Seoane geht zu YB, FCL-Alpstaeg tobt
«Er hat sein Herz am Portemonnaie!»

Gerardo Seoane wechselt von Luzern zu YB. FCL-Hauptinvestor Bernhard Alpstaeg ist stinksauer: «Er hat sein wahres Gesicht gezeigt.»
Publiziert: 01.06.2018 um 23:35 Uhr
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Aktualisiert: 13.09.2018 um 05:35 Uhr
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Bernhard Alpstaeg ist stinksauer.
Martin Arn und Michel Wettstein

Freude in Bern, grosse Empörung in Luzern. YB hat mit Gerardo Seoane (39) einen neuen Trainer gefunden. Er ersetzt Meistercoach Adi Hütter, der zu Eintracht Frankfurt wechselt. Der FCL dagegen muss den Abgang von Coach Gerardo Seoane (39) verkraften, der das Team in der Rückrunde von Platz neun auf Platz drei führte.

Der Abgang Seoanes lässt am Freitagnachmittag die Luzerner Fussballwelt beben. Selbst Hauptinvestor Bernhard Alpstaeg ahnt kurzvor dem Trainer-Hammer nicht, dass der FCL-Erfolgscoach den Klub verlassen will. Zu BLICK sagt Alpstaeg am frühen Nachmittag: «Gerry ist keiner, der dem Geld nachrennt. Er bleibt in Luzern. Er trägt unsere Klubfarben im Herzen und hat in der Rückrunde einen guten Job gemacht»

Die Nachricht, die Alpstaeg eine Stunde später erreicht, lässt ihn aus der Haut fahren: «Liebe FCL-Familie, liebe Freunde», schreibt Seoane per Whatsapp, «es ist mir wichtig, euch persönlich zu informieren, dass ich ab nächster Saison Trainer beim BSC Young Boys sein werde. Ich sehe diesen Schritt als eine grosse Chance und freue mich auf diese Herausforderung. Liebe Grüsse Gerry.»

Alpstaeg ist ausser sich. Er nimmt seine wohlwollenden Worte für Seoane zurück: «Da sieht man, wo Seoane sein Herz wirklich hat: Am Hintern – an der Hosentasche. Dort, wo das Portemonnaie steckt.» Alpstaeg weiter: «Ich bin masslos enttäuscht.»

«Ich bin masslos enttäuscht», so der FCL-Hauptinvestor.

Immerhin kassiert der FC Luzern für seinen Coach rund 600000 Franken. Seoane hätte noch bis 2019 Vertrag gehabt in Luzern. Alpstaeg: «Das ist das einzig Positive an diesem Wechsel, dass wir noch eine Stange Geld bekommen.»

Obwohl Seoane nicht erste Wahl war, sagt YB-Sportchef Christoph Spycher: «Er passt hervorragend zu uns, weil er eine spannende Persönlichkeit ist, eine offensive Spielphilosophie hat und die Mannschaft und die einzelnen Spieler unbedingt vorwärtsbringen will.» Spycher weiter: «Gerardo Seoane hat uns bei den ausführlichen Gesprächen extrem überzeugt. Und als Sprachtalent wird er sofort einen engen Zugang zu allen Spielern finden.»

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Sypcher und Seoane hatten in ihrer Aktivzeit in der Saison 2004/05 bei GC zusammengespielt. Bei YB erhält Seoane einen Dreijahresvertrag.

Erst vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass YB-Meistercoach Adi Hütter zu Eintracht Frankfurt wechselt. Die Young Boys erhielten für ihren Coach, der noch einen Vertrag bis 2019 hatte, rund 800'000 Franken.

Seoane seinerseits hatte den FCL in der Winterpause von Markus Babbel übernommen und vom 9. Auf den 3. Tabellenplatz geführt. Er lässt sich wie folgt zitieren: «YB hat ausgezeichnete Perspektiven. Ich freue mich sehr, für diesen Klub zu arbeiten und die reizvollen Herausforderungen anzugehen.»

Credit Suisse Super League 24/25
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Basel
FC Basel
0
0
0
1
FC Lugano
FC Lugano
0
0
0
1
FC Luzern
FC Luzern
0
0
0
1
FC Sion
FC Sion
0
0
0
1
FC St. Gallen
FC St. Gallen
0
0
0
1
FC Winterthur
FC Winterthur
0
0
0
1
FC Zürich
FC Zürich
0
0
0
1
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
0
0
0
1
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
0
0
0
1
Servette FC
Servette FC
0
0
0
1
BSC Young Boys
BSC Young Boys
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0
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1
Yverdon Sport FC
Yverdon Sport FC
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