VW Passat gegen Ford Mondeo Duell der Raum-Schiffe

Mit dem neuen Mondeo tritt Ford ein weiteres Mal gegen den ebenfalls komplett überarbeiteten Klassenprimus VW Passat an. Wie sich die beiden populären Kombis im Direktduell schlagen, zeigt unser grosser SonntagsBlick-Vergleich.

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Was wäre wenn? Diese Frage werden sich auch die Ford-Europaverantwortlichen stellen. Was wäre, wenn sie die soeben lancierte vierte Generation des Mondeo wie geplant bereits Anfang 2013 auf den Markt gebracht hätten? An fehlendem Willen lag es nicht: Wegen der Finanzkrise musste aber das belgische Ford-Werk in Genk schliessen und jenes in Valencia für den Bau des Mondeo erst umgerüstet werden. Als Folge verschob sich die Markteinführung um rund zwei Jahre. Als nun der Mondeo Ende 2014 endlich offiziell vorgestellt wird, startet auch der VW Passat – einer der grössten Konkurrenten des Mondeo – in die neue Generation. Und als ob das für Ford nicht schon ärgerlich genug wäre, sichert sich der Wolfsburger auch gleich noch den Titel «Schweizer Auto des Jahres 2015» und schlägt den ebenfalls nominierten Mondeo damit bereits im ersten Aufeinandertreffen. Ist der neue Mondeo also bereits veraltet oder der Passat einfach zu gut? Fragen, die wir im Direktvergleich nun beantworten möchten.

OPTIK
Die einen finden ihn langweilig, die anderen zeitlos elegant. Natürlich geht VW auch beim neuen Passat keinerlei optische Experimente ein. Doch der verchromte Kühlergrill, der nahtlos an die optionalen LED-Scheinwerfer anschliesst und die klaren seitlichen Linien lassen Passats achte Generation modern auf der Strasse stehen. Deutlich sportlicher gehts beim Mondeo zu. Fords neues Markengesicht mit grossem Grill und schmalen, ebenfalls optionalen LED-Scheinwerfern steht auch dem Familienkombi bestens. Die Seitenlinien laufen leicht geschwungen Richtung Heck, an dem wie beim Passat LED-Rückleuchten und zwei verchromte Auspufftrapeze glänzen.

INNENRAUM
In der Vergangenheit war Ford nicht für tolles Cockpitdesign bekannt: Zu viele Knöpfe und eine komplizierte Bedienung trübten oft den guten Eindruck. Deutlich Richtung Premium wolle man nun gehen, verkündete Ford. Die neue Schaltzentrale in der Mittelkonsole, ein in vier Fenster aufgeteilter 8-Zoll-Touchscreen, gefällt. Dessen Bedienung ist intuitiv und auch die Knöpfeflut früherer Modelle ist grösstenteils verschwunden. Abzug gibts allerdings für die wenig hochwertig wirkende Plastikoberfläche und die anfangs unübersichtlichen Armaturen. Die Darstellung eines Digitaltachos ist leider auch nach langem Wühlen durch die zahlreichen Untermenüs nicht zu finden – schade. Trotzdem macht Ford mit dem Interieur einen deutlichen Schritt nach vorne.

So solide und gut gemacht der Mondeo im Innenraum ist. Gegen den Passat hat er diesbezüglich dennoch das Nachsehen. Beim VW wirkt alles etwas edler, die optionalen, volldigitalen Instrumente hinter dem besser bedienbaren Multifunktionslenkrad moderner. Und auch punkto Details hat der Passat die Nase vorn: Um das volle Ladevolumen von riesigen 1780 Litern freizulegen (150 l mehr als der Mondeo), genügen im Wolfsburger Familienkombi zwei Handgriffe und die zweigeteilte Rückbank klappt von selbst um. Im Ford ist das praktische, heute fast schon selbstverständliche Extra leider nicht verfügbar.

FAHRVERHALTEN
Im Test fährt der Passat mit dem stärksten Turbodiesel vor: 240 PS und 500 Nm versprechen einen kräftigen Antritt. Bei Ford müssen wir uns mit dem 180-PS-Selbstzünder zufrieden geben, die stärkere 210-PS-Version folgt erst Mitte Jahr. Zu unserem Erstaunen fühlt sich der Mondeo dennoch sportlicher an! Die Gasannahme ist direkter, beim beherzten Tritt aufs Pedal zerrt es leicht an der Vorderachse, aber alles sehr kontrolliert. In Verbindung mit dem seidigen 6-Gang-DKG sorgt das Fahrwerk für hohen Reisekomfort, doch auch für schnelle Kurvenfahrten ist es genügend straff abgestimmt. Noch etwas souveräner kann das der Passat – vor allem bei niedrigem Tempo schluckt das Fahrwerk Stösse besser weg. Doch trotz Mehrleistung, 4x4 und besseren Sprintwerten wirkt der Wolfsburger subjektiv träger. Das liegt besonders am 7-Gang-DSG, das dem guten Motor viel Temperament raubt. Für eine sportliche Fahrweise schaltet man deshalb am besten manuell via Schaltwippen am Lenkrad. Mühsam in der Stadt: Um ruckartiges Anfahren zu vermeiden, ist ein gefühlvoller Gasfuss gefragt. Und die an sich sinnvolle Stopp-Start-Automatik stellt oft schon während des Rollens an die Ampel ab – das nervt besonders im dichten Kolonnenverkehr.

FAZIT
Keine Frage, beide Familienkombis konnten in unserem Vergleichstest in fast allen Disziplinen überzeugen. Unterschiede zeigten sich aber sowohl beim Fahrverhalten, wo der Mondeo mit mehr Fahrspass auftrumpfte, als auch bei der Innenraumgestaltung. Da hat der Passat mit edlerem Ambiente, mehr Liebe zum Detail und mehr Platz die Nase vorn. Was uns erstaunt: Trotz später Markteinführung wirkt der Mondeo alles andere als veraltet und rückt dem Passat näher denn je. Für welchen der beiden man sich entscheidet, könnte letztlich auch eine Frage des Preises sein: Denn bei ähnlicher Ausstattung und vergleichbarer Motorisierung ist der Mondeo einige tausend Franken günstiger als der Passat.

Publiziert am 08.02.2015 | Aktualisiert am 08.02.2015

Ford Mondeo Station Wagon «Titanium»

Antrieb 2,0-Liter-Vierzylinder, Turbodiesel, 180 PS, 340 Nm ab 2000/min, Front, 6-Gang-DKG
Fahrleistungen 0-100 km/h 8,7 s, Spitze 218 km/h
Masse Länge/Breite/Höhe 4,87/1,85/1,50 m, Gewicht 1650 kg, Kofferraum 712 bis 1630 l
Verbrauch Werk/Test 5,0/7,0 l/100 km, 130/184 g CO2/km, Energieeffizienz B
Preis ab 46'200 Franken (Basis TDI: 120 PS, Trend, ab 36'300 Fr.)

VW Passat Variant «Highline»

Antrieb 2,0-Liter-Vierzylinder, Turbodiesel, 240 PS, 500 Nm ab 1750/min, Allrad, 7-Gang-DSG
Fahrleistungen 0-100 km/h 6,3 s, Spitze 238 km/h
Masse Länge/Breite/Höhe 4,77/1,83/1,48 m, Gewicht 1660 kg, Kofferraum 650 bis 1780 l
Verbrauch Werk/Test 5,4/7,4 l/100 km, 140/195 g CO2/km, Energieeffizienz C
Preis ab 58'300 Franken (Basis TSI: 125 PS, Trendline, ab 35'400 Fr.)

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11 Kommentare
  • Jean-Pierre  Wüthrich , via Facebook 09.02.2015
    Ich finde den Ford Mondeo sehr schön. Habe die Preisliste angeschaut, was ich super finde, auch in der Basisversion ist DAB+ Digitalradio lieferbar. Ich fahre selbst ein bald 20-jähriger Ford Mondeo mit nachgerüsten DAB+Autoradio und habe sehr Freude daran. DAB+ ist heute ein Muss im Fahrzeug, sonst verliert später beim Eintausch viel Geld Wertverlust.
    • Andreas  Keller , via Facebook 09.02.2015
      Wer bevorzugt ein Auto wegen eines DAB+ Radios....kein Kommentar.
    • Jean-Pierre  Wüthrich , via Facebook 09.02.2015
      @Andreas Keller

      DAB+ Digitalradio gehört einfach in jedes Fahrzeug: Mehr Sender 50 in rauschfreier Qualität, ohne Frequenzwechsel und in CD-Qualität. Was passiert, wenn 2019, etc. später dann UKW abgestellt wird, dann hat mein in bestehenden Fahrzeugen kein Empfang. Ich würde nie mehr ein Fahrzeug kaufen ohne DAB+. Ich liebe halt Ford-Fahrzeuge.
  • Daniel  Evans 08.02.2015
    Für das Geld bekommt man bereits einen Mazda 6 Kombi.
    Bessere Qualität in jeder Ecke, super Zuverlässigkeit und optisch innen sowie aussen meilenweit vor dem VW und deutlich vor dem Ford....
    Sorry, wer Mazda fahren kann verschwendet keine Zeit mit VW...
    • Michi  Müller 09.02.2015
      Lach mich ja kaputt ! Mazda bessere Qualität...
    • Thomas  Franke aus naumburg
      09.02.2015
      Mazda is halt Mazda! Halt kein Europäer!0 Image, wer halt kein Geld hat!
  • Heinz  Nütteler aus Olten
    08.02.2015
    Ich bin ein bekennender Opelfan!
  • Althaus  Marco aus Sarnen
    08.02.2015
    Der Passat geht gar nicht. Habe den Passat letze Woche das erste mal auf der Strasse gesegen. Die Frond geht gar nicht. zu kleine Lichter. Einfach nur schrecklich. Schade
  • Sezer  Keleş , via Facebook 08.02.2015
    Irgendwie ist dieser Test für nicht nicht nachzuvollziehen.
    Der Mondeo ist eher etwas für Familienväter und sollte eher mit dem Golf-Kombi verglichen werden. gleiche Preisklasse
    Der Passat ist so ein zwischen Ding für Geschäftsmänner, die keinen "Golf" wollen, und der Phaeton zu teuer ist oder ihn nicht gut finden.
    Zudem bietet er viel mehr Ausstatung als der Golf und Mondeo.
    Daher ist dieser Test ein vergleich zwischen Äpfel und Birnen.
    • Tom  Tomason , via Facebook 08.02.2015
      Gerade viel von Autos verstehen sie wohl auch nicht. Mondeo mit Golf vergleichen, sowat. Es geht nicht um den Preis sondern um die Grösse der Autos. dass man bei VW zu viel bezahlt ist seit Jahren bekannt, und das nicht nur beim Kaufsondern auch bei Ersatzteilen. Habe selbst auch wieder zu Ford zurück gewechselt