Darum gehts
- Gasthof Guldenen ZH öffnet am 19. Juni nach 20 Jahren
- Neuer Gastgeber: Benjamin Plsek, ausgezeichnet mit 15 GaultMillau-Punkten
- 2025 verkauft: Urs Schwarzenbach trennte sich vom historischen Anwesen
Was für eine traumhafte Lage! Der Waldhof Guldenen auf der Forch ZH steht in einem 56 Hektar grossen Naherholungsgebiet am Pfannenstiel. Die Hochebene ist von Wäldern umgeben. Spazierwege und im Winter eine Langlaufloipe locken Erholungssuchende aus der Stadt Zürich und von der nahen Goldküste an. Dumm nur: Auf ein kaltes Rivella und einen Wurst-Käse-Salat einkehren, das ging lange nicht. Wanderer und Bikerinnen standen vor verschlossenen Türen. Fast 20 Jahre lang stand der einst prächtige Landgasthof leer.
Das ändert sich jetzt, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Endlich wird wieder gekocht auf der Guldenen! Am 19. Juni geht das Lokal wieder auf, unter der Führung von Rose und Benjamin Plsek. Sie haben sich in der «Maison Manesse» in Zürich einen Namen gemacht. Das Gastro-Magazin «GaultMillau» hat sie mit 15 Punkten ausgezeichnet. Seit April wohnen die beiden mit ihren Kindern bereits im historischen Gebäude, das Restaurant wird derzeit noch umgebaut. Sie setzen voll auf Regionalität, auf Fleisch vom nahen Bauernhof, auf Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten direkt neben dem Restaurant.
Golfplatz, Promi-Villa oder Asylbewerber-Unterkunft
Vielversprechende Projekte auf der Guldenen gab es immer wieder, verwirklicht wurde aber keines. Seit 1979 gehörte der 100-jährige Riegelbau der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Die Bank wollte unter anderem ein Tagungszentrum daraus machen. Später wurde ein Golfplatz-Projekt ausgearbeitet – und wieder beerdigt. Dann kam aus den Reihen der SVP der Vorschlag, Asylsuchende im Gasthof einzuquartieren. Die Zürcher Regierung schmetterte das Vorhaben ab.
Ein bekannter Rennfahrer hatte im Jahr 2000 ein Auge auf das Anwesen geworfen. Die Abgeschiedenheit hat ihn gereizt. Für seine Frau wollte er grosszügige Pferdestallungen bauen. Das Restaurant wollte er zu einem Wohnhaus umbauen. Die beiden waren begeistert von der Guldenen. Sogar das Menü, das die beiden beim ersten Besuch im Waldhof Guldenen gegessen haben, ist überliefert: Rindsfilet Stroganoff und Spätzli.
Dolder-Besitzer verkauft nach zehn Jahren
Der Waldhof Guldenen gehörte zum umfangreichen Immobilienportfolio von Urs E. Schwarzenbach (74). Er ist unter anderem Besitzer des noblen Grand Hotel Dolder in Zürich. Und des Hotels Sonne in Küsnacht ZH. 2015 kaufte Schwarzenbachs Flühgass Immobilien AG das Anwesen. Unter der Bedingung, dass Wanderer, Wintersportlerinnen und Gourmets wieder einkehren können. Schon 2016 wollte er das Restaurant auf der Forch eigentlich wieder eröffnen. Und auch Gästezimmer anbieten. Doch die Jahre zogen ins Land. Passiert ist aber nichts.
Ende 2025 hat Schwarzenbach das Lokal Nils Müller und Claudia Wanger vom Küsnachter Biohof Zur chalte Hose verkauft. Es ist nicht die einzige Immobilie, von der sich der Milliardär getrennt hat, wie die «Bilanz» berichtet. So hat er eine Seevilla in Küsnacht ZH mit 6½ Zimmern, Bootshaus und 340 Quadratmeter Fläche für geschätzte 20 bis 25 Millionen verkauft. In Herrliberg ZH trennte sich Schwarzenbach, der selber in England lebt, von einem grossen Grundstück mit Landhaus, «weil der langjährige Mieter ausgezogen ist und kein Eigenbedarf mehr besteht».