Argumente für Alkohol-Abstinenzler Was bringt die Schnaps-Pause im Januar?

LONDON (GB) - Sie müssen viel Spott aushalten für ihren temporären Alkohol-Verzicht. Doch die Gesundheit dankts den Januar-Abstinenzlern.

Die Langzeitschäden von Alkohol sind vielseitiger als angenommen. play
Lohnt sich der Verzicht? Viele schwören dem Alkohol im Januar ab. Keystone/Symbolbild
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Gesundheit

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Sie sitzen einen Monat auf dem Trockenen - freiwillig! In jedem Freundeskreis gibt es mindestens eine Person, die im Januar auf Alkohol verzichtet.

Sei es wegen der Alkohol-Exzesse über die Feiertage, der Gesundheit zuliebe oder für einen Hangover freien Start ins neue Jahr.

Wissenschaftler als Versuchskaninchen

Der Spott ihrer sonstigen Trink-Kumpanen ist ihnen in dieser Zeit sicher. Heuchelei! Ein Monat Pause bringt doch nichts!

Weit gefehlt. Die Schnaps-Pause ist gesundheitstechnisch ein kluger Schachzug, wie ein Selbstversuch der Wissenschaftler des «New Scientist» zeigt.

Weil sie keine passende Studie fanden, nahmen die Wissenschaftler das Glas selbst in die Hand.

14 Mitarbeiter, die ihre Trinkgewohnheiten als «normal» bezeichneten, liessen sich im letzten Oktober auf Herz und Nieren prüfen. Während vier von ihnen wie gewohnt weitertranken, liessen zehn den Alkohol für einen Monat stehen.

Bessere Blut- und Leberwerte

Mit überraschendem Ergebnis: Bei den Abstinenzlern schmolz das Leberfett durchschnittlich um 15 Prozent. Bei einigen Probanden gar um 20.

Die Fettansammlung ist ein bekanntes Vorspiel für Leberschäden. «Dieser Übergang ist der erste Vorbote für temporäre Narbenbildung – genannt Leberfibrose», sagt Studienleiter Rajiv Jalan vom University College in London. Die Fettreduktion könne also dazu beitragen, einem Leberschaden vorzubeugen.

Nicht die einzige Überraschung: Die Blutzuckerwerte der Abstinenzler sanken um durchschnittlich 16 Prozent. Dieses Ergebnis machte Kevin Moore, Experte für Lebererkrankungen an der Universität, sprachlos. «Ich glaube, so etwas wurde niemals zuvor beobachtet.»

Ein gutes Argument

Unabhängig ihrer Blut- und Leberwerte fühlten sich die Probanden nach dem alkoholfreien Monat auch wohler. Sie seien fokussierter gewesen und hätten besser geschlafen.

Die Testreihe ist zu klein, um ein abschliessendes Urteil zu fällen. Doch für Januar-Abstinenzler ist sie zumindest ein Strohhalm, an dem sie sich festhalten können, wenn sie beim Apéro wieder mal erklären müssen, warum sie nur am Wasser nippen. (mad)

Publiziert am 13.01.2015 | Aktualisiert am 14.01.2015
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5 Kommentare
  • Markus  Künzli aus Aarau
    14.01.2015
    Also ich habe keine solchen Leute im Freundeskreis und wir trinken auch gerne mal eines über den Durst. Aber mal ehrlich: Wer macht sich schon über jemanden lustig, der auf eine Droge verzichtet, sei es temporär oder permanent? Kommt mir vor wie damals mit 14, als jene ausgelacht wurden, die nicht am Joint ziehen wollten...
  • Michi  Martin aus Aesch
    13.01.2015
    Nicht Rauchen, kein Alkohol, nur bewusst Essen, Arbeiten und viel Sport. Na ja, so sieht der moderne Sklave aus, Arbeiten bis 80 und ohne Laster sterben. Achtung, Sex ist bei Männern ein Herzinfaktrisiko, also auch kein Sex über 40, die können mich mal, Sex & Rock & Alkohol, ich sterbe lieber 10 Jahre früher und habe gelebt, als 10 Jahre später im Altersheim mit Müsli und pflegebedürftig.
  • Rex  Schweizer 13.01.2015
    Warum nur einen Monat ohne Alkohol.Am besten das ganze Leben lang.Denn was viele nicht wissen,auch wenn man nicht Alkoholabhängig ist, werden bei jedem Schluck Alkohol,unzählige Hirnzellen unwiederbringlich zerstört.Nur unser Hirn hat genug Reserve,das es im Normalfall fürs Leben reicht.Deshalb hat der Spruch; Zitat: Alkohol macht Bire hohl,Zitat Ende, nicht ganz unrecht.Das Alkholfreie leben ist wunderbahr und man verpasst nichts,nein,man gewinnt viel Freiheit.
  • Tom  Kessler 13.01.2015
    In England trinkt ein "normaler" Bürger vergleichsweise soviel wie in der Schweiz ein Alkoholiker. Kein Wunder empfanden die Versuchskaninchen nach einem Monat Abstinenz ein besseres Wohlbefinden.
  • Hans  Scheidegger 13.01.2015
    Hm, völlige Alkohol-Abstinenz! Aber schon Paracelsus bemerkte, die Menge macht das Gift!