Lange Laufzeiten weiter gefragt
Zinsniveau für Hypotheken leicht gesunken

Auch bei den Hypotheken kommt es nicht immer so, wie es Experten erwarten. So geschehen in diesem Quartal. Entgegen der Prognosen stiegen die Richtzinsen nicht.
Publiziert: 17.07.2018 um 11:48 Uhr
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Aktualisiert: 14.09.2018 um 18:53 Uhr
Schweizer setzen am häufigsten auf Hypotheken mit langen Laufzeiten. Dieser Trend verstärkte sich in diesem Quartal weiter.

Noch Anfang Jahr sah es so aus, als würden die Richtzinsen für Hypotheken steigen. Doch es kam anders. Wie der Vergleichsdienst Comparis im aktuellen Hypothekenbarometer schreibt, sei das zweite Quartal von einer nervösen Seitwärtsbewegung geprägt gewesen.

Ergebnis: ein leicht tieferes Zinsniveau im Vergleich zum Vorquartal. Das gilt sowohl für die zehnjährigen Festhypotheken als auch für Hypotheken mit mittleren Laufzeiten. Nur die kurzfristigen Laufzeiten blieben unverändert.

Zuletzt sind die Zinsen für Festhypotheken leicht gesunken.

Comparis rechnet mit Blick auf die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der letzten Monate damit, dass die Zinsen weiter tief bleiben werden. Dazu zählt Banken-Experte Dominik Weber etwa die schwierige Situation in Italien mit hoher Staatsverschuldung und deren Auswirkung auf die Politik der Europäischen Zentralbank. Zudem könnte die US-Handelspolitik mit ihren Strafzöllen die sonst brummende Weltwirtschaft bremsen.

Kurzfristige Laufzeiten unbeliebt

Schweizer setzen trotzdem weiter auf lange Laufzeiten. Der Anteil dieser Hypotheken ist auf Kosten solcher mit mittlerer Laufzeit gestiegen. Nichts getan hat sich bei den kurzfristigen Laufzeiten. Dort liegt der Anteil weiter bei gerade 4 Prozent.

Lange Laufzeiten sind erneut mehr gefragt.

Wie erklärt der Experte sich das Verhalten der Schweizer? «Die Akzentuierung zu langen Laufzeiten zeigt, dass die Hypothekarnehmer mittelfristig eher eine Zinserhöhung als eine weitere Senkung erwarten», so Weber. Hält die Tiefzinssituation aber noch länger an, könnte sich eine Liborhypothek lohnen. «Die Schwierigkeit für Hypothekarkunden besteht darin, das richtige Zeitfenster für eine langfristige Fixierung der Zinsen zu finden», erklärt Weber.

Zudem sei die Entscheidung eine Folge der Risikobereitschaft. «Wer auf Kontinuität und Budgetsicherheit setzt, ist mit einer Festhypothek sicher besser bedient als mit einer
Libor-Hypothek, die Zinsschwankungen unterliegt», meint Weber. Wer hingegen mit dem Risiko steigender Zinsen leben könne, solle die Libor-Hypothek-Option prüfen. (jfr)

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