BLICK testet Candlelight-Dinner im Hölloch SZ Höhlengereift!

Im letzten Abenteuer haben Cyril Henry und Mimi Jäger eine Expedition ins Hölloch getestet. Am Ende der Höhlen-Tour wurden die zwei mit einem Raclette belohnt.

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Eben waren es noch 30 Grad. Drei Meter vor dem Höhleneingang pfeift ein eisiger Wind, als stünde ein Kühlschrank offen. Dieser Ausflug wird für Cyril Henry (30) und Mimi Jäger (32) ein Wechselbad der Temperaturen – und der Gefühle. Für BLICK haben die beiden Tester einige der fesselndsten und wildesten Abenteuer der Schweiz getestet.

Heute im letzten Teil: Höhlen-Raclette im Muotatal SZ. Zuerst heisst es – wieder einmal – umziehen. Lange Unterwäsche, Winterkleidung, Schutzanzug, dazu Helm mit Lampe, Handschuhe und Gummistiefel. Die 500 Meter und zahlreichen Stufen zum Eingang werden damit kurzzeitig zur Sauna.

Das Abenteuer: Expedition ins Hölloch. Die Tour dauert 3½ Stunden und kostet 105 Franken, das Raclette nachher 58 Franken. Infos: www.trekking.ch.

Die Realität: Die zweitgrösste Höhle der Welt ist ein Labyrinth von 200 Kilometern. Die Lämpchen an unseren Helmen sind das einzige Licht. Höhlenwart Marcel Rota (53) führt auf und ab durch düstere Gänge. Alles ist feucht, glatt geschliffen vom Wasser und bedeckt mit nassem Sand. Der Name des Höllochs kommt von «hähl», was «rutschig» bedeutet.

Anfangs gehen wir aufrecht auf betonierten Wegen. Bald aber finden wir uns in engen, steilen Spalten wieder. Manchmal können wir nur kriechen, müssen knapp über einem Wasserloch balancieren oder an einem Seil hinabrutschen. Dann wieder kämpfen wir uns in einem engen Schaft nach oben, geklammert an Metallstufen und leitern.

Das löst Herzklopfen aus bei jenen, die Angst vor Dunkelheit, Enge oder Höhe haben. Hier drin gibt es alles kombiniert. Mimi fürchtet sich vor Spinnen. Die gibt es in Form von Pseudoskorpionen, giftigen Spinnentieren. «In die Höhle kommen keine Probleme von draussen mit», sagt Rota. «Stattdessen begegnet sich hier jeder Besucher selbst.» Am Ende gibt es Licht – Kerzenlicht! Und Musik. In einem Felsenraum stehen eine Bar und zwei Tischlein: für ein perfektes Raclette!

Das Testurteil: «Teilweise eine Herausforderung für Körper und Nerven», sagt Cyril. Mimi findet: «Totaler Wahnsinn, eine echte Wunderwelt!»

Schluss der BLICK-Serie

Publiziert am 12.08.2015 | Aktualisiert am 18.01.2017

7 unterirdische Abenteuer

Abenteuer unter der Erde sind ideal für heisse Tage. Wichtiger Tipp aber: Vorab Temperatur vor Ort erfragen (meist 5–8 Grad) und passende Kleidung einpacken!

  • Bootsfahrt auf dem grössten unterirdischen See Europas: Der Höhlensee Lac Souterrain in St-Léonard VS ist 300 Meter lang. Bootsfahrt: zehn Franken. www.lac-souterrain.com
     
  • In den Feenhöhlen fliesst die Orbe unterirdisch: Die Höhlen bei Vallorbe VD bezaubern mit skurrilen Tropfsteinformationen. Eintritt: 15 Franken. www.grottesdevallorbe.ch
     
  • Die Meyerschen Stollen im Aarau: Ein unterirdisches Wassersammel-System aus dem 19. Jahrhundert. Die 90-minütige Führung ist kostenlos. www.meyerschestollen.ch
     
  • Unterirdische Gletscherwasserfälle: Die Trümmelbachfälle in Lauterbrunnen BE sind weltweit einzigartig: Wasserfälle im Inneren eines Berges. Eintritt Erwachsene: elf Franken. www.truemmelbachfaelle.ch
     
  • Bunker aus dem 2. Weltkrieg: Das Zivilschutz-Museum in Zürich ist in einer 1941 erbauten Schutzanlage untergebracht. Eintritt frei, für Führungen Termin vereinbaren: www.stadt-zuerich.ch/zivilschutzmuseum
     
  • Versteckte Artilleriefestung: Hinter dem Eingang eines unscheinbaren Chalets in Vallorbe VD verbirgt sich die ehemalige Militärfestung Pré-Giroud. Eintritt: 15 Franken. www.pre-giroud.ch
     
  • Exkursion zu den Erz- und Silberminen Alp Taspegn: Mit dem Jeep ab Zillis GR und kurze Wanderung zur Mine. Mittwochs geführte Besichtigung. 35 Franken. www.viamala.ch
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Abenteuer mit Mimi und Cyrill

AFP

Drei Fakten zu Höhlen

Warum ist es in Höhlen kalt?
Das Gestein wirkt wie eine dicke Isolierung und hält die Höhlenluft auf der gleichen Temperatur – egal, ob draussen Sommer oder Winter ist. Im Hölloch sind es z. B. konstant 6 Grad.

Kann ich eingeschlossen werden?
Sensoren warnen früh vor Wassereinbrüchen. Viele Höhlenrouten sind nur im Winter geöffnet, wenn das Wasser gefroren ist. Diese Höhlenteile sind dann trocken.

Leben Tiere in den Höhlen?
Ja, im Hölloch weiss man von 52 Tierarten, darunter kleine Insekten und Regenwürmer. Sie sind an die kalte Nässe angepasst und ernähren sich von Pflanzenteilchen im Bergwasser.

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