BLICK-Sex-Beraterin Fux über die grosse Sex-Studie «Die Leute sind spitz auf Zahlen»

Die Anzahl Sexpartner war für viele der prickelndste Teil der jüngsten Sexstudie des Bundesamtes für Gesundheit. BLICK-Psychologin Caroline Fux erklärt, woher die Faszination für diese Zahlen kommt.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 «Halo Wars 2» angespielt Strategie und Action perfekt abgemischt
2 B&B Air im Test Schweizer Top-Kopfhörer mit Schönheitsfehler
3 Tickets für die Fespo gewinnen Holen Sie sich ein bisschen Wärme

Life

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden
  play
Psychologin und BLICK-Sex-Beraterin Caroline Fux. Geri Born

Warum fasziniert die Anzahl Sexpartner derart?
Caroline Fux: Die Leute sind spitz auf Zahlen, weil man damit relativ leicht einen persönlichen Bezug herstellen kann. Jeder kann seine eigene Erfahrung an dieser Zahl spiegeln und sich einordnen. Das ist spannend und das Bedürfnis, sich an der statistischen Norm zu messen, ist gross. Von den Durchschnittszahlen abgesehen interessieren natürlich auch die Extreme, also Menschen, die besonders viele oder wenige Partner hatten.

13 Prozent der Befragten hatten bisher einen oder gar keinen Sexpartner. Wie kommt es zu dieser Zahl?
Die Hintergründe sind sehr vielseitig. Zu dieser Gruppe gehören einerseits Junge, die noch noch keinen Geschlechtsverkehr hatten. Es gibt aber auch eine nicht zu unterschätzende Zahl älterer Männer und Frauen, die zwar gern Sex hätten, ihn sich aber nicht ermöglichen können. Dann darf man nicht vergessen, dass es auch Menschen gibt, die einfach kein Bedürfnis nach Sex haben. Andere haben schlicht den Schulschatz geheiratet und sind ihm treu. Man sollte sich also hüten, diese Leute als Mauerblümchen und soziale Versager abzutun. Damit es klappt mit dem Sex, muss eben doch einiges stimmen.

Dagegen hatte dagegen fast jede fünfte Person Sex mit 20 oder mehr Partnern. Ist das viel?
Um das einzuordnen, muss man genau hinschauen, wie die Zahl entstanden ist. Hinter jedem Wert steckt ein Leben und eine Geschichte. Wenn eine Person 40 Jahre lang sexuell aktiv war und in dieser Zeit 20 Sexpartner hatte, also im Schnitt einen neuen alle zwei Jahre, dann dürften das die wenigsten Leute als exzessiv beurteilen. Am häufigsten sind neue Sexualkontakte laut der Studie übrigens in der jungen Erwachsenenzeit, also in einer Lebensphase, in der Experimentierfreude für viele ein grosses Thema ist.

Wer für Sex bezahlt, hat laut der Studie deutlich mehr Partner als die Vergleichsgruppe. Sind sich die Geschlechter derart uneinig, wie viel Sex erwünscht ist, dass die Männer deshalb ins Bordell gehen?
So einfach ist es nicht. Es mag stimmen, dass die beiden Geschlechter oft verschiedene Herangehensweisen an Sexualität haben. Aber es gehen ja nicht nur Männer ins Bordell, die zu Hause eine Partnerin haben, die nicht oder weniger will. Viele Männer suchen ganz bewusst die Möglichkeit, auf unkomplizierte Art mit verschiedenen Partnerinnen zu schlafen. Dass die Studie darauf Bezug nimmt, macht absolut Sinn. Schliesst man Männer, die für Sex bezahlen, in gewisse Auswertungen nicht mit ein, gleichen sich viele Zahlen zwischen Männern und Frauen an.

Ein anderer Einflussfaktor ist die sexuelle Orientierung. Männer, die mit Männern schlafen und bisexuelle Frauen haben deutlich mehr Partner, als die heterosexuelle Vergleichsgruppe. Woher kommt das?
Sexualität lebt in vielen Bereichen von Gegensätzlichkeiten. Das sorgt für Spannung und macht das Spiel zwischen den Geschlechtern oft erst so richtig prickelnd. Es bedeutet aber auch, dass man sich zuerst finden und annähern muss, bis es passt. Heterosexuelle und lesbische Sexpartner stehen da im Schnitt offenbar vor einer grösseren Hürde oder mindestens einem anderen Prozess als Schwule. Das schlägt sich in den Zahlen nieder. Bei bisexuellen Frauen findet man oft ein grosses Bewusstsein für Sexualität. Sie geben Kontakten mit beiden Geschlechtern Priorität und anders als bisexuelle Männer müssen sie weniger gegen Vorurteile kämpfen. Bisexualität ist bei Frauen, salopp gesagt, gerade im Trend. Es gibt also weniger Widerstände, wenn es ums Ausleben geht.

Zum Schluss: Macht eine hohe Zahl Sexpartner glücklicher?
Nein. Und sie macht einen auch nicht zu einem besseren Liebhaber oder einer besseren Liebhaberin. Gut tut eine bewusste, lustvolle, kreative Sexualität. Und die erreicht man nicht einfach über viele Partnerwechsel. Das ist nur ein Weg, um seinen sexuellen Horizont zu erweitern.

Publiziert am 21.11.2016 | Aktualisiert am 20.12.2016
teilen
teilen
0 shares
2 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

2 Kommentare
  • Selina  Breitenmoser , via Facebook 22.11.2016
    Ich finde es schade, dass Analsex noch immer so ein Tabu ist. Besonders für die aufgeschlossenen Männer eröffnet sich eine ganz neue Welt der Lust. Habe meinem Schatz kürzlich das einen Plug gekauft und jetzt geht es kaum noch ohne: https://secretrepublic.ch/collections/fur-ihn-1/products/anal-plug-mit-penis-ring
  • reto  schweizer 21.11.2016
    In jungen Jahren sollte man schon einiges ausprobieren um dann zu wissen was einem gefällt beim sex. Ich zum Beispiel hatte bis 24 jahre nur Sex mit Frauen, war einfach zu verklemmt und ängstlich mit Männern es auszuprobieren. Habe gemerkt dass ich auf beide Geschlechter stehe.