Das meint BLICK zu Patrik Gisels Rücktritt
Jetzt ist ein Neuanfang möglich

Nicht dass Patrik Gisel Ende Jahr den Sessel räumt, überrascht, sondern wie lange er und der Verwaltungsrat brauchten, um zu begreifen, dass ein Neuanfang mit ihm zu keiner Zeit möglich war, schreibt Wirtschaftsredaktor Sven Zaugg im Kommentar.
Publiziert: 18.07.2018 um 20:40 Uhr
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Aktualisiert: 14.09.2018 um 22:01 Uhr
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Patrik Gisel, Nachfolger von Pierin Vincenz an der Spitze von Raiffeisen, tritt per Ende Jahr von seinem Chefposten zurück. Er leitet die Bank seit Oktober 2015.
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Sven ZauggRedaktor SonntagsBlick

Diesen verbissenen Kampf konnte Raiffeisen-Chef Patrik Gisel nie und nimmer gewinnen. Das muss ihm in den letzten Tagen bewusst geworden sein. Nun gibt er auf und nimmt nach 13 Jahren bei der drittgrössten Bank der Schweiz den Hut.

Überraschend ist nicht, dass Gisel Ende Jahr den Sessel räumt, sondern wie lange er und der Verwaltungsrat brauchten, um zu begreifen, dass ein glaubwürdiger Neuanfang mit ihm unmöglich war. Allen voran Interims-Präsident Pascal Gantenbein, der Branchenfremde, der stets seine schützende Hand über Gisel hielt – und nun alleine dasteht.

Zu eng waren die Namen Gisel und Pierin Vincenz verknüpft. Zu gross der Druck der Regionalverbände. Und obwohl sich der Raiffeisen-Chef mit aller Kraft bemühte, sich von seinem Ziehvater und dessen – womöglich strafrechtlich relevanten – Deals zu distanzieren, ist es ihm nie gelungen, die Zweifel an seiner Person gänzlich auszuräumen.

Diese blieben: Hat Gisel Hinweise zu den Mauscheleien von Vincenz einfach ignoriert? Hat er aktiv weggeschaut? War er zu naiv? Gisel war nie der Neuanfang, Gisel blieb eine Altlast aus der Ära Vincenz.

Jetzt braucht die kopflose Bank frische Führungskräfte. Sie täte gut daran, diese ausserhalb der Genossenschafts-Bank zu rekrutieren, um den Vincenz-Schlamassel endlich ganz hinter sich zu lassen.

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