Mystisch und im Aufbruch 25 Gründe, Myanmar zu besuchen

Myanmar steht für ursprüngliches Asien und Aufbruch! Eine Reise zu goldenen Tempeln, wackeligen Booten und einem balancierenden Riesenkiesel.

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Nicht ganz günstig, dafür aber umso spektakulärer:Heissluftballonfahrt über dem Pagodenfeld von Bagan.

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1. Aus Protest gegen «Burma» – den Landesnamen unter der britischen Kolonialmacht – wurde das Land 1989 in Myanmar umbenannt. Ähnlich ging es auch der Vier-Millionen-Metropole Yangon (vormals Rangun): Die Regierung machte die Retortenstadt Naypyidaw im Landesinneren zur neuen Hauptstadt. Yangon ist dennoch weiterhin geistiges und kulturelles Zentrum des Landes. Im Schatten modriger Kolonialbauten vibrieren hier quirliges Leben und religiöse Kultur. Ein Muss für mindestens drei Tage.

2. Zugfahren in Yangon ist so wie Myanmar insgesamt: langsam, altmodisch, aber unvergesslich schön. Die Circle Line rattert im Schneckentempo um die Stadt (für 50 Kilometer braucht der Zug etwa drei Stunden). Weltklassehighlights gibt es hier nicht zu sehen, dafür ­typisch burmesisches Leben.

3. Die Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ist die Symbolfigur für den demokratischen Wandel des Landes. Schon ihr Vater, Bogyoke Aung San, schrieb Geschichte: Er erkämpfte 1947 die Unabhängigkeit Burmas von den Briten. In seinem Wohnhaus in Yangon, heute das Bogyoke-Aung-San-Museum, sind sehenswerte Zeugnisse seines Lebens und der Kinderjahre seiner Tochter zu sehen. Tipp: Einen Besuch wert ist auch das Nationalmuseum, in dem der Löwenthron des letzten Königs ausgestellt ist.

4. Neun Tonnen Gold und mehrere Tausend Diamanten, Rubine und Saphire funkeln im sanften Licht der untergehenden Sonne, Mönche singen Mantras, ­Gläubige entzünden Kerzen: Der Sonnenuntergang bei der 100 Meter hohen Shwedagon-Pagode in Yangon ist magisch – und ein absolutes Muss. Der Tempel, der acht Haare des erleuchteten Buddha enthalten soll, ist das Nationalheiligtum des buddhistischen Myanmars.

5. Indien trifft Thailand – so könnte das Motto der burmesischen Küche lauten. Nationalgericht ist Curry in allen Variationen. Das Restaurant Feel Myanmar Food ist der ideale Startpunkt für eine Reise zu Myanmars kulinarischen Zaubereien. In den Schüsseln am Tresen findet sich alles, was das Land zu bieten hat. 

6. Der Bogyoke-Aung-San-Markt im Zentrum Yangons ist mittlerweile eine Touristenattraktion mit entsprechendem Überfluss an Souvenirs und lokaler Handwerkskunst. Wer noch ein Mitbringsel sucht, findet hier typische Lackdöschen, hölzerne Buddhas oder traditionelle Kleider. Dennoch erlebt man hier echtes asiatisches Markttreiben. Tipp: Noch authentischer zu gehts am Morning Market, wo die Einheimischen Lebensmittel einkaufen.

7. Auf der anderen Uferseite des Yangon Rivers liegt das verschlafene Dörfchen ­Dalah. Hier erhält man einen schönen Einblick ins bescheidene Leben der Landbevölkerung. Schon der kurze Trip mit der rostigen Fähre ist ein Abenteuer. Am Anleger warten Fahrrad-Rikscha-Fahrer, die stolz ihr Dorf zeigen und den Gast zu Tee in einer Teestube einladen.

8. Das unerreichte Highlight einer Myanmar-Reise ist das Pagodenfeld von ­Bagan. In der Ebene am Irrawaddy-Fluss im zentralen Myanmar befand sich vor tausend Jahren die Hauptstadt des Königreichs Bagan. Mit der Hoffnung auf eine günstige Wiedergeburt liessen Herrscher und Beamte Tausende Tempel, Stupas und Klöster bauen, die nun einen der schönsten und gewaltigsten Tempelkomplexe der Welt bilden. Auch heute wird hier noch gebetet und meditiert. Tipp: Für die Erkundung des 40 Quadrat­kilometer grossen Areal, vermieten Hotels (Elektro-) Velos.

9. Die Strahlen der untergehenden Sonne überfluten die weite Ebene und hüllen unzählige Tempel in einen goldenen Glanz. Der Sonnen­untergang über Bagan ist eines der eindrücklichsten Erlebnisse Asiens. Tipp: Ein toller Sunset-Spot mit sehr guter Fotomöglichkeit ist die Shwesandaw-Pagode.

10. Die Schönheit der Pagoden-Ebene von Bagan eröffnet sich besonders bei einem Blick aus der Vogelperspektive. Sehr grosser Beliebtheit erfreuen sich morgendliche Heissluftballon-Flüge. Die Erhabenheit der friedlichen Stimmung entschädigt für jeden Cent des Höhenflugs, der pro Person 300 Dollar kostet. www.easternsafaris.com

11. Kaum ein Bericht über Myanmars Sehenswürdigkeiten kommt ohne Foto der Einbeinruderer auf dem Inle-Bergsee aus. Zu Recht, denn die Intha, die «Menschen vom See», haben ihr Leben völlig den wässrigen Gegebenheiten angepasst: Die Dörfer balancieren auf wackeligen Stelzen im See, die Gärten schwimmen auf riesigen Pflanzenteppichen im Uferwasser, und die Märkte sind eine wimmelnde Ansammlung kleiner Boote voller Gemüse und Fische. Tipp: Bootstouren sind im regionalen Hauptort Nyaungshwe leicht zu buchen.

12. Fürs wahre Inle-Feeling sollte man wie die Einheimischen auf dem See übernachten. Direkt im Wasser befinden sich die schlichten Bungalows der Golden Island Cottages. Bungalows und Zimmer auf dem See und am Ufer bietet das luxuriöse Inle Resort, das den Charme vergangener Pracht spiegelt. Beliebt bei Honeymoonern (und bei Mick Jagger) ist das Inle Princess Resort mit den durchgestylten Bungalows am Ufer und einem tempelartigen Restaurant. www.inleresort.com www.gichotelgroup.com https://inle-princess.com

13. Myanmar hat auch traumhafte Strände zu bieten. An der über 2000 Kilometer langen Küste versteckt sich manch ein Postkartenstrand. Die Ngapali Beach beim gleichnamigen Örtchen gilt als schönster Strand des Landes. Die touristische Infrastruktur wird hier besser und besser, dennoch kann man die Ferien ohne Beach-Spass-Wahnsinn ausklingen lassen. Tipp: Der 14 Kilo­meter lange Ngwe Saung Beach bei Pathein wird bei In- und Ausländern immer beliebter.

14. Auch wenn der legendenumwobenen Palast des letzten burmesischen Königs 1945 völlig ausgebrannt und vom Bau deshalb nichts geblieben ist, ist Mandalay ein Muss – nur schon wegen seinen buddhistischen Heilig­tümern. So befindet sich in der Mahamuni-Pagode die heiligste Buddhastatue des Landes. Sie wurde von Verehrern zentimeterdick mit Plattgold gepflastert. Tipp: Im Gold-Pounders’ District wird das Blattgold von Hand hergestellt. In der Werkstatt Golden Rose wird einem der Herstellungsprozess erklärt.

15. Natürlich hat Mandalay als frühere Hauptstadt und geistiges Zentrum des Landes einige Superlative zu bieten: In der Kathodaw-­Pagode befindet sich zum Beispiel das grösste Buch der Welt: Auf 729 Marmortafeln sind wichtige buddhistische Texte eingemeisselt. Und im nahen Dorf Amarapura überspannt die längste Teakholzbrücke der Welt einen See. Mehr als 1000 Teak-Stämme tragen das kilometerlange hölzerne Gerüst. Tipp: Besonders eindrücklich ist die Brücke bei Sonnenauf- und -untergang, wenn sich die Brücke wie ein Schattenriss vor dem goldenen Himmel abhebt. 

16. In der Region Mandalay zogen neugekrönte Häupter mit Personal und der gesamten Palastanlage oft ein paar Kilometer weiter. Geblieben ist eine Unzahl von Klöstern und Pagoden. Als eine der schönsten Klosteranlagen des Landes gilt das Teak-Kloster Bagaya Kyaung in Inwa bei Mandalay, das auf 267 Holzpfählen ruht. Ebenfalls ein Muss ist die Hügelkette von Sagain, die über und über mit Hunderten religiösen Bauten übersät ist. Tipp: Wer auf der Suche nach dem inneren Frieden ist, sollte ein mehrtägiges Meditations-Retreat in einem Kloster besuchen – zum Beispiel im ­Kyazwa-Kloster. Keine Homepage, einfach durchfragen.

17. Buddhistische Religion und Geisterglaube sind zentrale Bestandteile des täglichen Lebens. Highlight im Jahreslauf sind diverse, mitunter tagelange Festivals. Das grösste Geister-Festival mit etwa 100 000 Besuchern findet im August in Taungbyone in der Nähe Mandalays statt. Das Fest ist ein wogendes Chaos aus tanzenden, singenden und alkoholisierten Menschen, die Kontakt zur Geisterwelt suchen. Ein Riesenspass (und eine nötige Abkühlung) ist das Wasserfest Thingyan im heissen April, wenn sich das ganze Land gigantische Wasserschlachten liefert.

18. Lebensader des riesigen Landes ist der Ir­rawaddy-Fluss. Der Strom ist nicht nur Fischlieferant, sondern in weiten Teilen des Landes auch Verkehrsknotenpunkt. Ein Must ist eine Schiffsfahrt in einem Luxus-Cruiser auf der Strecke Mandalay–Bagan. Angeboten werden Touren mit der «Road to Mandalay» und der «Sanctuary Ananda». Authentisch reist man mit der staatlichen Fähre, die für die Strecke etwa elf Stunden braucht. www.belmond.com www.sanctuaryretreats.com

19. Die englischen Kolonialherren hatten es mit dem trockenen, heis­sen Klima Mandalays nicht leicht. Kurzum bauten sie das Bergdorf Pyin Oo Lwin in 1100 Metern Höhe zu ihrer Sommerresidenz aus. Bei milden Temperaturen und üppigem Grün verbrachten die noblen Damen und Herren die Sommerzeit in kolonialen Villen. Letztere geben der Stadt das Feeling eines Open-Air-Museums.

20. Um ein Haar wäre der Riesenkiesel ins Meer gestürzt – im wahrsten Sinne des Wortes! Nur zwei exakt platzierte Haare Buddhas halten den Goldenen Fels in seiner schwindelerregenden Lage. Der von Pilgern und Mönchen vergoldete Steinkoloss auf dem 1000 Meter hohen Berg Kyaiktiyo ist neben der Shwedagon-­Pagode in Yangon der heiligste Ort Myanmars. Der Aufstieg per Laster und zu Fuss ist kräfteraubend, die Atmosphäre inmitten unzähliger Pilger entschädigt aber für die Strapazen.

21. Das Mergui-Archipel im Südosten Myanmars ist eines der letzten unberührten Meeresparadiese der Welt. Über 800 Inseln dümpeln im Meer still in der tropischen Sonne. Die Anreise gestaltet sich schwierig, die touristische Infrastruktur ist miserabel (es gibt nur zwei Hotelanlagen). Noch sind hier wenige Touristen anzutreffen. Doch das wird sich sehr bald ändern. Die Regierung hat schon Dutzende Hotelkonzessionen erlaubt. Tipp: Idealerweise erkundet man das Archipel per Segelboot. Burma Boating bietet mehrtägige Touren an. www.burmaboating.com

22. Liebhaber schöner ­Hotelanlagen finden in Myanmar herrliche Häuser mit historischem und landestypischem Charme. Das schönste Hotel Yangons ist die Belmond Governor’s Residence in einem Teakhaus aus den 20er-Jahren. Wer das Tempelfeld in Bagan besucht, sollte sein Lager in der Boungalow-Anlage Hotel @ Tharabar Gate aufschlagen. Die Lage inmitten des Tempelfelds ist unschlagbar. Wer in Mandalay nicht in einem Hotelkomplex schlafen möchte, sollte das Boutiquehotel Hotel by the Red Canal direkt beim Palast testen. www.tharabargate.com www.belmond.com http://hotelredcanal.com

23. Nur wenige wissen, dass in Myanmar einige Winzer passable Weine keltern. Zwei Weingüter in der Nähe des Inle-Sees ver­suchen sich mit wachsendem Erfolg an Shiraz, Cabernet Sauvignon, Tempranillo und Dornfelder. Für Weinfans lohnt sich ein Besuch des Red Mountain Estate und des Aythaya Estate, das auch ein Resort betreibt. www.redmountain-estate.com www.myanmar-vineyard.com

24. Die Ausläufer des ­Himalayas machen Myanmar zu einem ­Hiking-Paradies. Einzige Einschränkung ist die mangelnde Infrastruktur ausserhalb der touristischen Hotspots. Das Städtchen Hsipaw im Osten des Landes ist Ausgangspunkt für schöne Wanderungen zu Bergvölkern. Sehr beliebt ist auch die mittelschwere, dreitägige Wanderung von Kalaw zum Inle-See, bei der man intensiv mit Land und Leuten in Kontakt kommt. Als Highlight wird in einem buddhistischen Kloster übernachtet.

25. Ein Überbleibsel aus der britischen Kolonialzeit sind die Tea Houses, die es in jedem noch so kleinen Dorf gibt. Manchmal bestehen die Teestuben nur aus ein paar Stühlen, die auf der Strasse stehen. Ein beliebter Begegnungsort sind sie dennoch.

Publiziert am 29.06.2015 | Aktualisiert am 05.01.2017
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Soll man nach Myanmar reisen?

Diese Frage stellte sich vor 2011 dringender als heute. Damals war das Land im eisernen Griff der Militär­junta. Seitdem befindet sich Myanmar aber in einen Demokratisierungsprozess: Es gab Wahlen, politische Gefan­gene kamen frei, und der 15 Jahre lange Hausarrest der Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi wurde aufgehoben. Mit der Demokratisierung lockerte die Internationale Gemeinschaft das Wirtschaftsembargo, und die Touristen strömten ins Land.

Bei genauer Betrachtung aber zeigen sich Risse im Reformen-Schein. Für die Militärs sind bei jeder Wahl mindestens 25 Prozent der zu besetzenden Sitze reserviert. Zudem schreibt Myanmar derzeit mit Repressalien gegen die Minderheit der Rohinga negative Schlagzeilen. Viele der staatenlosen Muslime (Myanmar anerkennt die 800 000 Rohingy nicht als eigene Bürger) fliehen mit Booten.

Die Frage also, ob man in ein Land mit zweifelhafter Demokratie und Menschenrechtsverletzungen reisen sollte, ist nicht leicht zu beantworten und stellt sich für viele Feriendestinationen ausserhalb Europas. Zweifelsfrei schafft Tourismus Arbeitsplätze und kann die Lebensbedingungen verbessern. Auch in Myanmar ist das Leben für die Menschen hart. Reisende können den Menschen aber schon mit kleinen Gesten helfen.

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1 Kommentare
  • Dominik  Kohler aus Unterkulm
    30.06.2015
    Und darüber, dass in Myanmar Minderheiten massivst unterdrückt werden schreibt ihr nichts. Kein Wort über die Vertreibungen der Rohingya. Da gibt es regelrechte ethnische Säuberungen, Menschen werden zu Fronarbeit gezwungen etc. Aber Ihr rührt hier gross die Werbetrommel.