Trotz Baustopp nach Zweitwohnungsinitiative
Ferienwohnungen werden billiger

Wer schon immer eine Ferienwohnung im Wallis wollte, der hat gerade gute Karten und die Aussicht auf ein Schnäppchen. In Crans-Montana etwa steht jede zehnte Ferienimmobilie zum Verkauf.
Publiziert: 06.07.2018 um 17:13 Uhr
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Aktualisiert: 04.11.2018 um 17:13 Uhr
Feriensiedlungen mit Dutzenden Wohnungen liegen nicht mehr im Trend.

Nach Annahme der Zweitwohnungs-Initiative am 11. März 2012 dachte man, dass die Preise für Ferienwohnungen und Ferienhäuser steigen würden. Doch das Gegenteil ist der Fall, wie die «NZZ» am Beispiel des Kantons Wallis aufzeigt.

Obwohl viele Tourismusorte ihre Quoten ausgeschöpft haben und keine neuen Zweitwohnungen mehr bauen dürfen – das Angebot also knapp bleibt – gehen die Preise nicht durch die Decke. Im Gegenteil: Ferienobjekte im Wallis werden billiger.

Auf Teufel komm raus gebaut

Erst dachte man, dass dem so sei, weil alle noch auf Teufel komm raus die letzten möglichen Immobilien bauen würden und deshalb ein Überangebot entstehe. Doch die Preise sinken laut der «NZZ» auch jetzt noch, wo kaum mehr neue Wohnungen oder Häuser auf den Markt kommen.

Als Gründe führen Experten den starken Franken und die schwächelnde Konjunktur in Europa an. Zudem haben Reiche nach Einführung des automatischen Informationsaustausches keinen Grund mehr, ihr Geld in Immobilien in der Schweiz zu (ver)stecken.

Weiter wollen immer weniger Kinder von Ferienhausbesitzern ihren Urlaub Jahr für Jahr am gleichen Ort verbringen. Sie haben ein anderes Reiseverhalten als noch ihre Eltern, wollen die Welt entdecken, nicht nur das Wallis.

Jedes zehnte Objekt steht zum Verkauf

In Crans-Montana VS etwa stehen 1000 bis 1500 Objekte zum Verkauf, was jeder zehnten Ferienimmobilie entspricht. Bei der Gemeinde ist man besorgt und will wieder vermehrt Hotels bauen, um Leben ins Dorf zu bringen. Mehrere Hotels im gehobenen Segment sind projektiert.

Noch prekärer präsentiert sich die Situation in kleineren Gemeinden wie etwa Evolène VS. Die Gemeindepräsidentin befürchtet, dass ein Teil der 1700 Einwohner ins Tal abwandert. Der Grund: Gerade Junge finden schlicht keinen Job mehr, weil die Baubranche nur noch wenige Aufträge hat. (pbe)

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