Ricardo Rodriguez über das Madrid-Interesse
«Jeder würde zu Real gehen»

Real Madrid jagt Ricardo Rodriguez (22). Jetzt spricht der Wolfsburg-Star darüber – und sein Bruder Francisco (19) meint : «Ich hoffe, dass er bleibt!»
Publiziert: 23.07.2015 um 00:00 Uhr
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Aktualisiert: 04.10.2018 um 19:49 Uhr
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Von Michael Wegmann und Michel Wettstein aus Donaueschingen

Es hätte eigentlich der Tag von Francisco Rodriguez werden sollen gestern. Der 19-Jährige schnürt am Morgen erstmals die Schuhe für den VfL Wolfsburg. Neben ihm sitzen Superstars wie Kevin De Bruyne, Luiz Gustavo und sein älterer Bruder Ricardo. Und dieser stiehlt ihm, ohne es zu wollen, die Show. Der Nati-Star ist ausgerechnet gestern auf der Front der spanischen Sportzeitung «Marca» abgebildet. Da steht in grossen Lettern: «El lateral preferido». «Der bevorzugte Aussenverteidiger». Die Königlichen sind an unserem Nati-Star interessiert.

BLICK trifft die zwei Rodriguez-Brüder gestern im Trainingslager des VfL Wolfsburg in Donaueschingen.

BLICK: Ricardo Rodriguez, gehen Sie zu Real? Oder spielen Sie mit Ihrem Bruder Francisco?
Ricardo Rodriguez:
Das mit Real habe ich erst vor dem Training gelesen. Es war natürlich schön, dies zu hören. Ob es jedoch auch stimmt, weiss ich nicht.

Dann bleiben Sie also bei Ihrem Bruder?
Ricardo:
Ich bin Spieler vom VfL Wolfsburg und habe hier einen Vertrag bis 2019 unterschrieben.

Anders gefragt: Wie gross ist die Chance, dass diese Saison zwei Rodriguez beim VfL auf dem Platz stehen?
Ricardo:
Es ist sehr schön, dass er hier ist, und ich werde ihn natürlich überall, wo ich kann, unterstützen. Ob er aber zu Einsätzen in der Bundesliga kommt, hängt nur von ihm ab. Cico muss jetzt zeigen, was er kann. Cico muss hart arbeiten und sich in jedem Training aufdrängen.
Francisco Rodriguez: Mein Ziel ist es, hier täglich besser zu werden. Ich will lernen und weiterkommen.

Erwarten Sie, dass Sie diese Saison in der Bundesliga zu Einsätzen kommen?
Francisco:
Ich erwarte, dass ich besser werde. Ich werde mich aufdrängen, und dann werden wir sehen. Der Trainer entscheidet. Aber ich bin schon nicht ­hierher gekommen, um nicht zu spielen und Ferien zu machen.

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Ausgerechnet an dem Tag, an dem Sie beim deutschen Pokalsieger vorgestellt werden, stiehlt Ihnen Ihr grosser Bruder die Show! Ist das nicht fies?
Francisco:
Das ist doch nicht fies. Jeder weiss doch, wie stark Rici ist. Da ist es doch normal, dass man ihn auch bei einem so grossen Klub wie Real Madrid kennt. Es ist doch logisch, dass man an ihn denken muss.

Aber Sie würden es schon gerne sehen, wenn er beim VfL bleibt?
Francisco:
Klar hoffe ich, dass er weiter hier bleibt.

Die «Marca» spekuliert, dass Ricardo nach Madrid gelockt wird, weil der linke Verteidiger Fabio Coentrao gehen soll. Zu verletzungsanfällig sei er. Auf die Frage, ob er schon von Real gehört habe, weicht Sportdirektor Klaus Allofs aus: «Ich habe meinen Briefkasten noch nicht geleert ...» Sollte ein Angebot von Real vorliegen, dürfte Rodriguez nicht zögern – im Gegensatz zum Verein. Auf 28 Millionen beziffert «Transfermarkt.de» seinen Marktwert. Aber Wolfsburg braucht dank VW kein Geld und dürfte einiges mehr verlangen.

Ricardo, Sie haben einen spanischen Pass. Was bedeutet für Sie Real Madrid?
Ricardo:
Real und Barça sind die grössten Vereine von Spanien. Jeder würde zu Real gehen.
Francisco: Jeder Fussballer träumt doch von Real. Ausser vielleicht er spielt bei Barcelona und ist Katalane.

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Sie wohnen jetzt dann zusammen. Wer kocht?
Francisco:
Diesen Job wird wohl Ricis Freundin übernehmen ...

Kann Ricardo nicht kochen?
Ricardo:
Doch sicher. Ich koche sogar gut.
Francisco: Das stimmt. Er kann sehr gut frisches Gemüse mit Fisch oder Fleisch zubereiten.

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