Laues 2018 – kommts zum Absturz?
Haufenweise Warnsignale an der Schweizer Börse

Zwar gab es dieses Jahr in der Schweiz viele Börsengänge. Doch das ist nicht zwingend ein gutes Zeichen. Hinzu kommt, dass einige davon nicht gut liefen. Zudem bekamen gleichzeitig auch mehrere Firmen kalte Füsse.
Publiziert: 10.07.2018 um 14:40 Uhr
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Aktualisiert: 14.09.2018 um 16:18 Uhr
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An der Börse gibts aktuell mehrere Warnsignale, die auf eine Verschlimmerung der aktuellen Baisse hindeuten.

Die Schweizer Börse kommt nicht vom Fleck: Seit Anfang Jahr ist der Leitindex SMI um  6,3 Prozent abgestürzt. Der Gesamtmarktindex SPI immerhin nur um zwei Prozent.

Es gibt aber Befürchtungen, dass es noch schlimmer kommt. Anzeichen dafür liefert eine Analyse des Wirtschaftsportals «Cash» zu den Börsengängen in diesem Jahr.

Zwar gab es dieses Jahr so viele sogenannte IPOs (steht für Initial Public Offering, auf Deutsch erstes öffentliches Angebot der Aktie) wie seit 2007 nicht mehr. Aber: Was damals folgte, war die grösste Krise der Weltwirtschaft seit der Grossen Depression vor 90 Jahren.

«Noch rasch Geld einsammeln»

Überhaupt zeigt eine Auswertung der Zürcher Kantonalbank (ZKB): Immer wieder kam es zu vielen Börsengängen, bevor die Kurse zusammenkrachten. 

Acht IPOs sah die Schweizer Börse dieses Jahr bisher. 2007 waren es zehn. Ein Grund dafür könnte sein, dass man eine Baisse voraussieht. «Die eine oder andere Firma dürfte sich sagen: Noch rasch an der Börse Geld einsammeln, bevor es noch ungemütlicher wird», schreibt «Cash».

Wer kann, sitzt den Crash aus

Ein weiteres Warnlicht: Wer bisher dieses Jahr an die Schweizer Börse ging, hatte kaum Erfolg. Von den acht neu gelisteten Aktien liegen sechs im Minus – und zwar teilweise massiv: Der Titel des Reichen-Facebooks «A Small World» ist zum Beispiel um rund 40 Prozent und damit ins Bodenlose gefallen. Was aber auch damit zu tun haben dürfte, dass den Investoren ein ernst zu nehmendes Geschäftsmodell fehlt.

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Letztes Anzeichen für einen Sturm: Gerade gestern hat der Industriekonzern Oerlikon den Börsengang seiner Getriebesparte GrazianoFairfield abgesagt, die für morgen Mittwoch geplant gewesen war. Begründung: die Unsicherheit an den Märkten. Ähnlich tönte es bei den HNA-Töchtern Swissport und Gategroup.

Es scheint, dass jene Firmen, die es sich leisten können, einen sich abzeichnenden Crash auszusitzen versuchen. (kst)

In einer ersten Version des Artikels hiess es, der SMI sei über 17 Prozent, der SPI um drei Prozent abgestürzt. Wir bitten, diese Fehler zu entschuldigen.

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