Die erste Medaille für die Schweiz an den Olympischen Spielen ist Tatsache! Audrey Gogniat (21) holt Bronze im Luftgewehr-Schiessen.
Wie in Rio und in Tokio sorgt also auch in Paris eine Schützin für die erste Schweizer Medaille. Dieser Umstand war der unbekümmerten Gogniat gar nicht bewusst. «Ich wusste gar nicht, dass es die erste Medaille für die Schweiz ist», sagt sie im Interview nach dem Bronze-Triumph mit einem Lachen. Die Reaktion nach Bronze ist Gold wert.
Die Auftakt-Medaille im Schiessen hat beinahe schon Tradition. Der Thurgauerin Heidi Diethelm Gerber war dies 2016 mit der Sportpistole über 25 m Bronze geglückt, der Nidwaldnerin Nina Christen 2021 ebenfalls mit dem Luftgewehr über 10 m.
Gogniat zeigt keine Nerven
Gogniat schafft die grosse Überraschung. Die Jurassierin hält sich im Final mit den besten acht Schützinnen der Qualifikation von Anfang an im Spitzenfeld. Sie hält dem Druck auch im weiteren Verlauf des Wettkampfs stand. Audrey Gogniat zeigte eine beeindruckende Konstanz. Ihre Schüsse sind mit einer Ausnahme zwischen 10,2 und 10,8 Punkten wert – das Maximum liegt bei 10,9. Im Schnitt erzielt Gogniat über 22 Versuche starke 10,468 Punkte pro Schuss.
Nach der Enttäuschung in der Quali, als die Verteidigerin der Bronzemedaille und Olympiasiegerin über die 50-Meter-Distanz, Nina Christen (30), die Segel streichen musste, sorgt Audrey Gogniat doch noch für den ganz grossen Jubel.
Drama um die Goldmedaille
Besser als die Jurassierin waren lediglich zwei asiatische Teenager. Die 16-jährige Südkoreanerin Ban Hyojin wurde vor der 17-jährigen Chinesin Huang Yuting Olympiasiegerin. Beide beenden den Wettkampf mit dem Olympiarekord von 251,8 Punkten in 24 Schüssen, was einem Schnitt von 10,492 Punkten entspricht.
Die Siegerin Ban liegt vor den letzten zwei Schüssen eigentlich mit komfortablen 1,3 Punkten in Führung. Doch sie zeigt Nerven und lässt die Chinesin nochmal rankommen. Die Entscheidung fällt knappstmöglich im Stechen – mit 10,4 zu 10,3 zugunsten der Koreanerin.
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