Penalty-Krimi entscheidet WM-Final
Schweden holt sich die Hockey-Krone

Schweden schlägt Kanada – der Weltmeister ist entthront. Henrik Lundqvist wird im Penaltyschiessen zum Held.
Publiziert: 21.05.2017 um 23:53 Uhr
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Aktualisiert: 30.09.2018 um 21:57 Uhr
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Nylander jubelt mit Matchwinner Lundqvist.
Dino Kessler

Auch Kanada ist nicht unschlagbar. Das Rezept dazu hatten bis gestern allerdings nur die Schweizer, die den Titelverteidiger in der Vorrunde als einzige bezwingen konnten. Schweden wiederholt das Kunststück gestern. Mit dem zehnten Weltmeistertitel verhindern die Schweden nicht nur Kanadas Titel-Hattrick – die Niederlage der Kanadier verschafft der einstigen Eishockey-Supermacht Russland auch mindestens ein weiteres Jahr als alleiniger Rekordweltmeister (27 Titel).

Wie beim letzten Erfolg 2013 spielen bei Schweden auch 2017 Zwillinge eine Rolle. 2013 ziehen Daniel und Henrik Sedin die Fäden, 2017 stehen Henrik und Joel Lundqvist im Fokus. Für Henrik, den  Star-Goalie der New York Rangers, ist es der erste Weltmeistertitel, Joel (Frölunda) stand bereits 2006 und 2013 im WM-Kader.

Die Skandinavier kommen mit viel Geduld, einer ausgezeichnete Defensivleistung und präzisem Spiel zum Erfolg. Kanada kann im Gegensatz zum Halbfinal gegen Russland nicht zum gewohnt wuchtigen Spiel ansetzen. Die Entscheidung: Henrik Lundqvist hält im Penaltyschiessen dicht, Backström und Ekman-Larsson treffen. 

Am Nachmittag hatte sich Russland gegen Finnland durchgesetzt (5:3). Die Bronzemedaille versöhnt die Mannschaft etwas mit den in Köln zahlreich anwesenden russischen Fans, die ihrem Unmut nach der Halbfinal-Niederlage gegen Kanada (2:4 nach 2:0-Vorsprung) Luft verschafft hatten. Russen-Coach Oleg Snarok hat während seiner Eishockey-Karriere noch nie gegen eine kanadische Auswahl einen Sieg feiern können – weder als Spieler noch als Trainer.

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