Grosser Überblick
In diesen Ferienländern kannst du getrost aufs Trinkgeld verzichten

Wer in den Ferien am falschen Ort zu wenig Trinkgeld gibt, gilt schnell als geizig – anderswo ist der Zustupf gar ein Affront. Eine neue Analyse zeigt, wo Trinkgeld praktisch Pflicht ist, wo Aufrunden reicht und in welchen Ländern du besser verzichtest.
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Beim Trinkgeld gelten weltweit sehr unterschiedliche Regeln.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Urlaubstracker-Analyse: Trinkgeldgepflogenheiten in 50 Ferienländern untersucht, grosse Unterschiede festgestellt
  • Für USA und Kanada werden 20 Prozent Trinkgeld empfohlen, in Europa reicht meist Aufrunden
  • In einigen asiatischen Ländern ist Trinkgeld ein Affront
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Ein Cocktail an der Strandbar, ein feines Abendessen im Restaurant und später die Rückkehr ins Hotelzimmer mit Turndown-Service: Solche Annehmlichkeiten gönnt man sich gerne in den Ferien. Dabei stellt sich im Ausland aber immer wieder die Frage: Wie viel Trinkgeld muss ich für den Service berappen? Eine neue Übersicht der Reiseplattform Urlaubstracker klärt auf.

Die Recherche präsentiert das Portal in seiner Analyse zum «Cashless Travel Index». Darin wurden 50 Ferienländer dahingehend untersucht, wie verbreitet digitale Bezahlmethoden für Reisende sind. Und auch, wie stark sich die Trinkgeld-Erwartungen je nach Reiseland unterscheiden.

Nordamerika: Die Trinkgeld-Hochburg

Auch wenn ein Reiseziel in punkto Zahlen mit Handy oder Karte top ist: Bargeld beim Trinkgeld spielt weiterhin eine wichtige Rolle. «In vielen Ländern wird Trinkgeld nach wie vor bar gegeben, selbst wenn die eigentliche Rechnung mit Karte bezahlt wird», schreibt die Plattform. Dies gelte insbesondere für die Gastronomie, Hotels und Taxifahrten.

In den USA und Kanada gehört Trinkgeld zu einer Dienstleistung stets mit dazu. Denn der Service ist ennet des grossen Teichs – im Gegensatz zur Schweiz – nicht im Preis inbegriffen. Der «Tip» ist also fester Bestandteil des Einkommens des Servicepersonals – und wird grundsätzlich erwartet. Das Reiseportal empfiehlt deshalb einen Zustupf von rund 20 Prozent der Rechnungssumme. Wer darauf verzichtet, riskiert, als unhöflich zu gelten – und muss im schlimmsten Fall gar mit einer direkten Ansprache durch das Personal rechnen.

Europa: Meist reicht Aufrunden

Innerhalb Europas sind die Trinkgeld-Gepflogenheiten weniger strikt. So reicht es laut Urlaubstracker in den meisten Ländern – etwa in Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland, den Niederlanden, Österreich, Deutschland oder Skandinavien – die Rechnung aufzurunden. Aber: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wirft vor der Abreise am besten einen Blick auf die lokale Trinkgeldkultur der Destination. 

Denn im Vereinigten Königreich, der Türkei, Zypern, Polen oder einigen Balkan-Ländern sieht es etwas anders aus: Dort empfiehlt das Portal einen Trinkgeldbetrag von 10 bis 15 Prozent der bezahlten Summe. Das gilt auch für Taxifahrten und Zimmerservice. 

Asien: Mal erwartet, mal verpönt

Auch in beliebten Fernreisezielen solltest du Trinkgeld einplanen: In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist dies zwar «nicht verpflichtend, aber in Restaurants und Hotels üblich», so Urlaubstracker. Häufig sei bereits eine Servicegebühr auf der Rechnung enthalten. Zusätzliches Trinkgeld gelte dann als freiwillige Anerkennung. Das Portal empfiehlt dafür rund 15 Prozent.

Auch in Ägypten erwartet man immer und überall Bakschisch (Trinkgeld). Der einzige Ort, an dem dies nicht gilt, ist – wie auch in der Türkei – der Basar. Ebenso ist Trinkgeld in Südafrika, Tansania und Namibia verbreitet. Die Urlaubstracker-Empfehlung: 10 bis 15 Prozent.

In Südostasien hängt die Trinkgeldkultur derweil stark vom Land und vom touristischen Umfeld ab. In touristischen Regionen in Thailand, Vietnam, Kambodscha oder auf den Philippinen reicht das Aufrunden der Rechnung. Für Indonesien und Sri Lanka sind rund 10 Prozent üblich.

Nichts dazugeben sollte man dagegen in Japan, China, Südkorea, Singapur sowie auf den Malediven und Mauritius. Teilweise wird die Vergabe von Trinkgeld gar als Beleidigung wahrgenommen. Servicegebühren in Restaurants und Hotels sind meist schon in den Rechnungen enthalten.

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