tollhaus, 2015 unter dem Motto «Cowboys gegen Aliens» (ab 1. August). Und am Guernsey Air Display (10. September) zeigen tollkühne Luftpiraten ihre Künste in alten und neuen Kisten.
www.sark.co.uk/events
2015.sarkfolkfestival.com
www.eventguernsey.com

19.  Die Engländer lieben die glorreiche Epoche, als Königin Victoria (1819–1901) das Empire regierte. Die damaligen Kolonien sind zwar verloren, das Lebensgefühl findet sich zuweilen aber noch: Im kleinen Victorian Shop in St. Peter Port etwa fühlt man sich wie anno dazumal. Highlight für Gross und Klein sind die bunten Süssigkeiten, die einzeln aus immensen Gläsern verkauft werden. Wer sich für vergessene Pflanzen interessiert, findet hier eine grosse Auswahl an Saatgut.

20.  Neben Alt- und Neureichen, welche die Inseln gerne als ihr zweites Zuhause wählen, lebte auf Guernsey auch ein Weltstar. Der französische National-Poet Victor Hugo («Les Misérables», «Der Glöckner von Notre-Dame») verbrachte in St. Peter Port 14 Jahre im Exil, worauf man noch heute mächtig stolz ist. In Hugos ehemaligem Wohnhaus ist ein Museum eingerichtet. Es zeigt die Räumlichkeiten Hugos im Originalzustand. Tipp: Wer mehr über den Schriftsteller wissen möchte, kann bei Touren dessen Lieblingsplätze besuchen. Infos im Touristenbüro.

21.  Während andere Regionen der Welt sich an Grösse überbieten, regiert auf den Kanalinseln die Winzigkeit. Alderney, die drittgrösste Kanalinsel, misst acht Quadratkilometer. Auf einer Fläche etwa so gross wie der Hallwilersee geniessen 2000 Menschen ein gemütliches Leben. Hierher kommt, wer Ruhe und Abgeschiedenheit sucht. Tipp: Hier tuckert die einzige Eisenbahn der Channel Islands. Leider dauert das Vergnügen in ehemaligen Bahnwagen aus der Londoner ­U-Bahn auf der drei Kilometer langen Strecke nur 15 Minuten.

22.  Typisch britisch übernachtet man in einem B&B-Cottage. Zum Zmorge biegt sich der Tisch mit einem Full Breakfast: einer Kalorienbombe aus Baked Beans, Ei, Speck, gebratener Tomate, Toast und Marmelade. Für Individualisten (und Asketen) gibt es auf Jersey  kultige Unterkünfte in trutzigen Wehrtürmen: Im «Archirondel Tower» etwa muss man auf Luxus verzichten, dafür blickt man direkt aufs Meer. Luxuriös ist dagegen das «Crête Fort», das auf einer Landspitze liegt, während der «Seymour Tower» bei Flut komplett vom Meer umspült wird.  www.jerseyheritage.org

23.  Dank milden Temperaturen gedeiht auf Jersey auch Wein. Das Weingut La Mare Wine Estate in Saint Mary produziert Wein, Cidre, Gin, den beliebten Apfel-Brotaufstrich «Black Butter» und Schokolade. Bei einer Tour erhält man einen Blick hinter die Kulissen der Herstellungsprozesse. Den Besuch kann man im hofeigenen Restaurant genüsslich ausklingen lassen.    www.lamarewineestate.com

24.  Alle Kanalinseln sind liebenswert schrullig. Die kurioseste Insel ist aber die autonome Insel Sark. Bis 2008 lebte man auf dem Inselchen mit seinen 600 Einwohnern noch im Mittelalter. Der Seigneur, nur der englischen Königin unterstellt, vergab das Land als Lehen an seine «Untertanen». 2008 gab es zwar zum ersten Mal seit Jahrhunderten demokratische Wahlen – die Basics des Feudalsystems bestehen dennoch fort. Tipp: Der Klassiker auf der Insel ist eine Tour mit der Pferdekutsche. Gartenliebhaber dürfen die Gärten der Seigneurie, den Sitz des Seigneurs, nicht verpassen.  Cool für Kinder: eine Führung durch die Höhlen von Sark.

25.  60 Einwohner, 2 Quadratmeter und ganz viel Ruhe. Herm ist der Winzling unter den Mini-­Inseln – und alleine schon deswegen einen Ausflug wert. Aber natürlich gibt es auch hier einen Weltrekord: das kleinste Gefängnis der Welt; es besteht aus einem einzigen Raum. Wer lieber seine Freiheiten geniesst, fühlt sich an der sandigen Shell Beach wie in der Karibik – natürlich ohne die wummernde Reggae-Bässe, denn nichts verachtet man hier mehr als Lärm.

Publiziert am 11.06.2015 | Aktualisiert am 20.12.2016
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1 Kommentare
  • heinz  Bingelli 11.06.2015
    25. 60 Einwohner 2 Quadratmeter und ganz viel Ruhe. Ich denke doch eher ein riesiger Lärm und gedränge bei 60 Nasen auf nur 2 Quadratmeter. Mein Kühlschrank hat ja fast mehr.