Gefälschte Unterschrift von Professor
Uni-Abschluss sollte Mama beeindrucken

Bevor Thomas N. (34) die schrecklichen Morde in Rupperswil beging, log er seine eigene Mutter an. Mit gefälschten Dokumenten gaukelte er ihr Uni-Abschlüsse vor. Im BLICK spricht der Professor, dessen Unterschrift der Vierfach-Killer gefälscht hat.
Publiziert: 13.03.2018 um 23:48 Uhr
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Aktualisiert: 12.09.2018 um 14:50 Uhr
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Prof. Dr. iur. Paul Richli (72), bis August 2016 noch Rektor der Universität Luzern, ist eine der Personen, dessen Unterschrift Thomas N. (34) fälschte.
Ralph Donghi

Prof. Dr. iur. Paul Richli (72), bis August 2016 noch Rektor der Universität Luzern, ist eine der Personen, dessen Unterschrift Thomas N. (34) fälschte. Dies tat der Killer auf zwei Dokumenten: Im Januar 2013 verpasste er sich so den «Bachelor of Science ULU» und im Juli 2014 den «Master of Science ULU». Damit gaukelte er seiner Mutter vor, dass er als Student endlich erfolgreich sei.

Als N. verhaftet wird, fliegt alles auf. «Es gab seinerzeit eine Anfrage von Aargauer Ermittlungsbehörden zu Fragen im Zusammenhang mit N.», bestätigt Paul Richli BLICK. Die Uni Luzern habe darauf eine Rückmeldung gegeben. «Wir hatten aber keinen Anlass, selber irgendwie aktiv zu werden. Weil es ja nicht darum ging, einen zu Unrecht verliehenen Titel zu entziehen.» Die Dokumente seien gefälscht, also nicht von der Uni ausgestellt worden.

Professor «zutiefst schockiert»

Richli gibt zu: «Ich war schon damals zutiefst schockiert über diese Fälschung und die Möglichkeit, dass N. diese Verbrechen begangen haben könnte. Eine solche Fälschung geht gar nicht!»

N. sei zu Recht als Urkundenfälscher angeklagt. «Dass er damit unter anderem Leute getäuscht hat und mit anderen gefälschten Dokumenten als Schulpsychologe ins Haus der Opfer kam», ergänzt Richli, «das schockiert mich sehr und ist sicher auch für die Angehörigen absolut schrecklich.»

Er sei kein Strafrechtsprofessor, so Richli. Aber: «Eine solche Tat verdient meines Erachtens die Höchststrafe. Also lebenslänglich.»

Ob N. bei der Uni Luzern überhaupt je immatrikuliert war, möchte Richli als Ex-Rektor nicht sagen – und verweist an die Uni. Doch dort will man nichts zum Fall sagen.

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