Ferien im Camper Das sind die heissesten Trends

Entweder unauffällig und kompakt oder ganz und gar imposant und luxuriös – die neusten Trends bei den Wohnmobilen zeigen in diametral entgegengesetzte Richtungen. Doch eines ist die gängige Stossrichtung: Komfort macht sich überall breit – selbst in den kleinsten Modellen.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 On the road mit Christian Bauer Kampfmutter-Alarm im Zug
2 Unterwegs in Sils Maria GR Zu Besuch beim verrückten Philosophen
3 Im Iglu-Dorf in Gstaad Schlafen wie ein Eskimo

Reisen

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
18 shares
Fehler
Melden

Kompakte Alleskönner

Wer sich am Caravan Salon in Bern umschaut, wird es bemerken: Kompakte Vans gewinnen an Aufwind! Das Zuhause auf überschaubaren Massen liegt klar im Trend. Ihr grösster Vorteil: Mit zumeist gerade einmal fünf Metern Fahrzeuglänge und zwei Metern Breite bleibt man mit ihnen stadttauglich und findet sogar noch einen Parkplatz parallel zur Strasse.

Bei den Angeboten tun sich vor allem der slowenische Hersteller Adria mit 13 verschiedenen Modellen – alle auf dem Fiat-Chassis – sowie Karmann aus Deutschland mit 19 Modellen hervor. Hans Peter Burri, dem Karmann-Händler in Sihlbrugg ZG, sträuben sich bei dieser grossen Auswahl geradezu die Haare. «Das ist für einen Familienbetrieb kaum mehr zu schultern. Mit jedem Jahrgang wächst die Auswahl, und ich weiss bald nicht mehr, welche Grundrisse ich im Herbst bestellen soll», sagt er.

Burri gehört zu den Stein­zeit-Caravan-Händlern, die seit den 70er-Jahren im Business sind. Er rät den Caravanern deshalb: «Nicht erst ein paar Wochen vor der Ferienfahrt, sondern viele Monate zuvor zum Händler gehen, wenn man auf einen bestimmten Grundriss fokussiert ist.»

Ein weiterer Vorteil der Kompakten ist nämlich nicht nur ihre Grösse und damit ihre Verkehrstauglichkeit, sondern auch ihr immer grosszügiger und geschickter gebautes Inneres. Neben Küche, Sanitärzelle und Schlafmöglichkeiten findet sich heutzutage auf ein paar Quadratmetern fast alles, was es auch in einem «richtigen» Wohnmobil gibt. Mit separatem Aufbau wird so nicht etwa nur ein sogenanntes «Raumbad» möglich, immer häufiger hat man dank architektonischer Raffinessen nun drei trennbare Abteile: Schlafzimmer, Bad/WC sowie Küche und Essraum. Und auch punkto Qualität hat sich vieles getan.

Interessante und fast lücken­lose Van-Angebote gibt es hier bei Hymer, Knaus, Laika, La Strada, Pössl und Westfalia. Der Preisrahmen der Kompakten bewegt sich dabei zwischen 50'000 und 70'000 Franken. Und auch ein Schweizer Hersteller namens Kaiser mischt fleissig mit: Seine in Handarbeit gefertigten – mehrheitlich auf dem Mercedes Sprinter aufgebauten – Wohnmobile sind nicht nur aufwändiger und besser isoliert als jene anderer Hersteller, sondern punkten auch in Sachen Tarnung und Unauffälligkeit. Dank eingebauten Fensterjalousien kann man mit einem Kaiser auch dort übernachten, wo Wohnmobile eigentlich nicht geduldet sind.

Kleine Platzwunder

Ein weiterer Trend und auch kompakt: Wohnmobile mit einem separaten Aufbau auf dem Chassis eines leichten Nutzfahrzeugs à la Ducato. Diese sind etwas breiter als die Vans, dafür aber in der Aus­senlänge minimalisiert. Musterschüler in diesem Segment ist da der neue Van 314 SL von Hymer. Europas zweitgrösster Hersteller von Campingfahrzeugen will mit dem Teilintegrierten eine neue Minimalmarke setzen und stellt auf 5,45 Metern eine fahrbare Behausung vor, in der man sich beim Hantieren weniger in die Quere kommt als in einem normalen Van mit Caravanausbau. Doppelbett, Bad mit Schiebetür und klappbarem Waschbecken – alles geräumig und komfortabel. Leer soll das Platzwunder zudem gerade einmal 2,45 Tonnen wiegen, das ergibt bei einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen eine rekordverdächtige Zuladung. In der Basis liegt der Preis bei 52'900 Franken.

Eine clevere Alternative hat Adria mit dem Compact SL erfunden: Dank ausfahrbarem Erker (Slide-out-Technologie) im Heck des Teilintegrierten konnte die Aussenlänge für unterwegs reduziert und  zugleich der Wohnbereich nach Bedarf vergrössert werden. Eine echte Innovation in der Branche! Adria zählt übrigens in Slowenien zu einem der wichtigsten Devisenbringer und ist inzwischen, unter Sonja Gole an der Konzernspitze, zum drittgrössten Caravan-Hersteller in Europa gereift.

Imposanter Luxus

Wenige können es sich vorstellen, doch der Markt grosser und luxuriöser Reisemobile wächst weltweit stärker als der Trend zum Caravaning selbst. Jedes Jahr kommt ein neuer Anbieter dazu – so auch etwa das Schweizer Familienunternehmen Maurer Fahrzeugbau aus Roggwil BE, welches mitunter 7 bis 14 Meter lange und luxuriös ausgestattete Fahrzeuge in der Schweiz konstruiert und schliesslich in Portugal produzieren lässt. 2014 machte das Unternehmen gar mit einem rollstuhlgängigen Monstermobil von sich reden.

Auch die deutschen Hersteller machen den Amerikanern, den Spezialisten im Höher-weiter-und-grösser-Bauen, aufgrund mangelnder Exportorientierung mehr und mehr Kon­kurrenz. Darunter Hersteller wie Morelo, Volkner, Niesmann + Bischoff, Concorde, Carthago oder Phoenix. In den überdimensio­nalen Fahrzeugen muss man nicht mal mehr seinen PW mühsam hinten andocken, sondern kann einfach bequem über einen Autolift unter die fahrbare Wohnung einparken. Der volle Luxus inklu­sive Lederpolster, Geschirrspül­maschine und Flachbildschirm im Wohnraum sowie Schlafzimmer mit King-Size-Bett sind ebenfalls selbstverständlich. 

Dieser Luxus hat jedoch durchaus seinen Preis. Schnell steigen die Verkaufspreise der fahrenden Villen auf über eine halbe Million Franken. Doch dies muss nicht zwingend sein: Das fast 8 Meter lange Hymer Duo Mobil zum Beispiel, welches mit extrabreiter Eingangstüre und Rundsitzgruppe mit Panoramafenster im Heck ausgestattet ist, gibt es bereits ab 120'000 Franken.

Publiziert am 21.10.2015 | Aktualisiert am 21.10.2015
teilen
teilen
18 shares
Fehler
Melden
Summerfeeling: Dodos Hippie-Bus kann in Halle 3.1 bestaunt werden.  play
Summerfeeling: Dodos Hippie-Bus kann in Halle 3.1 bestaunt werden. ZVG
  ZVG

Morgen gehts los!

Neuheiten, Trends und über 1000 Austellungsobjekte: Am 48. Suisse Caravan Salon in Bern wird präsentiert, was Camperherzen ­höher schlagen lässt.

Bei den Freunden des Caravanings ist der Termin sicher längstens in der Agenda eingetragen, allen anderen sei es hiermit gesagt: Ab kommendem Donnerstag, vom 22. bis 26. Oktober 2015, gibt die Caravaning-Branche am Suisse Caravan Salon ihr jähr­liches Stelldichein. An der 48. Ausgabe des Mega-Events auf dem BERNEXPO-Gelände stellen über 330 Aussteller ihre Neuheiten vor, so viele wie nie zuvor. Und das mit gutem Grund: Caravaning wird in der Schweiz immer beliebter. Wie der Schweizerische Caravangewerbe-Verband (SCGV) bekannt gegeben hat, wurden im vergangenen Jahr 12 Prozent mehr Wohnmobile und Caravans angemeldet als noch 2013. Die Branche boomt, des­wegen kann sie Jahr für Jahr mit Innovationen aufwarten. Aber auch ein spannendes Rahmenprogramm macht den Salon so attraktiv. Ein Highlight: In Halle 3.1 kann exklusiv Dodos Hippie-Bus bestaunt werden. Am Sonntag gibt Dodo um 14 Uhr sogar ein Showcase am Salon! Und wer den berühmten Hippie-Bus gern sein Eigen nennen würde, hier ist Ihre Chance: Am 1. November wird der rollende Sommerhit zugunsten der Hilfsorganisation «Viva con Agua» im Stall 6 in Zürich versteigert.

Für Tech-Freaks warten am Salon ausserdem spannende Vorträge zu den technischen Innovationen. Und wer vom vielen Staunen müde geworden ist, kann sich beim Weber-Showgrillieren er­holen und inspirieren lassen. Und die Kids können sich während all dem im Kinderparadies vergnügen!

Was: 48. Suisse Caravan Salon
Wann: 22. bis 26. Oktober 2015
Wo: BERNEXPO-Messegelände

  ZVG

Den Camper per App bedienen

Heizung und Klimaanlage bequem per App oder Tablet bedienen, damit zu jeder Zeit und selbst bevor man das Wohnmobil überhaupt betritt, perfekte Raumtemperatur herrscht? Das Truma iNet verspricht genau dies. Am Caravan Salon können Sie sich gleich selbst davon überzeugen, ob dies auch tatsächlich funktioniert. Am Truma Stand in Halle 13/C31 können Besucher in einer sogenannten ­Erlebniskabine das System mit ­allen Sinnen hautnah erfahren.

Mit Hilfe von Oculus Virtual Reality Brillen tauchen sie in ein «echtes» Sommer- oder Wintercamping-Szenario ein, um das System unter verschiedensten Bedingungen testen zu können. Ein Erlebnis mit Wow-Effekt, versprochen!

TOP-VIDEOS