Unterwegs in der Toskana Dolce Vita und knackige Marmor-Füdli

Kunst, Rotwein und sündige Gaumenfreuden: Florenz ist eine der beliebtesten City-Destinationen der Welt. Ein Besuch bei knackigen Marmor-Füdli und italienischer Dolce Vita.

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Lässig steht er da mit seinem Superbody, seinem knackigen Füdli und seinem Sixpack, das Nomalos vor Neid erblassen lässt. Junge Mädels zücken ihre Handys und posten mit glänzenden Augen verbotenerweise ein paar Selfies  - dabei ist der Traummann schon 500 Jahre alt. Der «David» von Bildhauer Michelangelo Buonarroti ist die wohl berühmteste Marmor-Skulptur der Weltgeschichte - und die Florentiner 1A-Top-Attraktion.

Florenz - Stadt der Künste

Vor 500 Jahren war Florenz Europas Boom-City: Das finstere Mittelalter war endgültig passé, und die Menschen genossen die Ausschweifungen der Renaissance. Alle Künstler von Rang und Namen kamen in die Stadt und hinterliessen ihre Spuren: Leonardo da Vinci, Raffael, Filippo Brunelleschi oder Sandro Botticelli.

Noch heute ist die 300’000-Seelen-Metropole bis zum Rand mit Weltklasse-Kunst vollgestopft, die jährlich mehrere Millionen Touristen in die überschaubare Altstadt lockt.

Die Boomzeit als Gedankenschmiede ist zwar längst vorbei, und manch ein Palazzo bräuchte ein gehöriges Facelifting. Dennoch verströmt Florenz einen Charme, dem man sich kaum entziehen kann. Einen Mix aus Weltgrösse und provinziellem Dornrös-chenschlaf - besonders im Winter, wenn die Touristen die Stadt verlassen haben. Herbst und Winter sind daher die beste Zeit für einen Trip an den Fluss Arno. Ohne stundenlanges Warten vor den Sehenswürdigkeiten kann man die Stadt und ihre Schätze erkunden.

Oder man lässt die Kunstwerke ruhig mal in den Museen verstauben und geniesst in der warmen Wintersonne das volle Leben. Liest ein Buch in einem gemütlichen Strassen-Café, nippt in einer urigen Spelunke an einem Chianti oder tafelt in einer traditionellen Trattoria wie ein Renaissance-Fürst. Achtung, Speckröllchen-Alarm! Die Florentiner Küche ist eine Kalorienbombe.

Und wer den schlafenden Künstler in sich erwecken will, kauft sich Zeichenblock und Bleistifte und versucht sich am David, dem Schönling. Aber nicht verzagen: Auch Leonardo da Vinci und Co. haben klein angefangen.

Das müssen Sie sehen

Wahrzeichen und Geniestreich: die Kuppel der Kathedrale Santa Maria del Fiore. Ist die grösste Ingenieurleistung des 15. Jahrhunderts. Filippo Brunelleschi schenkte 1434 der Stadt ihr unverkennbares Markenzeichen, nachdem alle Baumeister vor ihm an der gigantischen Kuppel scheiterten. Von der Laterne aus hat man einen tollen Blick auf die gesamte Stadt und das umliegende Land. Ein absolutes Muss.

Auf dem Domplatz steht ein weiteres Muss bei einem Florenz-Besuch: das Battistero San Giovanni, die Taufkapelle. Ein Highlight der Kunstgeschichte sind die drei massiven Eingangsportale mit plastischen Reliefs biblischer Geschichten. Das Innere des achteckigen Baus ist mit byzantinischen Mosaiken ausgekleidet.

In der Galleria dell‘ Accademia steht der weltberühmte David Michelangelos – eben-falls ein absolutes Muss. Eindrücklicher allerdings sind Michelangelos «Sklaven», die sich mühsam aus ihrem marmornen Block quälen, ein Symbol für den menschlichen Kampf um seine Individualität.

Im oft vergessenen Kloster San Marco hat der malende Dominikaner Mönch Fra Angelico die Zellen seiner Klosterbrüder um das Jahr 1440 mit zauberhaften Fresken aus-gemalt. Zu den Highlights zählt die Szene der Verkündigung, in welcher der Erzengel Gabriel innig mit der Gottesmutter Maria spricht.

Den schönsten Ausblick auf die Stadt hat man bei Sonnenuntergang von der Kirche San Miniato al Monte. Um 17:30 Uhr treffen sich die Mönche in der Krypta zum Abendgebet. Toll!

Im hochkarätigen Dommuseum Museo dell‘Opera di Duomo, das nach einer Renovierung nun wieder geöffnet ist,  gibt es sehr viele Schätze zu entdecken, doch schon alleine die Pietà von Michelangelo lohnt den Besuch. Die unvollendete Skulpturengruppe zeigt die Ab-nahme Christi vom Kreuz. Kaum ein Kunstwerk konnte den Schmerz des Todes so intensiv darstellen.

In der Grabkapelle des Fürstengeschlechts der Medici in der Kirche San Lorenzo tritt Michelangelo als Architekt, Maler und Bildhauer auf. Die allegorischen Figuren von Nacht, Tag, Abend und Morgen sind schlichtweg genial.

Das Museum Galleria degli Uffizi ist eine jener Kunstsammlungen, die man in seinem Leben gesehen haben sollte. Alle grossen Renaissance-Maler sind hier vertreten. Pub-likumsmagnet ist zweifelsohne die «Geburt der Venus» von Sandro Botticelli.

 

Weitere Infos

Publiziert am 11.11.2015 | Aktualisiert am 03.01.2017
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